Dienstag, Februar 24, 2026
Start Vereine Erzgebirge Aue Nach Platzsturm in Aue: Verein geht gegen eigene Randalierer vor

Nach Platzsturm in Aue: Verein geht gegen eigene Randalierer vor

Ein Derby mit Folgen: Beim Ost-Duell in Aue kippte die Stimmung, als vermummte Fans den Innenraum stürmten. Nun geht der Drittligist konsequent gegen die eigenen Randalierer vor. Neben sportlichen Sorgen drohen dem Klub auch empfindliche Sanktionen.

Eskalation nach der Pause

Im Heimspiel gegen FC Energie Cottbus wurde es kurz nach Wiederanpfiff hektisch. Rund um den Beginn der zweiten Hälfte durchbrachen mehrere Dutzend vermummte Personen die Absperrungen und rannten in Richtung Gästeblock. Auslöser war ein provokantes Transparent auf Seiten der Cottbuser Anhänger. Als Sicherheitskräfte einschritten und die Polizei Präsenz zeigte, zogen sich die Störer rasch zurück in den Heimbereich.

Die Partie war für einige Minuten unterbrochen. Sportlich erwischte FC Erzgebirge Aue nach der Pause eigentlich einen ordentlichen Start. Doch statt über Spielzüge und Torchancen wurde anschließend vor allem über den Platzsturm gesprochen.

Verein kündigt konsequente Aufarbeitung an

Nur einen Tag später machte der Klub deutlich, dass er den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen will. In einer Stellungnahme hieß es, man habe bereits begonnen, „sämtliche Informationen von den zuständigen Stellen einzuholen“. Ziel sei eine vollständige Aufklärung und die Identifizierung aller Beteiligten.

Dabei soll auch geprüft werden, wie es den Vermummten trotz eines umfangreichen Sicherheitskonzepts gelang, in den Innenraum vorzudringen. Der Verein betonte ausdrücklich, dass man erkannte Täter in Regress nehmen werde. Mit anderen Worten: Wer für den Schaden verantwortlich ist, soll auch finanziell dafür geradestehen.

Scharfe Kritik aus der Vereinsführung

Unmittelbar nach Abpfiff fand Geschäftsführer Thomas Schlesinger deutliche Worte. Gegenüber Medienvertretern erklärte er, solche Aktionen seien „schädlich, nicht nur für den Fußball, sondern auch für den FC Erzgebirge Aue“. Er zeigte sich verärgert über die Unterbrechung und machte klar, dass derartige Vorfälle weder zum Verein noch in ein Stadion gehörten.

Zwischen den Zeilen schwang auch die Sorge vor möglichen Konsequenzen mit. Welche Sanktionen der Verband verhängen wird, ist noch offen. Klar ist jedoch, dass Sportgerichte bei Platzstürmen regelmäßig empfindlich reagieren.

Drohende Strafe und sportlicher Druck

Neben der internen Aufarbeitung könnte dem Verein auch eine Geldstrafe durch den DFB bevorstehen. Gerade in einer Phase, in der sportlich ohnehin viel auf dem Spiel steht, käme eine solche Belastung ungelegen. Die Niederlage gegen den Tabellenführer verschärfte die Situation im Tabellenkeller zusätzlich. Der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze ist angewachsen, der Druck steigt. Am kommenden Spieltag wartet mit VfL Osnabrück der nächste ambitionierte Gegner im Erzgebirgsstadion.

Die kommenden Wochen werden somit nicht nur sportlich zur Bewährungsprobe. Auch abseits des Rasens ist der Verein gefordert, klare Kante zu zeigen und Vertrauen zurückzugewinnen. Die Botschaft aus Aue ist eindeutig: Gewalt und Selbstjustiz haben im eigenen Stadion keinen Platz.

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