Start Vereine Energie Cottbus Chaos im Ost-Derby: Platzsturm überschattet Cottbus-Sieg

Chaos im Ost-Derby: Platzsturm überschattet Cottbus-Sieg

Beim traditionsreichen Ost-Duell kochten die Emotionen hoch, doch diesmal stand nicht nur der Sport im Mittelpunkt. Während auf dem Rasen um Punkte gerungen wurde, eskalierte die Lage auf den Rängen. Vermummte Anhänger stürmten plötzlich den Innenraum, das Spiel geriet zur Nebensache, die Sicherheit zur Priorität.

Platzsturm überschattet hitziges Derby

Das Aufeinandertreffen zwischen FC Erzgebirge Aue und FC Energie Cottbus war ohnehin mit Spannung erwartet worden. Beide Fanlager verbindet eine lange, konfliktreiche Geschichte, die dem Spiel zusätzliche Brisanz verlieh. Kurz nach Wiederanpfiff der zweiten Hälfte kippte die Atmosphäre. Mehrere vermummte Personen aus dem Auer Umfeld drangen in den Innenraum ein und bewegten sich in Richtung Gästebereich. Die Begegnung musste umgehend gestoppt werden. Schiedsrichter Lukas Benen unterbrach die Partie, während Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz seine Mannschaft vorsorglich in die Kabine führte.

Auf den Tribünen hatten sich zuvor Provokationen angedeutet. Ein Banner im Gästeblock sorgte offenbar für zusätzliche Spannungen, da es auf einen zurückliegenden Vorfall rund um gestohlene Fanutensilien anspielte. Als Einsatzkräfte in größerer Zahl in den Innenraum rückten, zogen sich die Störer schließlich zurück. Ein Sprecher der Polizei erklärte später, „nach bisherigem Stand sei ein Ordner leicht verletzt worden, als er versuchte, aufgebrachte Anhänger zu beruhigen“. Danach beruhigte sich die Lage schrittweise.

Sicherheitsfragen nach massiver Präsenz

Schon im Vorfeld war die Begegnung als Hochrisikospiel eingestuft worden. Die zuständigen Behörden hatten klare Auflagen erlassen und eindringlich vor einem möglichen Platzsturm gewarnt. Zahlreiche Ordner sowie mehrere Hundertschaften Polizei waren rund um das Stadion im Einsatz. Dennoch gelang es den Randalierern, die Absperrungen zu überwinden. Wie genau es dazu kommen konnte, ist Gegenstand weiterer Prüfungen. In Fankreisen und bei Verantwortlichen dürfte die Diskussion über Sicherheitskonzepte nun erneut Fahrt aufnehmen.

Sportliche Antwort nach Unterbrechung

Nach einer längeren Unterbrechung wurde die Partie beim Zwischenstand von 1:1 fortgesetzt. Und auf dem Rasen zeigte Cottbus die geforderte Reaktion. Die Gastgeber waren früh in Führung gegangen, ehe Energie schnell ausglich. Danach entwickelte sich eine umkämpfte Begegnung mit Chancen auf beiden Seiten. Als vieles bereits auf eine Punkteteilung hindeutete, schlugen die Lausitzer spät zu: Axel Borgmann traf kurz vor Schluss und drehte die Partie zugunsten der Gäste.

Wollitz zeigte sich nach dem Spiel erleichtert. Eine solche Situation mit Fans im Innenraum habe er „nicht oft erlebt, vielleicht sogar zum ersten Mal“, sagte er im Interview bei „MagentaSport“. Man wisse in solchen Momenten nie, wie sich die Lage entwickle. Entscheidend sei für ihn gewesen, dass seine Mannschaft nach dem Rückstand ruhig geblieben sei.

Druck wächst in Aue

Für Aue hingegen verschärft sich die sportliche Lage. Die erhoffte Trendwende blieb aus, stattdessen steckt das Team weiter im Tabellenkeller fest. Trainer Christoph Dabrowski sprach nach dem Abpfiff von einer bitteren Niederlage, wollte aber keineswegs aufgeben. „Zumachen werde ich den Laden noch nicht“, betonte er am Mikrofon des „Mitteldeutscher Rundfunk“ und verwies darauf, dass noch genügend Spiele ausstünden.

Während Cottbus im Aufstiegsrennen wieder ganz vorne mitmischt, wächst in Aue der Druck von Woche zu Woche. Die Mannschaft wirkte phasenweise bemüht, doch nach dem Ausgleich fehlte die Durchschlagskraft. Zwei Standardsituationen entschieden letztlich die Partie.

Ein Derby mit Nachwirkungen

Was als sportlicher Höhepunkt im Osten geplant war, hinterlässt nun vor allem Fragen zur Sicherheit und Fan-Kultur. Die Ereignisse im Innenraum dürften die Verantwortlichen noch beschäftigen, ebenso wie mögliche Konsequenzen durch den Verband. Auf dem Platz sicherte sich Cottbus wichtige Punkte, doch das Bild dieses Abends wird von den Szenen neben dem Rasen geprägt bleiben.

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