Donnerstag, Februar 26, 2026
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Paula macht Druck: Kapitän Verlaat muss um seinen Platz kämpfen

Beim TSV 1860 ist die Kapitänsbinde zurück auf dem Platz, doch in der Defensive hat sich in Verlaats Abwesenheit eine neue Ordnung gebildet. Max Reinthaler und Raphael Schifferl haben die Lücke nicht nur geschlossen, sie haben sie mit Leistung gefüllt. Und plötzlich steht eine Frage im Raum, die vor einigen Monaten kaum jemand gestellt hätte: Wo passt Jesper Verlaat jetzt hinein?

Ein Comeback mit besonderer Note

Ausgerechnet gegen Hansa Rostock tauchte Jesper Verlaat nach langer Pause wieder im Spieltagskader auf, ein Gegner, der für ihn mehr als nur ein gewöhnlicher Name ist. Dort hatte er sich im Herbst eine Muskelverletzung zugezogen, die ihn wesentlich länger außer Gefecht setzte, als es sich ein Führungsspieler wünschen würde. Ein Rückschlag in der Vorbereitung bremste ihn zusätzlich, bis sein Weg zurück schließlich wieder über Rostock führte, diesmal in einem Spiel, das 1860 knapp für sich entschied. Ein Kreis schloss sich, allerdings eher unfreiwillig.

Reinthaler und Schifferl nutzen ihre Chance

Während Verlaat ausfiel, musste 1860 Lösungen finden und bekam sie. Reinthaler und Schifferl wurden zu den Gesichtern einer Abwehr, die zuletzt erstaunlich stabil wirkte. Zusammen mit Siemen Voet bildete sich ein Trio, an dem Gegner sich wiederholt die Zähne ausbissen. Die jüngsten Auftritte, darunter ein überzeugender Heimsieg gegen Rostock und ein deutliches Auswärtsspiel in Havelse, wirkten wie eine Bestätigung: Dieses Gebilde hält. Für Verlaat bedeutet das: Er kommt nicht in ein Vakuum zurück, sondern in eine funktionierende Struktur.

Paula sendet ein unmissverständliches Signal

Geschäftsführer Manfred Paula wählte in seinen Aussagen eine Sprache, die im Profifußball selten wirklich überrascht, in diesem Fall aber dennoch Gewicht hat. Er hob ausdrücklich jene hervor, die in die Bresche gesprungen sind, und machte dabei klar, wie sehr ihn die Stabilität der letzten Linie überzeugt hat. Über Reinthaler und Schifferl sagte er gegenüber der „AZ„, sie erledigten ihre Aufgaben „sehr gut“, ein Lob, das in dieser Deutlichkeit kaum zufällig fällt. Damit war auch die Richtung vorgegeben: Verdienste allein reichen nicht, wenn andere gerade liefern.

Leistungsprinzip statt Bonuspunkte für den Kapitän

Paula ließ keinen Zweifel daran, dass Rückkehrer sich hinten anstellen können, unabhängig vom Status. Jesper Verlaat, zuletzt wieder dabei, müsse sich seinen Platz „wieder erspielen“. Die Entscheidung liegt beim Trainer, aber die Botschaft ist eindeutig: Wer spielt, entscheidet sich über Leistung, nicht über Hierarchie. Das ist die harte Logik nach langen Ausfallzeiten. Ein Profi braucht Rhythmus, Sicherheit, Spielpraxis. Und genau die haben Reinthaler und Schifferl in den vergangenen Wochen gesammelt, während Verlaat erst wieder an den Anschluss heranarbeitet.

Kauczinskis Luxusproblem und Verlaats Geduldsprobe

Für Trainer Markus Kauczinski ist die Situation ein Geschenk und zugleich eine heikle Personalfrage. Er hat in Reinthaler einen verlässlichen Innenverteidiger, den er zudem aus einer früheren Station kennt. Und Schifferl wirkt wie ein Spieler, der sich gerade in einen Lauf verteidigt hat, aggressiv, konsequent, mit Aktionen, die Fans sichtbar mitreißen. Wenn zusätzlich perspektivisch auch Sean Dulic wieder näher an den Kader rückt, wird es in der Zentrale nicht luftiger, sondern enger.

Für Verlaat heißt das: Der Weg zurück führt nicht automatisch in die Startelf, sondern über Training, Geduld und den Moment, in dem der Trainer ihn wieder als beste Option sieht.

1860 wittert Rückenwind für den Saison-Endspurt

Paula blickt trotz aller Personaldebatten mit Zuversicht auf die kommenden Wochen. „Ich bin jedenfalls zuversichtlich, weil wir viele gute Spieler in unseren Reihen haben und der Trainer nach und nach wieder zusätzliche Optionen zur Verfügung hat“, so Paula weiter gegenüber der „AZ“,  Auch aus dem Nachwuchs sei Substanz nachgerückt, die dem Team zusätzliche Qualität geben könne. Am Ende läuft es, wie so oft, auf den Standardsatz hinaus, der diesmal spürbar ernst gemeint ist: Von Spiel zu Spiel wird neu entschieden, wer gerade die beste Lösung ist.

Und genau das macht Verlaats Rückkehr zur spannendsten Personalie in Sechzigs Abwehr. Am Ende wird nicht entscheidend sein, wer die Binde trägt, sondern wer in den entscheidenden Wochen am stabilsten steht, und wer den Aufstiegstraum mit Fehlerlosigkeit und Präsenz untermauert.

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