Was als stimmungsvolles Fußballfest begann, endete in Ernüchterung: Alemannia Aachen verlor ihr nachgeholtes 125-jähriges Jubiläumsspiel in der dritten Liga deutlich mit 0:3 gegen VfL Osnabrück. Trotz perfekter Rahmenbedingungen, Sonnenschein, Messe im Aachener Dom und lautem Fanmarsch, blieb den Gastgebern sportlich nichts Zählbares. Am Ende stand ein gellendes Pfeifkonzert von den Rängen.
Traumstart ohne Ertrag
Die Alemannia kam mit viel Energie aus der Kabine. Bereits nach wenigen Minuten bot sich die große Chance zur Führung: Nach Ballgewinn von Mehdi Loune scheiterte Torjäger Lars Gindorf am stark reagierenden Keeper Lukas Jonsson. Auch der Abpraller brachte kein Glück, sodass eine frühe Führung ausblieb. Aachen presste hoch, provozierte Fehler – doch die Effizienz fehlte.
Osnabrück eiskalt vor dem Tor
Auf der Gegenseite nutzten die Gäste ihre erste echte Möglichkeit konsequent. Bryan Henning traf nach einer Hereingabe zum 0:1. Der Rückschlag zeigte Wirkung: Unsicherheiten im Spielaufbau und Ballverluste machten es Osnabrück leicht, Druck aufzubauen. Weitere Aachener Chancen, etwa durch Mika Schroers, verpufften erneut am gegnerischen Torwart.
Kurz vor der Pause folgte der nächste Nackenschlag. Nach einer unaufmerksamen Defensivaktion erhöhte Henning auf 0:2. Zwar verhinderte Joel da Silva Kiala mit einer Rettung auf der Linie Schlimmeres, doch die Alemannia ging schwer beladen in die Kabine.
Zweite Halbzeit ohne Wende
Trainer Mersad Selimbegovic beließ es zunächst bei seiner Startelf. Aachen bemühte sich um Spielkontrolle, scheiterte jedoch immer wieder an der kompakten Defensive der Gäste. Osnabrück zog sich häufig in ein 5-3-2 zurück und ließ kaum Räume. Einzelne Halbchancen, unter anderem durch Standards, änderten nichts am Bild.
Mit zunehmender Spieldauer wich die Hoffnung der Ernüchterung. Als Robin Meißner in der Schlussminute frei vor dem Tor auftauchte und zum 0:3 einschob, war die Entscheidung gefallen.
Pfiffe statt Party
Viele Zuschauer verließen den Tivoli noch vor dem Abpfiff. Die Verbliebenen machten ihrem Frust lautstark Luft. Die Mannschaft musste sich den Fans stellen, ein sinnbildliches Ende eines enttäuschenden Abends. Selimbegovic versuchte danach, Zuversicht zu verbreiten: „Wir müssen weiter dran glauben“, sagte der Coach und ergänzte: „Die Welt ist noch nicht untergegangen“. Dennoch bleibt ein Fehlstart ins neue Jahr, der Erinnerungen an das trostlose Jahresende wachruft.
