Hansa Rostock plant Kaderreduzierung: Vier Profis vor dem Abschied

Foto: Lars Zimmermann

Beim Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock stehen im Winter personelle Veränderungen an. Der aktuell 32 Spieler umfassende Profikader gilt als zu groß, weshalb die Verantwortlichen gezielt ausdünnen wollen. Im Fokus stehen dabei zwei Innenverteidiger sowie zwei Stürmer. Sportdirektor Amir Shapourzadeh erläutert die Hintergründe und die sportlichen Überlegungen, mit Blick auf Konkurrenzkampf, Verletzungspech und Entwicklungsperspektiven in der dritten Liga.

Vier Spieler sollen den Kader verlassen

Konkret betrifft die geplante Kaderverkleinerung die Innenverteidiger Dario Gebuhr und Dominik Lanius sowie die Angreifer Tim Krohn und Albin Berisha. „Wir wollen den Kader verkleinern und sind proaktiv auf die Jungs zugegangen, die es schwieriger haben.“ Die Spieler sind bereits über ihre Situation informiert, aber man möchte noch keine „Wasserstandsmeldungen abgeben“, so Amir Shapourzadeh, Sportdirektor des FC Hansa gegenüber dem „Nordkurier„.

Die Vereinsführung ist laut Shapourzadeh frühzeitig auf die betroffenen Profis zugegangen und hat offen kommuniziert, dass ihre Einsatzchancen aktuell begrenzt sind. Zwar gebe es bereits konkrete Anfragen und Gespräche, schnelle Entscheidungen seien jedoch nicht zu erwarten. Erfahrungsgemäß nehme der Transfermarkt erst richtig Fahrt auf, sobald der Spielbetrieb wieder läuft. Bis zum Ende der Wechselperiode zeigt sich Hansa jedoch zuversichtlich, den Kader wie geplant verkleinern zu können.

Innenverteidigung: Verletzungspech und hohe Konkurrenz

Besonders in der Defensive ist die Situation für Gebuhr und Lanius schwierig. Beide wurden in den vergangenen Monaten immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. Gebuhr kam in der laufenden Saison lediglich auf zwei Kurzeinsätze mit insgesamt drei Minuten, Lanius wartet sogar noch auf sein Drittliga-Debüt. Hinzu kommt der enorme Konkurrenzkampf: Etablierte Innenverteidiger wie Ahmet Gürleyen, Florian Carstens und Kapitän Frank Pfanne sind fest eingeplant, während auch Lucas Wallner und Leon Reichardt in der Hierarchie vor dem Duo stehen.

Erschwerend wirkte sich zudem die Systemumstellung von einer Dreier- auf eine Viererkette aus, durch die eine Position im Abwehrzentrum wegfiel. Für junge Spieler, die auf regelmäßige Einsätze angewiesen sind, ist diese Konstellation besonders bitter.

Sturm: Leihe für Krohn, klare Lage bei Berisha

Im Angriff unterscheiden sich die Perspektiven deutlich. Nachwuchsstürmer Krohn soll verliehen werden, um auf gutem Niveau kontinuierlich Spielpraxis zu sammeln. Der 20-Jährige bringt trotz seines jungen Alters bereits Erfahrung aus 29 Drittliga-Partien mit, in denen ihm zwei Treffer gelangen. Aus Sicht des Vereins wäre ein Leihwechsel der nächste logische Schritt in seiner Entwicklung.

Anders stellt sich die Lage bei Berisha dar. Der Stürmer ist aussortiert und kam bislang zu keinem Einsatz. Zwar besitzt er noch einen Vertrag über anderthalb Jahre, den der Klub respektiert, doch sportlich liegt die Entscheidung nun beim Spieler selbst. „Ich habe da meine persönliche Meinung, habe als Spieler anders getickt und wollte immer spielen“, so Shapourzadeh.

Einordnung: Hansa Rostock und die Liga3

Hansa Rostock zählt in der aktuellen Liga3-Saison weiterhin zu den ambitionierten Klubs. Die Kaderverkleinerung soll dabei helfen, klare Rollen zu definieren und die Trainings- sowie Spielqualität hochzuhalten. Die Wintertransferphase könnte somit ein wichtiger Baustein werden, um die Weichen für den weiteren Saisonverlauf zu stellen.

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