Start Vereine Alemannia Aachen Marc Richter verlässt Aachen; Havelse bietet die neue Perspektive

Marc Richter verlässt Aachen; Havelse bietet die neue Perspektive

Foto: Alemannia Aachen

Für Marc Richter endet das Kapitel Alemannia Aachen früher als erhofft. Der 24 Jahre alte Offensivspieler verlässt den Tivoli mit sofortiger Wirkung und wechselt innerhalb der Liga zum TSV Havelse. Ausschlaggebend war vor allem die fehlende Perspektive auf regelmäßige Minuten, ein Punkt, den am Ende beide Seiten offen benannten.

Der Wechsel ist die Konsequenz aus einer stockenden Entwicklung

Nach nur einem Jahr trennen sich die Wege von Richter und der Alemannia wieder. Der Offensivmann war in der vergangenen Sommervorbereitung von der zweiten Mannschaft des FSV Mainz 05 an die Krefelder Straße gekommen, mit der Aussicht auf den nächsten Schritt im Profifußball. Genau diesen Schritt hat er in Aachen zwar begonnen, dauerhaft festsetzen konnte er sich allerdings nicht.

Insgesamt lief Richter 18 Mal für die Kaiserstädter auf. Auffällig ist dabei die klare Verteilung seiner Einsätze. 17 seiner Partien fielen in die Hinrunde, in der Rückserie kam lediglich noch ein Kurzeinsatz gegen die TSG Hoffenheim II hinzu. Spätestens damit war erkennbar, dass sich seine Rolle im Kader deutlich verändert hatte.

Aachen spricht offen über fehlende Einsatzzeiten

Sportgeschäftsführer Rachid Azzouzi formulierte den Abschied entsprechend klar. Richter habe sich in Aachen jederzeit „vorbildlich“ verhalten und seinen Teil zur starken Rückrunde beigetragen. Gleichzeitig machte Azzouzi deutlich, dass der Offensivspieler bei der Alemannia nicht auf die Einsatzzeiten komme, die er in dieser Phase seiner Karriere brauche. Der Wechsel nach Havelse wirkt deshalb weniger wie ein Bruch als vielmehr wie eine folgerichtige Lösung für beide Seiten.

Auch intern dürfte diese Offenheit den Ton des Abschieds geprägt haben. Aachen verliert keinen Stammspieler, verabschiedet aber einen Profi, dessen Haltung im Klub offenbar geschätzt wurde. Dass ihm die Verantwortlichen ausdrücklich für seinen Einsatz danken und ihm für den neuen Abschnitt „nur das Beste“ wünschen, unterstreicht diesen Eindruck.

Ein Jahr mit ersten Spuren, aber ohne dauerhaften Durchbruch

Sportlich hinterlässt Richter in Aachen überschaubare, aber dennoch greifbare Spuren. Im Bitburger-Pokal traf er gegen den FV Bonn-Endenich 08, dazu bereitete er im Hinspiel bei der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart einen Treffer vor. Es sind Momente, die zeigen, dass seine Zeit am Tivoli nicht folgenlos geblieben ist, auch wenn der ganz große Durchbruch ausblieb.

Für Richter selbst war das Jahr dennoch wichtig. Er sprach von seinen „ersten Schritten im Profifußball“ und blickte zugleich dankbar auf die Zeit in Aachen zurück. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass er nicht nur das sportliche Jahr hervorhob, sondern sich auch ausdrücklich bei Verantwortlichen, Trainern und Mitspielern bedankte. Gleichzeitig ließ der 24-Jährige keinen Zweifel daran, worauf es für ihn jetzt ankommt, nämlich auf regelmäßige Spielpraxis. Genau deshalb, so machte er deutlich, sei die Vorfreude auf die Aufgabe in Havelse groß.

Auch Selimbegovic betont Richters Rolle im Team

Cheftrainer Mersad Selimbegovic fand zum Abschied ebenfalls warme Worte. Havelse bekomme einen Spieler mit „TopCharakter“, sagte der Alemannia-Coach und verwies darauf, dass sich Richter in der gemeinsamen Zeit immer in den Dienst der Mannschaft gestellt habe. Gerade in einer Phase, in der Einsatzzeiten ausblieben, ist ein solches Lob mehr als eine freundliche Abschlussformel. Es beschreibt einen Spieler, der seine Situation akzeptiert, ohne sich vom Teamgedanken zu entfernen.

Dass Selimbegovic sich darüber hinaus für Richter freue, auch künftig in der 3. Liga spielen zu können, verleiht dem Transfer einen fast kollegialen Ton. Die Aussicht, sich in der kommenden Saison zweimal wiederzusehen, passt zu einem Abschied, der ohne Nebengeräusche auskommt. Richters Wechsel nach Havelse ist damit vor allem eines, ein Neustart mit nachvollziehbarer Begründung. Für Aachen endet ein kurzes Kapitel ohne große Schlagzeilen, für den Spieler beginnt die Chance auf mehr Präsenz, mehr Verantwortung und womöglich genau die Spielzeit, die seiner Entwicklung jetzt gefehlt hat.

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