Start Vereine Erzgebirge Aue Aue zieht die Reißleine und trennt sich von Jens Härtel

Aue zieht die Reißleine und trennt sich von Jens Härtel

Beim FC Erzgebirge Aue ist die Geduld nach einem misslungenen Start ins neue Jahr aufgebraucht. Drei Niederlagen in Serie, wachsende Unruhe im Umfeld und eine sportlich bedrohliche Lage führten am Sonnabend zur Trennung vom Cheftrainer. Der Verein zog damit eine frühe, aber folgenschwere Konsequenz.

Schnitt nach schwachem Jahresbeginn

Der FC Erzgebirge Aue hat sich mit sofortiger Wirkung von Jens Härtel getrennt. Am Vormittag des Sonnabends wurde der 56-Jährige in einem persönlichen Gespräch über das Ende seiner Tätigkeit informiert. Die sportliche Leitung reagierte damit auf einen Fehlstart ins Jahr 2026, der den Verein weiter in die untere Tabellenregion rutschen ließ.

Übergangsweise liegt die Verantwortung nun bei den bisherigen Assistenten Adam Susac und Lars Fuchs, die die Mannschaft kurzfristig übernehmen sollen.

Vereinsführung sieht Handlungsbedarf

Aus Sicht der Vereinsgremien ließ sich die Entwicklung zuletzt nicht mehr beschönigen. Präsident Thomas Schlesinger sprach von einem alarmierenden Gesamtbild. Die sportliche Bilanz, die Tabellenlage und eine hohe Fehleranfälligkeit auf dem Platz hätten deutlich gemacht, dass ein Richtungswechsel notwendig sei. Gleichzeitig betonte er, man habe die Zusammenarbeit mit Härtel stets von Respekt und Anerkennung begleitet und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.

Die Entscheidung wurde gemeinsam von Vorstand, Aufsichtsrat und Geschäftsführung getragen. Auch Sportgeschäftsführer Michael Tarnat machte deutlich, dass ihm dieser Schritt nicht leichtgefallen sei. Härtel habe äußerst engagiert gearbeitet, den Gegner akribisch analysiert und fachlich überzeugt. Dennoch gelte im Profifußball am Ende eine einfache Regel: Ergebnisse seien entscheidend, insbesondere wenn es um die Entwicklung des gesamten Vereins gehe.

Bilanz blieb hinter den Erwartungen

Seit seinem Amtsantritt zu Beginn des vergangenen Jahres sammelte Härtel mit Aue etwas mehr als vierzig Punkte aus über vierzig Pflichtspielen. Phasen der Stabilisierung wechselten sich mit Rückschlägen ab, eine nachhaltige Trendwende blieb jedoch aus. Spätestens nach den jüngsten Niederlagen wuchs der Druck spürbar, sowohl intern als auch im Umfeld des Traditionsvereins.

Am Sonnabend verabschiedete sich Härtel persönlich von der Mannschaft. Er zeigte sich selbstkritisch und räumte ein, dass die sportlichen Argumente fehlten. „Ich bin sehr enttäuscht, vor allem von mir selbst“, sagte er und ergänzte, dass im Fußball letztlich nur Resultate zählen. Dem Team und dem sogenannten Kumpelverein wünschte er für die kommenden Aufgaben vor allem den Klassenerhalt.

Übergangsphase mit offenem Ausgang

Für Erzgebirge Aue beginnt nun eine sensible Phase. Die Interimsverantwortlichen stehen vor der Aufgabe, kurzfristig Stabilität zu schaffen und neues Vertrauen in die Mannschaft zu bringen. Wie schnell der Verein eine dauerhafte Lösung auf der Trainerposition findet, bleibt offen. Klar ist nur: Die kommenden Wochen werden richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Saison.

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