Mit Shinta Appelkamp verliert Fortuna Düsseldorf nicht nur einen langjährigen Profi, sondern auch ein Gesicht aus dem eigenen Nachwuchs. Der offensive Mittelfeldspieler hat seinen Abschied bestätigt und dabei spürbar gemacht, wie schwer ihm dieser Schritt fällt. Nach dem bitteren Ende einer Saison, die mit dem Absturz in die 3. Liga endete, wird der 25-Jährige den Klub zum 30. Juni verlassen.
Ein Abschied mit viel Schmerz und noch mehr Verbundenheit
Fortuna Düsseldorf verliert mit Shinta Appelkamp nicht nur einen offensiven Mittelfeldspieler, sondern auch ein Eigengewächs, das den Weg durch den eigenen Nachwuchs bis in den Profibereich gegangen ist. Dass dieser Abschied für ihn kein gewöhnlicher ist, machte er selbst unmissverständlich klar. Es fühle sich, so schrieb er, „komisch an“, diese Zeilen überhaupt formulieren zu müssen. Gerade für einen Spieler, der seit Jugendtagen mit dem Klub verbunden ist, habe sich dieser Schritt nicht leicht angefühlt.
Appelkamp erinnerte daran, dass er bereits mit 15 Jahren nach Düsseldorf gekommen war, damals mit dem Ziel, sich bis ganz nach oben zu arbeiten. Diesen Traum habe er sich erfüllt. Heute könne er „voller Dankbarkeit“ und mit „vollem Stolz“ auf seine Zeit bei Fortuna blicken.
Vom Nachwuchsspieler zum vertrauten Gesicht
2015 wechselte der in Tokio geborene Offensivspieler aus der Jugend von Mitsubishi Yowa nach Düsseldorf. Im Nachwuchsleistungszentrum reifte er zu einem Spieler, der später auch bei den Profis eine feste Rolle einnehmen sollte. Sein Debüt in der 2. Bundesliga gab Appelkamp im September 2020 mit 19 Jahren. Seitdem kamen 169 Pflichtspiele zusammen. 23 Tore und 35 Vorlagen unterstreichen, welchen offensiven Wert er für den Klub hatte. Dazu kommt ein Karrierehöhepunkt außerhalb Düsseldorfs: 2021 gewann er mit der deutschen U21-Nationalmannschaft die Europameisterschaft. Seinen höchsten Marktwert erreichte er im Oktober 2023 mit 3 Millionen Euro, aktuell liegt er bei 1,5 Millionen Euro.
Der Abstieg sitzt tief
Besonders eindringlich wurde Appelkamp dort, wo es um die enttäuschende vergangene Saison ging. Sein Post war keine routinierte Verabschiedung, sondern auch eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem Scheitern der Mannschaft. Die Fans hätten die Drittklassigkeit „nicht verdient“, schrieb er. Sie hätten den Verein überall begleitet und „alles gegeben“. Dass der ersehnte Umschwung ausgeblieben ist, nimmt er sichtbar mit. Er habe es gemeinsam mit der Mannschaft nicht geschafft, „den Turnaround zu schaffen“.
Es war einer der Sätze, die am stärksten hängen bleiben, auch weil Appelkamp direkt die Verantwortung nicht von sich schob. „Dafür entschuldige ich mich“, ließ er seine Anhänger wissen. Noch deutlicher wurde er mit einem kurzen, ehrlichen Nachsatz: „Glaubt mir, es tut immer noch weh.“
Dankbarkeit statt Distanz
Trotz der Enttäuschung dominierte in seinem Abschied nicht die Bitterkeit, sondern die enge Bindung an den Verein. Fortuna Düsseldorf habe ihn zu dem Spieler und Menschen gemacht, der er heute sei, schrieb Appelkamp. Sein Dank richtete sich an Trainer, Mitspieler, Verantwortliche und Mitarbeiter, besonders aber an die Menschen im NLZ, die ihn seit der U16 begleitet haben. Auch die Fans rückte er noch einmal in den Mittelpunkt. Er danke ihnen „aus tiefstem Herzen“ für ihre „unendliche Unterstützung“, schrieb der 25-Jährige. Gerade diese Formulierungen verleihen dem Abschied Gewicht, weil sie nicht wie Pflichtsätze wirken, sondern wie ein sehr persönlicher Rückblick auf eine prägende Zeit.
Wohin der Weg jetzt führt, ist offen
Noch steht nicht fest, bei welchem Klub Appelkamp seine Laufbahn fortsetzen wird. Klar ist nur, dass sein Vertrag am 30. Juni endet und sich die Wege danach trennen. Für Fortuna bedeutet das den Verlust eines Spielers, der sportlich verlässlich war und zugleich ein Stück Vereinsidentität verkörperte. Zum Schluss verband Appelkamp seinen Abschied noch mit einer Botschaft an den Klub. Fortuna werde wieder „aufstehen“, zeigte er sich überzeugt. Der Verein gehöre nicht in die 3. Liga. Auch dieser Satz passt zu einem Abgang, der nicht kühl und sachlich ausfällt, sondern geprägt ist von Nähe, Schmerz und echter Verbundenheit.
In Düsseldorf endet damit ein Kapitel, das lange gewachsen ist. Appelkamp geht als Spieler, der sich nie nur als Durchreisender verstand. Genau deshalb klingen seine Worte nach und genau deshalb dürfte dieser Abschied beim Verein noch eine Weile spürbar bleiben.
