Waldhof Mannheim bleibt auf Beetz angewiesen – NLZ frühestens 2026

Bernd Beetz Waldhof Mannheim
Foto: Waldhof Fotos

Der SV Waldhof Mannheim sieht sich nach wie vor mit finanziellen Herausforderungen in der 3. Liga konfrontiert. Auf der Jahreshauptversammlung wurde erneut deutlich, wie abhängig Verein und Spielbetriebs-GmbH von der Unterstützung von Präsident und Mäzen Bernd Beetz sind. Zudem sorgt die nicht erteilte Entlastung für den ehemaligen Vizepräsidenten Horst Seyfferle für Unruhe. Das erhoffte Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) könnte frühestens zum 1. Juli 2026 starten.

Entlastung verweigert: Causa Seyfferle sorgt für Wirbel

Die Mitglieder entlasteten das Präsidium um Bernd Beetz, Tobias Schmidt, Bastian Geiser, Birgit Loewer-Hirsch, Matthias Findeisen sowie den ausgeschiedenen Bernd Helfmann – nicht jedoch Ex-Vize Horst Seyfferle. Aufsichtsratschef Stefan Fulst-Blei sprach von einem „ungewöhnlichen Schritt“, der „mit Blick auf die laufende Klärung aber notwendig“ sei. Sitzungsleiter Tobias Schmidt stellte klar, dass es sich nicht um eine Vorverurteilung handle; eine Entlastung könnte den Verein jedoch „möglicher juristischer Möglichkeiten berauben“. Konkreter wurden die Verantwortlichen nicht („Das möchte ich nicht kommentieren“), eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Frühjahr soll weitere Aufklärung bringen.

Zahlenwerk: Verein und GmbH im Minus – Beetz federt Verluste ab

Finanzvorstand Bastian Geiser bezifferte das Ergebnis des Hauptvereins 2023/24 laut einem aktuellen Bericht des „Mannheimer Morgen“ auf –260.000 Euro (durch eine Spende auf –200.000 Euro reduziert). Für 2024/25 ist ein Defizit von –91.000 Euro veranschlagt (ohne Spende: –150.000 Euro), 2025/26 sollen –35.000 Euro stehen – inklusive einer eingeplanten Spende von 37.000 Euro. „Der Verein darf nicht jedes Jahr an der Schwelle zur Pleite stehen“, mahnte Vizepräsident Schmidt.

Auch die Spielbetriebs-GmbH schrieb 2023/24 rote Zahlen (ca. –0,5 Mio. Euro bei rund 13,5 Mio. Umsatz). Laut Geschäftsführer Finanzen Frank Baumgarte steuerte die Familie Beetz rund 4,3 Mio. Euro zu; operativ hätte das Minus sonst bei nahezu fünf Millionen Euro gelegen. Für 2024/25 flossen fast 6 Mio. Euro privates Geld, trotz hoher Personalaufwände (knapp 8 Mio. Euro) im Kader der Liga3-Profis. Beetz betonte, das Modell sei „auf Dauer nicht darstellbar“ und werde auch vom DFB kritisch beobachtet.

Stadionfrage als Schlüssel – Ziel bleibt Aufstiegsperspektive

Um die Sponsoringeinnahmen in der dritten Liga zu erhöhen, drängt der SVW auf Fortschritte bei der Stadionlösung. Mittel- bis langfristig peilt Mannheim die 2. Bundesliga an. „Wir haben ein ganz klares Ziel, wo wir hinwollen und intern eine ganz große Klarheit“, sagte Präsident Beetz. Sportchef Gerhard Zuber bat um Geduld: „Die jüngsten Niederlagen liegen zwar schwer im Magen … In einer engen Liga, in der zehn Vereine gegen den Abstieg und zehn Clubs um den Aufstieg spielen, wollen wir uns zu den ersten zehn Vereinen zählen.“

Kurzprofil: Sportchef Gerhard Zuber

Der Österreicher gilt als Stratege mit Fokus auf Kaderbalance und Entwicklungspotenzial. In Mannheim arbeitet er eng mit Trainer Luc Holtz zusammen und setzt auf gezielte Verstärkungen sowie interne Talente.

NLZ-Zeitplan und Infrastruktur

Das NLZ könnte – nach eingereichten Unterlagen und Prüfung – zum 1. Juli 2026 starten. Für ein neues Kunstrasenfeld sind bereits 170.000 von anvisierten 200.000 Euro Spenden zugesagt; die Gesamtfinanzierung von rund 700.000 Euro ist noch offen. Zuber setzt auch deshalb auf die Ausbildung eigener Spieler, um sportlich und finanziell unabhängiger zu werden.

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