Viktoria Köln stellt die Weichen für die Zukunft: Der Drittligist befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit möglichen Investoren und könnte dabei von einem früheren Spieler finanziell profitieren. Geschäftsführer Eric Bock und Sportchef Axel Freisewinkel geben Einblicke in die Strategie des Vereins, der trotz begrenztem Etat ambitionierte Ziele in der dritten Liga verfolgt.
Investorensuche bei Viktoria Köln geht in die heiße Phase
Die Gespräche um einen neuen Geldgeber für Viktoria Köln werden konkreter. Laut Geschäftsführer Eric Bock soll spätestens bis zum Spätsommer eine Entscheidung fallen. Gemeinsam mit Axel Freisewinkel erläuterte er im „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass aktuell nur noch wenige Kandidaten im Rennen sind. „Wir sind jetzt in einer engeren Auswahl mit zwei, drei potenziellen Investoren aus der Region und dem benachbarten Ausland“, erklärt Bock. Entscheidende Verhandlungsrunden sind für die kommenden Wochen geplant.
Schuldenfrei, strukturiert und mit starkem Nachwuchs
Was macht Viktoria Köln für Investoren interessant? Laut Freisewinkel vor allem die finanzielle Stabilität: „Wir sind ein schuldenfreier Drittligist, das gibt es zunächst nicht so oft.“ Hinzu kommen ein erfolgreiches Nachwuchsleistungszentrum sowie eine klar definierte Vereinsphilosophie, die von der Jugend bis in den Profibereich reicht.
Der Klub bietet Anteile an seiner Spielbetriebs-GmbH an – selbstverständlich unter Wahrung der 50+1-Regel. Möglich wurde dieser Schritt durch die Rückgabe von 9,95 Prozent der Anteile durch die Familie des verstorbenen Mäzens Franz Josef Wernze an den e.V. „Dafür sind wir extrem dankbar“, betont Bock.
Sportliche Entwicklung und Infrastruktur im Fokus
Mit einem passenden Partner möchte Viktoria Köln sowohl sportlich als auch infrastrukturell wachsen. Ziel ist es, Leistungsträger länger im Verein zu halten und gleichzeitig in nachhaltige Projekte zu investieren. Gedacht wird etwa an den Ausbau des Trainingsgeländes in Brück oder an eine komplette Überdachung der Stadiontribünen.
Dabei soll die Identität des Vereins gewahrt bleiben. „Wir werden weiterhin auf junge Spieler setzen“, stellt Freisewinkel klar. Perspektivisch rückt damit auch der Aufstieg in die 2. Bundesliga in den Fokus.
Solide Saison trotz kleinerem Etat
Finanziell bewegt sich Viktoria Köln weiterhin im unteren Bereich des Liga-Etats. Dennoch spielt das Team von Trainer Marian Wilhelm eine starke Saison. Trotz einer Etat-Kürzung von rund zehn Prozent sammelte die Mannschaft in der Hinrunde 27 Punkte. „Insgesamt sind wir sehr zufrieden“, so Freisewinkel mit Blick auf die sportliche Entwicklung in der Liga3.
Millionenhoffnung dank Said El Mala
Ein zusätzlicher finanzieller Schub könnte ausgerechnet von einem ehemaligen Spieler kommen. Viktoria Köln hält eine zehnprozentige Weiterverkaufsbeteiligung an Said El Mala, der aktuell beim 1. FC Köln unter Vertrag steht. Sollte der auf rund 40 Millionen Euro taxierte Profi für eine Rekordsumme wechseln, würde bei der Viktoria ein Millionenbetrag landen. Dieses Geld soll jedoch nicht kurzfristig verpulvert, sondern langfristig eingeplant oder gezielt in Infrastrukturmaßnahmen investiert werden.
