Start Vereine Hansa Rostock Zweimal geführt, doch wieder nicht gewonnen: Hansas bitteres 2:2

Zweimal geführt, doch wieder nicht gewonnen: Hansas bitteres 2:2

Foto: Lars Zimmermann/Liga3-News

Ein Abend voller Emotionen, zwei Führungen und doch kein Sieg: Hansa Rostock liefert sich mit dem VfL Osnabrück ein intensives Duell, das bis in die Schlussminuten hinein offen bleibt. Zweimal liegt die Kogge vorne, zweimal schlägt der direkte Konkurrent zurück. Am Ende steht ein 2:2, das sich für die Hausherren wie eine Niederlage anfühlt.

Frühe Kontrolle und ein sehenswerter Auftakt

Schon vor dem Anpfiff war klar, dass dieses Duell richtungsweisend sein könnte. Trainer Daniel Brinkmann stellte seine Mannschaft personell leicht um, brachte frische Impulse auf den Außenbahnen und setzte auf mehr Offensivdrang. Er hatte im Vorfeld betont, dass Osnabrück gern kompakt verteidige und Räume eng mache. Genau so präsentierten sich die Gäste zunächst. Doch Rostock fand Mittel. Nach einer guten Anfangsphase öffnete sich erstmals eine Lücke auf der rechten Seite.

Andreas Voglsammer behielt den Überblick und legte mustergültig quer auf Emil Holten, der den Ball direkt nahm und sehenswert verwandelte. Die Führung war verdient und das Ostseestadion erwachte endgültig. Wenig später beinahe der nächste Jubel. Über die linke Seite setzte sich Maximilian Krauß energisch durch, zog nach innen und suchte den Abschluss. Der Ball klatschte an den Pfosten. Es fehlte kaum etwas zum zweiten Treffer. Osnabrück wirkte in dieser Phase anfällig.

Eiskalter Konter durch alten Bekannten

Doch Fußball kennt keine Gnade. Kurz vor der Pause zeigte sich der VfL effizient. Ausgerechnet Robin Meißner, einst selbst im Rostocker Trikot aktiv, nutzte eine enge Situation im Strafraum und schob überlegt ein. Plötzlich war alles wieder offen. Unmittelbar vor Beginn der zweiten Halbzeit sorgte eine unschöne Szene für eine Verzögerung. Ein Schneeball aus dem Zuschauerbereich traf den Schiedsrichterassistenten am Hinterkopf. Die Partie konnte erst nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt werden. Ein Moment, der dem Spiel einen bitteren Beigeschmack gab.

Lattenkracher und erneute Führung

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich zunächst ein zähes Ringen im Mittelfeld. Torchancen blieben rar. Brinkmann reagierte früh und brachte neue Offensivkräfte. Der Druck wuchs langsam wieder. Nach einem ruhenden Ball war es beinahe so weit. Ein präzise getretener Freistoß landete am Querbalken. Die Fans sprangen bereits auf, doch der Ball wollte nicht hinein. Kurz darauf dann doch der erlösende Moment: Voglsammer fasste sich ein Herz und platzierte den Ball im Netz. Das Stadion tobte.

In dieser Phase hatten die Gastgeber allerdings auch Glück, dass eine strittige Szene im eigenen Strafraum ungeahndet blieb. Solche Momente können Spiele kippen.

Später Nackenschlag

Und wieder zeigte sich die Härte dieses Abends. Als viele bereits mit einem Heimsieg rechneten, kombinierte sich Osnabrück in den Strafraum. Meißner legte clever ab, Bernd Riesselmann vollendete. Der erneute Ausgleich in den Schlussminuten traf Rostock ins Mark.

Andreas Voglsammer brachte die Enttäuschung nach dem Abpfiff auf den Punkt. „Letzte Woche, jetzt schon wieder. Bitter, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben“, sagte der Torschütze sichtlich frustriert. Zum wiederholten Mal hatte seine Mannschaft eine Führung nicht über die Zeit gebracht.

Offene Fragen im Aufstiegsrennen

Das Remis bedeutet, dass Hansa im engen Rennen um die oberen Plätze weiter Boden gutmachen muss. Die Leistung stimmte phasenweise, die Durchschlagskraft war da. Doch defensive Unachtsamkeiten kosten Punkte. In den vergangenen Wochen zeigt sich ein Muster: Die Kogge erspielt sich Vorteile, kann sie jedoch nicht absichern. Genau hier dürfte der Trainerstab ansetzen. Denn in einer Liga, in der Kleinigkeiten entscheiden, wiegt jeder verpasste Dreier doppelt schwer.

Der Abend im Ostseestadion war laut, leidenschaftlich und dramatisch. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass Hansa mithalten kann. Aber auch die Mahnung, dass Konstanz im Aufstiegskampf unerlässlich ist.

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