Start Vereine 1.FC Saarbrücken FCS-Logos auf Schildern und Kästen: Kommunen schlagen Alarm

FCS-Logos auf Schildern und Kästen: Kommunen schlagen Alarm

Blau und Schwarz statt neutralem Stadtbild: Im Saarland häufen sich Klagen über beschmierte Schilder, Kästen und Fassaden mit Symbolen des 1. FC Saarbrücken. Besonders Kommunen schlagen Alarm, weil die Reinigung und der Austausch beschädigter Infrastruktur teuer werden. Während der Verein selbst bislang schweigt, wächst vor Ort der Ärger über die zunehmenden Aktionen.

Städte melden steigende Fälle

In mehreren Orten im Saarland berichten Bürgerinnen und Bürger von nächtlichen Schmierereien, die klar dem Umfeld des 1. FC Saarbrücken zugeordnet werden. Immer wieder tauchen Vereinsfarben und Logos auf Stromkästen, Telefonverteilerkästen oder Verkehrsschildern auf, wie aus einem aktuellen Bericht des „SR“ hervorgeht.

Ein besonders auffälliges Beispiel liefert laut einem Bericht wohl der Ortsteil Wustweiler: Dort präsentierte sich eine zentrale Straße plötzlich nahezu vollständig in Blau und Schwarz. Zahlreiche Versorgungsanlagen waren mit Emblemen versehen, teils ergänzt durch Kennzeichen einzelner Fanclubs. Für Anwohner ein ungewohntes Bild, für die Verantwortlichen ein Ärgernis.

Wenn Verkehrsschilder ersetzt werden müssen

Deutlich spürbar sind die Folgen in Bexbach. Bürgermeister Christian Prech schlägt Alarm, weil regelmäßig Verkehrsschilder beschädigt oder unkenntlich gemacht werden. Nach Angaben aus dem Rathaus müssen Woche für Woche mehrere Schilder ersetzt werden, da eine Reinigung oft nicht mehr möglich ist.

Jedes einzelne Exemplar verursacht dabei Kosten im Bereich mehrerer hundert Euro. Hochgerechnet auf Monate ergibt sich eine erhebliche Belastung für den kommunalen Haushalt. Der Bürgermeister wandte sich deshalb bereits zum Jahresende schriftlich an den Verein. Sein Appell: Die Fans sollten sich bewusst machen, dass solche Aktionen letztlich zulasten der Allgemeinheit gehen und Steuergelder binden, die an anderer Stelle dringend benötigt würden.

Polizei ohne gesonderte Statistik

Auch aus anderen Teilen des Landes erreichen Polizei und Medien vermehrt Hinweise auf ähnliche Vorfälle. Eine genaue Zuordnung bleibt jedoch schwierig. Die Behörden führen keine spezielle Statistik darüber, ob und in welchem Umfang die Schmierereien eindeutig Anhängern des Vereins zuzuschreiben sind.

Rechtlich ist die Lage klar: Unabhängig von Motiv oder Vereinsbezug handelt es sich um Sachbeschädigung. Wer öffentliche Einrichtungen bemalt oder mit Aufklebern versieht, begeht eine Straftat.

Unterschiedliche Reaktionen der Betroffenen

Während Kommunen den Schaden beseitigen müssen, reagieren private Unternehmen teils zurückhaltender. Telekommunikationsanbieter etwa haben nach Angaben aus Bexbach ihre Bemühungen, bemalte Telefonkästen regelmäßig zu reinigen, weitgehend eingestellt. Ein städtischer Vorschlag, die Kästen mit spezieller Schutzfarbe zu versehen, wurde nicht angenommen.

Am Ende bleibt ein Spannungsfeld zwischen leidenschaftlicher Fankultur und dem Schutz öffentlichen Eigentums. Die Identifikation mit dem Club ist im Saarland groß, doch sie stößt dort an Grenzen, wo gemeinschaftlich finanzierte Infrastruktur beschädigt wird. Wie sich Verein, Anhänger und Kommunen künftig positionieren, dürfte entscheidend dafür sein, ob sich das Stadtbild wieder beruhigt oder weiter in Vereinsfarben taucht.

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