Der TSV 1860 München hat in der dritten Liga ein starkes Zeichen gesetzt. Beim 1:1 gegen Rot-Weiss Essen bewiesen die Löwen trotz massiver Personalsorgen enorme Moral und wurden spät belohnt. Matchwinner war Max Reinthaler, der mit seinem Ausgleich in der Schlussminute das Grünwalder Stadion zum Beben brachte.
Später Ausgleich als emotionaler Wendepunkt
Die Uhr zeigte bereits die 89. Minute, als 1860 noch einmal alles nach vorne warf. Nach einer scharf getretenen Ecke von Kevin Volland landete der Ball bei Reinthaler, der aus kurzer Distanz eiskalt blieb. Für den Innenverteidiger war es mehr als nur ein Tor, es war ein Befreiungsschlag in einer Phase, in der die Löwen aufgrund zahlreicher Verletzungen unter Druck stehen.
Nach Abpfiff ließ Reinthaler durchblicken, wie wichtig dieser Moment war. Natürlich sei man „glücklich, wenn man so spät noch den Ausgleich schafft“, gleichzeitig habe er aber über die gesamte Spielzeit das Gefühl gehabt, „dass eigentlich mehr drin war“. Seine Mannschaft habe über weite Strecken gut agiert und immer wieder gefährliche Angriffe gefahren.
Qualität im Kader trotz Rückschlägen
Auffällig war Reinthalers Reaktion nach dem Treffer: Statt ausgelassen zu jubeln, lief er direkt Richtung Mittelkreis. Dahinter steckte der klare Gedanke, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Er habe gespürt, „dass wir den Schwung mitnehmen können“, gerade weil 1860 bei Standards mit einer „wuchtigen Mannschaft“ auf dem Platz stand.
Diese Haltung passt zur aktuellen Situation der Löwen in der Liga3. Trotz Ausfällen wollte sich das Team nicht verstecken. Reinthaler betonte sinngemäß, dass man sich „nicht unterkriegen lässt“ und weiterhin über „eine brutale Qualität im Kader“ verfüge, unabhängig davon, wer gerade fehlt.
Lob für Rückkehrer und junge Spieler
Besonders hob der Torschütze die Leistung von Raphael Schifferl hervor. Der Verteidiger stand nach langer Verletzungspause wieder in der Startelf und überzeugte. Reinthaler zeigte großen Respekt vor der Leistung seines Kollegen, der nach nur kurzer Trainingszeit „so durchgezogen hat“. Auch Profidebütant Damjan Dordan sammelte wertvolle Minuten und unterstrich die Tiefe des Kaders. Der Punkt gegen Essen könnte für den TSV 1860 in der aktuellen Saisonphase der 3. Liga noch wichtig werden.
