Der offiziell verkündete Wechsel von Kennedy Okpala vom SV Waldhof Mannheim zum SC Paderborn 07 sorgt in der 3. Liga für erhebliche Unruhe. Während der Zweitligist den Transfer am Freitagmittag bestätigte, zeigte sich der abgebende Klub aus Mannheim überrascht und prüft nun rechtliche Schritte. Im Raum steht sogar ein mögliches Verfahren vor dem Arbeitsgericht.
Überraschung am Alsenweg: Okpala fehlt beim Trainingsauftakt
Zum Trainingsauftakt nach der Weihnachtspause versammelte sich der SV Waldhof Mannheim am Freitagmittag am Alsenweg. Während Terrence Boyd und Nicklas Hoffmann krankheitsbedingt fehlten, fiel besonders das Ausbleiben von Kennedy Okpala auf. Der 21-Jährige führt die interne Scorerliste der Mannheimer mit zwölf Punkten (sieben Tore, fünf Assists) an und ist sportlich kaum zu ersetzen.
Parallel zu den ersten Trainingseinheiten erreichte den Klub die Pressemitteilung aus Ostwestfalen: Der SC Paderborn gab die Verpflichtung des Stürmers bekannt. Für Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber kam diese Meldung unerwartet.
Fristlose Kündigung als Grundlage des Wechsels
Wie sowohl der SV Waldhof als auch Okpalas Berater Horst Kletke bestätigten, basiert der Transfer auf einer fristlosen Kündigung des Spielers, wie aus einem aktuellen Bericht der „Rheinpfalz“ hervorgeht. Genau hier liegt der Kern des Konflikts. Beide Seiten berufen sich auf unterschiedliche Auslegungen einer vertraglich festgehaltenen Ausstiegsklausel für das Wintertransferfenster.
Zuber erklärt dazu: „Die Bekanntgabe des Transfers kommt für uns überraschend“. Mit der Kündigung habe Okpala seinen Wechselwunsch deutlich gemacht. Nun wolle der Verein arbeitsrechtlich prüfen lassen, ob dieser Schritt zulässig war. Eigentlich sei der Spieler weiterhin fest eingeplant gewesen, inklusive Flug und Hotel für das anstehende Trainingslager in der Türkei.
Unterschiedliche Sichtweisen zur Vertragsklausel
Im Vorfeld des Transfers habe es laut Zuber zwar ein Gespräch mit dem SC Paderborn gegeben, dieses sei jedoch nicht vertieft worden. „Sie habe sich erkundigt und wollten den Spieler gerne verpflichten. Das Gespräch haben wir aber nicht weiter fortgeführt.“ Berater Kletke stellt die Situation aus Spielersicht anders dar. „Es stimmt, wir haben gekündigt, weil Waldhof Mannheim die eigenen vertraglichen Pflichten nicht eingehalten hat“, so der Sportrechtler.
Die entsprechende Klausel sei klar formuliert und vollständig erfüllt worden, inklusive der notwendigen Schritte seitens des SC Paderborn. Nach einer Abmahnung habe man deshalb konsequent gehandelt. Sollte die Kündigung vor Gericht Bestand haben, droht dem SV Waldhof Mannheim nicht nur der Verlust eines Leistungsträgers, sondern auch der Wegfall einer möglichen Ablösesumme von rund 550.000 Euro.
Sportliche Bedeutung für die 3. Liga
Okpala hatte großen Anteil am Klassenerhalt des Waldhofs in der Vorsaison der 3. Liga und trug auch in der laufenden Spielzeit maßgeblich dazu bei, dass sich der Klub vom Tabellenkeller fernhalten konnte. Sein Abgang reißt sportlich wie emotional eine Lücke.
