Der Geruch von Bratwurst am Stadioneingang, eine Stehplatztribüne, die sich zwei Stunden vor Anstoß füllt, und die Vereinszeitung am Drehkreuz. Wer deutschen Fußball wirklich kennt, fühlt diesen Ablauf am Samstag ganz genau. Nicht vom Fernseher. Von der Anfahrt bis zum Anstoß zeigen wir, wie der Samstag bei deutschen Fußballfans wirklich aussieht.
Der Samstagmorgen
Bevor irgendjemand das Haus verlässt, läuft das Telefon heiß. Steht die Aufstellung schon? Wer fehlt verletzt? Für echte Fußballfans beginnt der Spieltag nicht mit dem Anstoß. Echte Fans prüfen bereits mit dem ersten Kaffee die Nachrichten aus dem Kader und die mögliche Startelf.
Wer regelmäßig ins Stadion fährt, hat den Samstagmorgen längst durchgetaktet. Der Podcast beim Frühstück, der letzte Blick in die Tabelle und natürlich auch die Wettervorhersage fürs Stadion. Diese Abläufe haben sich über Jahre eingespielt und fühlen sich inzwischen wie ein eigenes kleines Ritual an.
Viele Fans und Freunde machen diesen Rhythmus Samstag für Samstag mit. Dabei ist es mit Sicherheit keine Seltenheit, dass sie dies bereits seit vielen Jahren wiederholen. Daher ist festzuhalten, dass die Fankultur nicht nur Menschen, sondern auch Freunde verschiedener Altersklassen zusammenbringt.
Anreise und Vorbesprechung
Die Stadionkneipe ist zudem ein wichtiger Halt auf dem Weg zum Spiel. In Hamburg, Dortmund oder Rostock kennt jeder Fan seinen Platz. Man trifft Leute, die man nur samstags sieht, redet über die wahrscheinliche Aufstellung und lässt die Vorfreude langsam steigen. Organisierte Fanclubs koordinieren Auswärtsfahrten oft Wochen im Voraus. Ein Reisebus, gemeinsames Frühstück auf der Raststätte und die Ankunft zwei Stunden vor Anstoß sind dabei fest eingeplant. Wer das einmal mitgemacht hat, versteht, warum die Fanclubs vor dem nächsten Spiel oft alle Hände voll zu tun haben. Denn eine schlechte Organisation kann einen gesamten Spieltag zunichtemachen. Für viele Organisatoren ist dies ein echter Vollzeitjob, für den der Aufwand jedoch liebend gern in Kauf genommen wird.
Im Stadion
Was man im Stadion erlebt, geht in vielen Fällen über das Spiel hinaus. Man hört die Trainer brüllen und Kommandos der Spieler auf dem Platz. Wenn ein Schiedsrichter eine strittige Entscheidung trifft, reagiert die Kurve sofort und nicht mit fünf Sekunden Verzögerung wie auf dem Sofa zuhause. Stehplätze sind für viele Fans die einzig richtige Art, ein Spiel zu erleben. Ob im Ostseestadion in Rostock oder in der Allianz Arena in München, überall klingt es anders und überall fühlt es sich anders an. Was ein Stadion für eine Fankultur bedeutet, zeigt der Überblick auf liga3-news.de zum Ostseestadion. Alle offiziellen Zuschauerzahlen und Ligadaten gibt es beim DFB.
Wetten als Teil der Matchday-Kultur
Für einen Teil der Fans gehört eine Wette zum Samstag dazu. Ein Heimsieg, das erste Tor oder der Halbzeitstand. Dies schärft die Aufmerksamkeit auf Details, die man sonst vielleicht übersehe, und bringt eine eigene Art von Spannung in Phasen, die ohne Wette ruhiger wären. In Deutschland läuft der Sportwettenmarkt über das GGL-System mit der zentralen LUGAS-Datei, die paralleles Spielen bei mehreren lizenzierten Anbietern koordiniert. Wer eine Alternative außerhalb dieses Systems sucht, findet beim Vergleich der Wettanbieter ohne LUGAS eine strukturierte Übersicht entsprechender Plattformen.
Das Spiel
Ein Tor in der 89. Minute in einem ausverkauften deutschen Fußballstadion fühlt sich anders an als dasselbe Tor auf dem Fernseher. Es ist lauter und es ist für die Fans in jedem Fall deutlich emotionaler. Man sieht die Reaktion der Spieler auf dem Platz, ohne Kommentator und ohne Zeitverzögerung. Was den deutschen Fußball besonders macht, sind die Spannung und oftmals die Dramen auf allen Ebenen. Es gibt Samstage, die eine ganze Woche verändern können
Viele Fans nehmen übrigens auch das Erlebte vom Wochenende mit in die neue Arbeitswoche. eingefleischten Fans fällt es schwer, vom Wochenende abzuschalten, und dies schlägt sich auch auf die kommenden Tage nieder, in denen der Fan oftmals noch über den berauschenden Samstag im Stadion nachdenkt.
Nach dem Abpfiff
Nach dem Abpfiff ist das Spiel für die meisten Fans und Fanclubs jedoch noch lange nicht vorbei. Ein Kneipenbesuch gehört ebenfalls zu den meisten Ritualen und wird natürlich nicht ausgelassen. Die Stimmung danach hängt jedoch häufig auch vom Spielergebnis ab. Die Stimmung ist hier deutlich ausgelassener, wenn ein erfolgreicher Sieg eingefahren werden konnte, als bei einer Niederlage. Dennoch wollen die meisten Fans nicht auf das gemeinsame Beisammensitzen nach einem anstrengenden Spieltag in der deutschen Fußball-Bundesliga verzichten.
Warum die deutsche Fankurve etwas Besonderes ist
Die deutsche Fanszene ist weltweit für ihre einzigartige Stimmung bekannt. Die Unterstützung der Anhängerschaft ist völlig bedingungslos und unabhängig von Sieg oder Niederlage. Hierdurch hat der deutsche Fußball vielen anderen Ländern und Ligen einiges voraus. Es kann somit ohne Zweifel festgehalten werden, dass die gesamte Stimmung und Fanszene in Deutschland absolut einzigartig sind.
Der deutsche Fußball-Samstag ist nicht für jeden gleich. Für manche ist er die Bundesliga, für andere eine tiefere Liga und für viele irgendwo dazwischen. Aber das Ritual ist dasselbe. Aufstehen, nachschauen, hinfahren, stehen, singen, leiden, jubeln und nächsten Samstag wieder.
