Schon vor dem Anpfiff war klar, dass diese Partie unter besonderer Beobachtung stehen würde: Hansa Rostock gegen Rot-Weiss Essen galt als Risikospiel. Auf den Rängen blieb es dann erstaunlich kontrolliert, doch rund um das Ostseestadion und auf der Anreise kam es dennoch zu mehreren Zwischenfällen, bei denen Pyrotechnik und sogar Waffen eine Rolle spielten.
Sicherheitsbehörden mit Fokus auf die Anreise
Polizei und DFB hatten die Begegnung in der 3. Liga im Vorfeld als besonders sensibel eingestuft. Entsprechend früh setzte die Einsatzplanung an, vor allem entlang der Reiserouten der Gästefans. Bei einer Kontrolle am Bahnhof Bad Kleinen nahm die Bundespolizei eine Gruppe ins Visier, die während der Bahnfahrt auffällig geworden war und nach Einschätzung der Beamten dem Essener Fanumfeld zuzuordnen ist.
Pyrotechnik und „Schutzbewaffnung“ bei Essener Gruppe gefunden
Bei der Überprüfung der zehn Personen stellten die Einsatzkräfte laut gemeinsamer Mitteilung Pyrotechnik sicher, außerdem sogenannte Schutzbewaffnung. Für die Gruppe war die Fahrt nach Rostock damit beendet, sie durfte nicht weiterreisen und wurde in Richtung Lübeck begleitet.
Haftbefehl gegen 39-Jährigen vollstreckt
Für einen Mann aus der Gruppe hatte die Kontrolle zusätzliche Folgen: Gegen den 39-jährigen Deutschen lag ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Dortmund vor. Die Beamten vollstreckten ihn noch im Zuge der Maßnahme.
Rund 1000 Gästefans, insgesamt kaum Störungen
Trotz des Fundes blieb die Gesamtlage bei der Anreise nach Darstellung der Behörden vergleichsweise entspannt. Etwa 1000 Gästefans machten sich auf den Weg nach Rostock, größere Zwischenfälle wurden dabei zunächst nicht registriert.
Böller vor dem Spiel, Ermittlungen im Hansaviertel
Ganz ohne Knall blieb der Tag allerdings nicht. Noch vor dem Anpfiff griff die Landespolizei im Rostocker Hansaviertel ein: In der Maßmannstraße wurde ein 21-jähriger Deutscher erwischt, der Pyrotechnik gezündet haben soll. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.
Im Stadion ruhig, die Erinnerung an Gransee blieb präsent
Während im Ostseestadion über 24.000 Zuschauer das Spiel verfolgten, blieb es nach Polizeiangaben weitgehend ruhig. Dass die Partie dennoch als Risikospiel galt, hatte auch mit den Ereignissen aus dem Vorjahr zu tun: Damals war im brandenburgischen Gransee ein Sonderzug mit Essener Fans angegriffen worden, die Situation war eskaliert.
Pyro-Explosion nach Abpfiff beschädigt Auto
Nach dem Spiel rückte Pyrotechnik erneut in den Fokus. In der Braunschweiger Straße zündete eine zunächst unbekannte Person einen pyrotechnischen Gegenstand, die Explosion beschädigte die Scheibe eines vorbeifahrenden Fahrzeugs. Ermittlungen wegen Sachbeschädigung sowie wegen eines möglichen Sprengstoffdelikts wurden aufgenommen.
Widerstand und Beleidigungen am Hauptbahnhof
Auch am Rostocker Hauptbahnhof blieb es nicht komplett konfliktfrei. Dort gerieten drei Hansa-Anhänger mit Bundespolizisten an, leisteten Widerstand und sollen die Einsatzkräfte beleidigt haben. In diesen Fällen wurden ebenfalls Strafverfahren eingeleitet.
Ein Nachmittag zwischen Kontrolle und einzelnen Ausreißern
Unterm Strich blieb das, was viele vorab befürchtet hatten, weitgehend aus. Dennoch zeigen die Funde auf der Anreise und die Vorfälle rund um Pyrotechnik, wie schnell ein Fußballsamstag kippen kann, selbst wenn es im Stadion lange ruhig wirkt.
