Ein Moment, der alles veränderte, sorgt weiter für Diskussionen. Beim Heimspiel von Energie Cottbus gegen Mannheim schien in letzter Sekunde der Sieg perfekt, doch der Jubel erstarrte abrupt. Inzwischen ist klar, dass der entscheidende Treffer hätte zählen müssen. Trotzdem bleibt das Ergebnis bestehen.
Spätes Kopfballtor, große Wirkung
Als der Ball in der Schlussphase im Netz zappelte, kannte die Euphorie im Stadion kaum Grenzen. Verteidiger Nyamekye Awortwie-Grant hatte per Kopf getroffen, eine Szene, die im ersten Moment wie der umjubelte Siegtreffer wirkte. Doch der Linienrichter blieb stumm, das Tor wurde nicht anerkannt. Offizielle Begründung: Der Ball habe die Linie nicht vollständig überschritten.
Die Partie zwischen Energie Cottbus und SV Waldhof Mannheim endete dadurch mit einem Unentschieden, ein Ergebnis, das sich für die Gastgeber wie eine Niederlage anfühlte. Auf den Gesichtern der Spieler war die Fassungslosigkeit deutlich abzulesen.
Ein Bild schafft Klarheit
Wenige Stunden später kursierte ein Foto, das die Diskussion neu entfachte. Darauf ist klar zu erkennen, dass der Ball sich hinter der Linie befindet. Auch der Deutscher Fußball-Bund räumte inzwischen ein, dass die Entscheidung falsch war. DFB-Schiedsrichtersprecher Alex Feuerherdt machte im Gespräch mit der „Lausitzer Rundschau“ deutlich: „Das Foto beweist zweifelsfrei, dass der Ball im Tor war.“ Die Fernsehbilder hätten keine eindeutige Perspektive geliefert, das Standbild eines Fotografen hingegen schon. Für das Schiedsrichterteam sei das eine bittere Erkenntnis.
Warum der Treffer dennoch nicht zählt
Trotz der klaren Beweislage wird das Spiel nicht nachträglich korrigiert. Der Grund liegt im Regelwerk. Entscheidungen des Schiedsrichters über Tor oder Nicht-Tor gelten als sogenannte Tatsachenentscheidungen. Sie sind endgültig, selbst wenn sich später herausstellt, dass sie falsch waren. Feuerherdt erklärt das nüchtern: „Wenn ich nicht hundertprozentig überzeugt bin, kann ich nicht auf Verdacht auf Tor entscheiden.“
Im Zweifel müsse der Assistent bei seiner Wahrnehmung bleiben. Ein Einspruch, der zur Anerkennung des Tores oder gar zu einer Wiederholung der Schlussminute führt, ist daher ausgeschlossen. Für viele Fans ist das schwer nachvollziehbar. Doch das Regelwerk sieht keine Korrektur im Nachhinein vor, sofern kein Regelverstoß, sondern eine Fehleinschätzung vorliegt.
Wie es zu solchen Fehlern kommt
Gerade in hektischen Schlussphasen sind die Anforderungen enorm. Der Ball wird aus kurzer Distanz Richtung Linie gedrückt, ein Verteidiger schlägt ihn im selben Moment wieder heraus. Für den Assistenten bedeutet das: Bruchteile von Sekunden entscheiden. Er muss den exakten Moment innerlich festhalten, eine Art gedankliches Standbild erzeugen.
Hinzu kommt die Positionierung. Assistenten stehen meist leicht versetzt, um mögliche Abseitsstellungen im Blick zu behalten. Diese Perspektive erschwert die exakte Beurteilung, ob der Ball vollständig hinter der Linie war. Der vierte Offizielle spielt in solchen Szenen keine Rolle, weil er schlicht zu weit entfernt ist.
Interne Aufarbeitung beim DFB
Der Verband will den Vorfall detailliert analysieren. Laut Feuerherdt werde das gesamte Spiel mit dem Schiedsrichterteam besprochen, besonders die strittige Szene. Dabei gehe es um Fragen der Positionierung, der Antizipation und der Entscheidungsfindung unter Druck. „Wenn man dann das Bild vom Tor sieht, rutscht einem schon das Herz in die Hose“, sagte er offen.
Der Ärger über die Fehlentscheidung sei innerhalb des Teams mindestens so groß wie bei den Betroffenen in Cottbus. Ob es personelle Konsequenzen gibt, hängt vom Einzelfall ab. Manchmal helfe eine kurze Pause, manchmal sei es sinnvoller, den Assistenten schnell wieder einzusetzen, um das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu stärken. Pauschale Automatismen gebe es nicht.
Zwischen Frust und Realität
In der Lausitz bleibt vor allem Enttäuschung. Ein später Treffer, der die Tabelle hätte verändern können, wurde nicht gewertet. Der Verband gesteht den Fehler ein, doch das Resultat bleibt bestehen. Genau darin liegt die Härte des Sports: Entscheidungen fallen in Sekunden, ihre Wirkung hält deutlich länger an.
Für Energie Cottbus bedeutet das, den Blick wieder nach vorn zu richten. Der Ärger wird nicht verschwinden, aber die Saison geht weiter. Und sie wird noch viele Momente bereithalten, in denen Zentimeter über Jubel oder Frust entscheiden.

Würden wir auch die drei Punkte bekommen für das angebliche abseits von lohkemmper der Ball war auch im Netz
Es ist eine Tatsachenedscheidung jeder hat mal Glück oder Pech es hängt im Profi Geschäft viel auf den Spiel