Beim TSV 1860 München steht ein Personalthema weiter im Raum: Christian Werner, einst als Hoffnungsträger geholt, ist seit Monaten freigestellt, aber weiterhin vertraglich gebunden. Nun verdichten sich Hinweise, dass sich für den früheren Geschäftsführer eine neue Option auftun könnte. Und die hätte auch finanzielle Folgen für die Löwen.
Neue Spur führt nach Ulm
Beim Drittligisten SSV Ulm 1846 wird offenbar intensiv über eine Neubesetzung im sportlichen Bereich nachgedacht. In diesem Zusammenhang taucht der Name Christian Werner zunehmend konkreter auf. Der frühere Münchner Funktionär gilt laut Berichten als aussichtsreicher Kandidat für die Rolle des Sportchefs.
Die Herausforderung wäre beträchtlich: Ulm steckt tief im Abstiegskampf und benötigt dringend strukturelle Stabilität. Intern scheint man sich deshalb nach einer erfahrenen Führungskraft umzusehen, die kurzfristig Impulse setzen kann.
Schweigen zu den Gerüchten
Werner selbst hält sich bedeckt. Auf entsprechende Nachfragen der „AZ“ reagierte er bislang ausweichend und verzichtete auf eine öffentliche Einordnung der Spekulationen. Dieses Verhalten passt ins Bild der vergangenen Monate, in denen er konsequent keine Stellung zu möglichen neuen Aufgaben abgegeben hat.
Auch Essen war ein Thema
Zwischenzeitlich wurde der 44-Jährige auch mit Rot-Weiss Essen in Verbindung gebracht. Dort geht es sportlich in eine andere Richtung: Der Traditionsklub spielt im oberen Tabellendrittel mit und schielt auf den Aufstieg. Konkreter wurden diese Gedankenspiele bislang jedoch nicht.
Offenes Kapitel bei 1860
Beim TSV 1860 München bleibt die Personalie Werner unterdessen ein wirtschaftlicher Faktor. Der ehemalige Geschäftsführer Sport war einst im Winter als Teil eines personellen Neustarts verpflichtet worden und übernahm später sogar die alleinige Verantwortung in der Führungsetage.
Nach einem sportlich enttäuschenden Verlauf kam es jedoch zur Trennung auf Zeit: Werner wurde gemeinsam mit Trainer Patrick Glöckner freigestellt. Seitdem läuft sein Vertrag im Hintergrund weiter.
Finanzielle Perspektive für die Löwen
Genau hier liegt die Brisanz: Solange Werner keinen neuen Arbeitgeber hat, bleibt er auf der Gehaltsliste der Münchner. Ein Engagement in Ulm oder anderswo könnte den Klub also finanziell entlasten.
In den vergangenen Wochen hat sich gezeigt, dass solche Konstellationen im Profifußball keine Seltenheit sind. Verträge laufen weiter, obwohl die handelnden Personen längst keine operative Rolle mehr spielen. Für die Vereine bedeutet das zusätzliche Kosten, die sich nur durch externe Lösungen reduzieren lassen.
Entscheidung könnte zeitnah fallen
Ob sich die Spur nach Ulm konkretisiert, dürfte sich in absehbarer Zeit zeigen. Klar ist: Für alle Beteiligten hätte ein Wechsel Signalwirkung. Ulm bekäme womöglich frische Führung, Werner eine neue Aufgabe und 1860 könnte ein offenes Kapitel zumindest wirtschaftlich schließen.
Am Ende bleibt die Situation ein Beispiel dafür, wie eng sportliche Entscheidungen und wirtschaftliche Folgen im Profifußball miteinander verknüpft sind.
