Start News VfL Osnabrück vor Gericht: Ex-Trainer Antwerpen fordert hohe Entschädigung

VfL Osnabrück vor Gericht: Ex-Trainer Antwerpen fordert hohe Entschädigung

Foto: Axel Kammerer

Während der VfL Osnabrück sportlich auf dem Platz weiter Richtung Aufstieg marschiert, droht dem Klub abseits des Rasens ein heikler Rechtsstreit. Vor dem Arbeitsgericht könnte eine Entscheidung fallen, die für den Tabellenführer der 3. Liga teuer werden könnte. Im Mittelpunkt steht die fristlose Entlassung von Ex-Trainer Marco Antwerpen und seinem Assistenten Frank Döpper.

Sportlicher Höhenflug – juristische Baustelle

Der VfL Osnabrück sorgt derzeit sportlich für positive Schlagzeilen. Nach einem Auswärtssieg in Regensburg behauptet der Klub die Spitze der Tabelle und darf vom Aufstieg träumen. Doch während die Mannschaft auf dem Platz überzeugt, beschäftigt den Verein parallel ein Fall, der noch aus der Vorsaison stammt.

Am Arbeitsgericht Osnabrück wird über die Klage des früheren Trainers Marco Antwerpen und seines Co-Trainers Frank Döpper verhandelt. Die beiden Fußballlehrer waren im Frühjahr 2025 überraschend und fristlos entlassen worden. Vorsitzender Richter der zuständigen Kammer ist Christian Hageböke.

Der Hintergrund der Entlassung

Antwerpen hatte den VfL erst wenige Monate zuvor übernommen. Als er im Winter kam, befand sich die Mannschaft in einer schwierigen Lage im Tabellenkeller. Unter seiner Führung gelang jedoch die Wende. Der Klub schaffte am Ende den Klassenerhalt in der 3. Liga. Kurz nach dem niedersächsischen Landespokalfinale gegen BW Lohne, das Osnabrück verlor, folgte dann eine unerwartete Entscheidung des Vereins.

Antwerpen und sein Assistent wurden fristlos entlassen. Der Verein begründete diesen Schritt mit dem Vorwurf einer versuchten Spielmanipulation. Der Fall sorgte bundesweit für Aufmerksamkeit. Beide Trainer wurden zunächst sportrechtlich gesperrt, legten jedoch Einspruch ein. Das zuständige Sportgericht des DFB überprüfte die Vorwürfe später erneut und hob die Entscheidung schließlich auf. Das Verfahren wurde eingestellt.

Streit um Verträge und mögliche Entschädigung

Damit verlagerte sich der Konflikt vom Sportgericht in den arbeitsrechtlichen Bereich. Vor Gericht geht es nun vor allem um die Frage, ob die fristlose Kündigung rechtmäßig war. Die Verträge der beiden Trainer hätten sich nach dem erfolgreichen Klassenerhalt automatisch verlängert. In diesem Szenario wären sie noch mehrere Jahre beim Verein angestellt gewesen. Sollte das Gericht zu dem Schluss kommen, dass die Kündigung unwirksam war, könnte der Klub zu erheblichen Nachzahlungen verpflichtet werden.

Nach Informationen der „Bild“ geht es um entgangene Gehälter sowie mögliche Prämien. Die Summe dürfte sich im hohen sechsstelligen Bereich bewegen.

Der VfL und seine Erfahrungen mit Trainerprozessen

Für den VfL wäre ein verlorener Prozess kein völlig neues Szenario. In der Vergangenheit musste der Verein bereits mehrfach nach Trainerentlassungen vor Gericht nachzahlen. Ein Beispiel reicht bis in die frühen neunziger Jahre zurück.

Damals erhielt der frühere Trainer Roland Koch, der später im Trainerteam von Christoph Daum arbeitete, eine Entschädigung nach einer juristischen Auseinandersetzung mit dem Klub. Auch im Jahr 2021 kam es nach der Entlassung von Trainer Marco Grote zu einer Einigung vor Gericht.

Entscheidung mit Signalwirkung

Im aktuellen Fall könnte vor allem ein Punkt entscheidend sein. Nachdem das DFB-Sportgericht den ursprünglichen Vorwurf der Spielmanipulation aufgehoben hat, erscheint die Grundlage für eine fristlose Kündigung deutlich schwächer. Sollte das Arbeitsgericht dieser Argumentation folgen, könnte der Tabellenführer der 3. Liga zu einer erheblichen Zahlung verpflichtet werden.

Während der Verein sportlich vom Aufstieg träumt, entscheidet sich nun im Gerichtssaal, ob eine alte Personalentscheidung noch einmal teuer werden könnte.

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