Aufgrund der schwierigen Bedingungen in der Heimat hat der TSV 1860 München kurzfristig ein Trainingslager in der Türkei organisiert. Während in München-Giesing Minusgrade und Schnee den Trainingsbetrieb erschweren, bietet Belek frühlingshafte Temperaturen und perfekte Plätze. Für Trainer Markus Kauczinski ist das Camp ein zentraler Baustein, um die ambitionierten Ziele in der 3. Liga weiter zu verfolgen, auch wenn personelle und finanzielle Sorgen den Alltag bestimmen.
Optimale Bedingungen statt Winterfrust
Nach der Ankunft an der türkischen Riviera zeigte sich Kauczinski zufrieden. Die äußeren Bedingungen seien ideal, um intensiv zu arbeiten und neue Impulse zu setzen. Schon in der ersten Einheit habe man gespürt, dass die Mannschaft mit großer Motivation bei der Sache ist. Licht, Rasen und Klima seien ein deutlicher Unterschied zum Winteralltag in Deutschland. Intern hatte der Coach früh für ein Trainingslager geworben, am Ende musste jedoch genau geprüft werden, was finanziell realisierbar ist.
Mission Aufstieg: Improvisation statt Transfers
Sportlich steht 1860 vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Der Punkteschnitt von rund 2,0 Zählern unter Kauczinski hält den Traum von der 2. Bundesliga am Leben, doch gleich mehrere Leistungsträger fehlen im Trainingslager. Neben den Langzeitverletzten Tunay Deniz (Kreuzbandriss), Max Christiansen (Hüft-OP) und Sigurd Haugen (Kieferbruch) konnten auch Florian Niederlechner (muskuläre Probleme) und Siemen Voet (Grippe) nicht anreisen. Beim belgischen Innenverteidiger besteht immerhin noch Hoffnung auf eine Nachreise.
Da kein Budget für Neuzugänge vorhanden ist, muss Kauczinski kreativ werden. Abschreiben will er die Löwen keinesfalls. Vielmehr gehe es darum, neue Energie zu entwickeln, andere Wege zur Torgefahr zu finden und defensiv stabiler zu werden. Eine Systemumstellung schließt der Trainer jedoch aus .
Weitere Sorgen – aber spürbarer Optimismus
Zusätzlich zu den Ausfällen musste Manuel Pfeifer eine Einheit abbrechen, und Sechser Thore Jakobsen fehlt zum Rückrundenstart gegen Rot-Weiss Essen gesperrt. Trotzdem bleibt Kauczinski positiv: Der Reiz liege darin, eine Mannschaft weiterzuentwickeln, die zugleich gefährlich und stabil auftreten kann. Ein erster Härtetest steht bereits fest: Am Freitag trifft 1860 in einem ungewöhnlichen Testspiel über 3 x 45 Minuten auf den Schweizer Erstligisten FC Winterthur.
