Ein nicht gegebenes Tor sorgt weiter für Wirbel in der Fußballwelt. Tage nach der umstrittenen Szene in Cottbus flammt die Debatte erneut auf, befeuert von einem, der für klare Worte bekannt ist. Mario Basler nimmt kein Blatt vor den Mund und stellt die Arbeit des Schiedsrichter-Gespanns öffentlich infrage.
Basler geht auf Konfrontation
Mario Basler meldete sich in seinem Podcast „Basler ballert“ mit deutlichen Worten zu Wort. Der frühere Nationalspieler zeigte sich fassungslos über die Entscheidung, ein klares Tor nicht anzuerkennen. Für ihn sei die Szene beispiellos gewesen, „so etwas habe ich noch nie erlebt“, betonte er hörbar aufgebracht.
Was den 57-Jährigen besonders erzürnt, ist die Tatsache, dass weder der Unparteiische noch sein Assistent eingriffen, obwohl der Ball nach übereinstimmender Wahrnehmung vieler Beobachter hinter der Linie war. Für Basler ist das nicht einfach ein Fehler, sondern ein Versagen auf ganzer Linie. Von einer „absoluten Frechheit“ sprach er mit Blick auf das gesamte Gespann.
Kritik an Spielleitung und Konsequenzen
Zusätzlich zur strittigen Szene störte Basler der Umgang mit den unmittelbaren Protesten. Kaum war die Situation abgepfiffen, folgten mehrere Verwarnungen, ehe die Partie beendet wurde. Für den Ex-Profi ein weiteres Indiz, dass hier nicht souverän agiert wurde. Seine Forderung geht deutlich über bloße Kritik hinaus.
Basler plädiert dafür, Schiedsrichter bei gravierenden Fehlleistungen zeitweise aus dem Verkehr zu ziehen. „Du musst diesen Schiedsrichter auch mal sperren“, sagte er und zog einen Vergleich zu Trainern, die Spieler nach schwachen Auftritten aus der Mannschaft nehmen. Eine mehrwöchige Pause für das verantwortliche Team hält er für angemessen.
Mit einem Seitenhieb formulierte er es noch drastischer und fordert, den Schiedsrichter rauszuziehen, „der soll in den Urlaub fahren oder Schnee schippen.“ Für manche Unparteiische wäre es womöglich besser, so Basler weiter, über ihre Berufswahl nachzudenken.
Wollitz mahnt zur Differenzierung
Während die Emotionen hochkochten, bewahrte Cottbus-Trainer Pele Wollitz die Ruhe. Er geleitete die Schiedsrichter nach Abpfiff in die Kabine, um sie vor aufgebrachten Reaktionen zu schützen. Nach dem Spiel schlug er deutlich moderatere Töne an. Die Referees hätten es aktuell besonders schwer, erklärte Wollitz.
Durch die ständigen Diskussionen und die öffentliche Kritik seien viele verunsichert. Wörtlich sagte er, dass die Unparteiischen mittlerweile den „schwersten Job durch die ganzen Diskussionen“ haben. Zudem fehle es aus seiner Sicht an Rückhalt, der ein selbstbewusstes Auftreten erleichtern würde. Basler, der mit Wollitz seit Jahren befreundet ist, widerspricht dieser Einschätzung entschieden. Für ihn steht die Leistung im Vordergrund, nicht das Umfeld.
Mögliche Folgen im Aufstiegsrennen
Sportlich könnte die Szene noch Gewicht bekommen. Im engen Rennen um den Sprung in die 2. Bundesliga zählt jeder Punkt. Sollte am Ende ein minimaler Rückstand stehen, wird man sich in Cottbus womöglich an diesen Nachmittag erinnern. Solche Entscheidungen prägen Spielzeiten. Sie beeinflussen Tabellen, Emotionen und nicht selten ganze Karrieren. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie sensibel das Gleichgewicht zwischen sportlicher Fairness und menschlicher Fehlbarkeit ist.
Die Diskussion dürfte damit kaum beendet sein. Zwischen Forderungen nach härteren Konsequenzen und Appellen zu mehr Verständnis bewegt sich eine Debatte, die den deutschen Fußball noch länger begleiten könnte.
