Ein vertrauter Name taucht wieder im Profifußball auf. Noah Klose hat sein erstes Spiel in der 3. Liga bestritten und damit ein neues Kapitel in einer bekannten Fußballgeschichte aufgeschlagen. Der Nachname weckt Erinnerungen, doch der Weg des 21-Jährigen soll ein eigener sein. Stolz ist vor allem einer: sein Vater Miroslav Klose.
Vom Dorfplatz auf die große Bühne
Als Miroslav Klose zu Beginn seiner Karriere noch für den Amateurverein SG Blaubach-Diedelkopf auflief, ahnte kaum jemand, dass daraus einmal der erfolgreichste WM-Torschütze aller Zeiten werden würde. Über Stationen wie 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen und den FC Bayern München führte ihn sein Weg an die Spitze des internationalen Fußballs.
Nun beginnt auch für Noah Klose ein neuer Abschnitt. Sein erstes Pflichtspiel im Profibereich absolvierte er für den TSV 1860 München in der 3. Liga. Der Schauplatz war Havelse, ein Auswärtsspiel, das für die Münchner bereits entschieden schien, als der Nachwuchsstürmer kurz vor Schluss das Feld betreten durfte.
Ein später Start mit Symbolkraft
Wie sein Vater ist auch Noah kein Frühstarter im Profifußball. Während Miroslav Klose Anfang zwanzig erstmals in der Bundesliga eingesetzt wurde, sammelte nun auch sein Sohn in ähnlichem Alter die ersten Minuten auf großer Bühne. Trainer Markus Kauczinski hatte ihn in den Wochen zuvor behutsam herangeführt. Bereits im Winter durfte der Angreifer im Trainingslager bei den Profis vorspielen, wo er laut Kauczinski bewies, dass er „Talent hat und Dinge mitbringt“.
Seine Leistungen im Nachwuchs hatten Aufmerksamkeit erregt. In der ersten Saisonhälfte überzeugte er in der zweiten Mannschaft mit Torbeteiligungen und konstant starken Auftritten. Das Debüt war also kein Zufall, sondern die logische Folge einer stabilen Entwicklung.
Neun Minuten, die Schlagzeilen machten
Als 1860 in Havelse deutlich führte, schlug für Noah Klose die Stunde. Gemeinsam mit einem Teamkollegen wurde er eingewechselt. Fast hätte er sein erstes Spiel mit einem Tor gekrönt. Eine gute Gelegenheit ergab sich unmittelbar nach seiner Hereinnahme, eine weitere kurz darauf, doch es blieb beim engagierten Auftritt.
Die nackten Zahlen wirken unspektakulär, erzählen aber von Intensität: wenige Minuten Einsatzzeit, mehrere Ballaktionen, gewonnene Zweikämpfe, ein Torabschluss. Vor allem aber hinterließ er einen lebendigen Eindruck. Enge Ballführung, saubere Technik, gutes Gespür für Räume. Eigenschaften, die Beobachter an seinen Vater erinnerten.
Die Einwechslung sorgte überregional für Aufmerksamkeit. Medien griffen die Geschichte vom „nächsten Klose“ bereitwillig auf. Selbst TV-Kommentatoren erlaubten sich einen augenzwinkernden Hinweis darauf, dass viele Fans mit Miroslav Klose groß geworden seien.
Zwischen Erwartung und Eigenständigkeit
Der Vergleich liegt nahe, doch im Umfeld des jungen Angreifers betont man die Eigenständigkeit seiner Entwicklung. Auch Miroslav Klose selbst hält sich bewusst zurück. Inzwischen arbeitet er als Trainer beim 1. FC Nürnberg und verfolgt die Schritte seines Sohnes aus der Distanz. Über Noah sagte er, dass er „sehr stolz sei“. Klose weiter: „Das hat er sich alles allein erarbeitet. Mal schauen, wohin die Reise geht.“ Ein Satz, der Unterstützung signalisiert, aber keinen Druck aufbaut.
Bei 1860 hofft man nun auf weitere Einsätze. Die Voraussetzungen sind günstig, das Vertrauen des Trainerteams scheint vorhanden. Ob Noah Klose bald auch seine ersten Treffer im Profifußball feiern wird, bleibt offen. Sicher ist nur, dass sein Name wieder in den Stadien erklingt. Und vielleicht wird man in einigen Jahren auf diesen Abend in Havelse zurückblicken und sagen: Dort begann es.
