Fortuna Düsseldorf steht vor einem sportlichen Neuanfang mit ungewisser Zukunft. Nach der deutlichen Niederlage in Fürth (0:3) ist der Traditionsverein erstmals seit vielen Jahren in die 3. Liga abgestürzt. Die Enttäuschung rund um den Klub sitzt tief, Verantwortliche und Spieler wirkten nach dem Schlusspfiff gleichermaßen fassungslos.
Schockstarre nach dem Absturz
Die Bilder nach dem Abpfiff sprachen für sich. Torhüter Florian Kastenmeier kämpfte mit den Tränen und wurde als einer der wenigen Spieler von den mitgereisten Fans nicht ausgepfiffen. Der Keeper fand deutliche Worte für die enttäuschende Saison und erklärte: „Wir haben es komplett verschissen.“ Später ergänzte er, das Geschehene sei „mit nichts zu entschuldigen“.
Dabei schien Fortuna Düsseldorf vor dem direkten Duell mit Greuther Fürth noch im Vorteil zu sein. Doch schon in der Anfangsphase geriet die Mannschaft früh deutlich in Rückstand und verlor komplett den Zugriff auf die Partie. Bereits vor der Pause war die Begegnung praktisch entschieden.
Trainerwechsel ohne Wirkung
Die Saison war geprägt von Unruhe und fehlender Stabilität. Weder unter Daniel Thioune noch unter Markus Anfang oder dessen Nachfolger Alexander Ende gelang es der Mannschaft, dauerhaft konstante Leistungen abzurufen. Statt einer Wende folgte der freie Fall.
Vorstandschef Alexander Jobst sprach nach dem Abstieg von einer schonungslosen Analyse, die nun beginnen müsse. Zugleich räumte er offen ein, dass Fortuna „zu Recht abgestiegen“ sei. Besonders bitter: Am Ende fehlten nur Nuancen zum Klassenerhalt.
Früher Rückstand wird zum Desaster
In Fürth erwischte Düsseldorf einen katastrophalen Start. Ausgerechnet Ex-Fortune Felix Klaus brachte die Gastgeber früh auf Kurs und stellte mit zwei schnellen Treffern die Weichen. Noch vor der Pause erhöhte Noel Futkeu auf 3:0. Fortuna fand darauf kaum noch Antworten. Die Mannschaft wirkte verunsichert und konnte den drohenden Absturz nicht mehr verhindern. Auch sportlich Verantwortliche zeigten sich nach der Partie ernüchtert.
Mislintat sieht tieferliegende Probleme
Sportvorstand Sven Mislintat sprach nicht nur von einem schlechten Spiel, sondern von den Folgen einer längeren Entwicklung innerhalb des Vereins. Der frühere Funktionär von Borussia Dortmund und Ajax Amsterdam deutete an, dass die Probleme tiefer reichen als nur eine missratene Saison. Vor allem die erste Halbzeit in Fürth kritisierte er deutlich. Dort habe aus seiner Sicht „nichts gestimmt“.
Harte Zeiten für den Traditionsverein
Mit dem Gang in die 3. Liga beginnt für Fortuna Düsseldorf nun eine Phase voller Unsicherheit. Neben sportlichen Rückschlägen dürften auch wirtschaftliche Einschnitte auf den Klub zukommen. Statt großer Traditionsduelle warten künftig deutlich kleinere Bühnen. Wie schnell der Wiederaufstieg gelingen kann, bleibt offen. Klar ist allerdings schon jetzt: Der Absturz markiert einen der schwierigsten Momente der jüngeren Vereinsgeschichte.
