Vor dem brisanten Ostduell in der dritten Liga zwischen dem FC Erzgebirge Aue und dem Hansa Rostock musste Aue-Trainer Jens Härtel eine der sensibelsten Entscheidungen im Profifußball treffen: Wer steht im Tor? Trotz rechtzeitiger Genesung von Kapitän Martin Männer erhält erneut Herausforderer Louis Lord das Vertrauen. Härtel setzt damit bewusst auf Kontinuität und auf einen Keeper im Rhythmus.
Torwartfrage entschieden: Lord bleibt die Nummer eins
Männel ist nach seiner Verletzung zwar wieder einsatzfähig, wird am Samstag (17. Januar 2026, 14 Uhr) im Ostseestadion aber zunächst auf der Bank Platz nehmen. Härtel begründete seine Wahl sachlich: “Das war eine schwierige Entscheidung”, erklärte der Coach. “Martin ist unser Kapitän und Louis hat in den letzten Spielen gut gehalten. Wir haben uns entschieden, dass Louis erstmal im Tor stehen wird. Er war jetzt im Flow.”
Lord hatte den Routinier im Dezember vertreten, stand dreimal in Folge zwischen den Pfosten und blieb dabei zweimal ohne Gegentor, starke Argumente in einer ausgeglichenen Torwartdebatte.
Härtel setzt auf Spielpraxis – Männel bleibt Profi
Dass Männel zuletzt Spielpraxis fehlte, spielte bei der Entscheidung ebenfalls eine Rolle. Ein geplanter Testeinsatz gegen Rot-Weiß Erfurt fiel aus. Dennoch betonte Härtel den professionellen Umgang seines Kapitäns: “Martin ist ein Vollprofi”, so der 56-Jährige. “Er hat den Anspruch zu halten. Er wird Gas geben.” Die Torwartfrage sei vorerst nur für das Spiel in Rostock geklärt.
Rostock in Topform: Aue vor schwerer Aufgabe
Sportlich wartet auf Aue eine große Herausforderung. Hansa Rostock ist seit zehn Ligaspielen ungeschlagen und hat sich auf Rang fünf der Liga3-Tabelle vorgearbeitet. Härtel erwartet einen intensiven Auftritt seines Ex-Klubs: „Die kommen mit Wucht, werden versuchen, uns hoch zu pressen. Die werden versuchen, das Stadion von der ersten Minute mitzunehmen.”
Trotzdem reist Aue nicht chancenlos an die Ostsee. Das Ziel ist es, etwas zählbares mit in die Heimat zu nehmen. Geht es nach Härtel, dann natürlich einen Sieg.
Personalsorgen beim FCE: Fünf Ausfälle
Nicht optimal ist die personelle Lage der Veilchen. Neben dem gesperrten Marvin Stefaniak fehlen weiterhin Can Özkan und Maxim Burghardt. Auch Julian Guttau und Pascal Fallmann sind noch nicht vollständig belastbar. “Fünf Leute fehlen, der Rest hat gut trainiert”, so Härtel.
Spieler im Fokus: Marcel Bär
Hoffnungsträger im Angriff ist Marcel Bär. Der 33-Jährige steigert sich nach seinem Achillessehnenriss sichtbar und ist ein Kandidat für die Startelf, auch wenn er noch keine 90 Minuten gehen kann, „aber er gibt der Mannschaft schon was”, erklärte Härtel. Bär verbindet mit Rostock allerdings schmerzhafte Erinnerungen: Beim 1:4 im März 2025 zog er sich genau jene schwere Verletzung zu.
