Vier Spiele ohne Niederlage, zuletzt ein überzeugender Auftritt in Ulm, und plötzlich wirkt der Tabellenkeller nicht mehr ganz so bedrohlich. Bei Alemannia Aachen ist spürbar, dass sich etwas verändert hat. Die Mannschaft tritt geschlossener auf, zielstrebiger, selbstbewusster. Und sie spricht inzwischen auch so.
Früher Treffer, klare Kontrolle
Der Auswärtssieg beim SSV Ulm 1846 war kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck einer Entwicklung, die sich in den vergangenen Wochen angedeutet hatte. Aachen agierte wach, kompakt und vor allem effizient. In der ersten Hälfte genügte ein entschlossener Moment, um die Partie in die gewünschte Richtung zu lenken. Die Gäste verwalteten ihren Vorsprung mit Übersicht. Hektik kam nicht auf. Stattdessen wartete Aachen geduldig auf weitere Räume.
Effizienz nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild ähnlich. Aachen verteidigte diszipliniert und schlug im richtigen Moment erneut zu. Spätestens mit dem dritten Treffer war die Partie entschieden. Ulm gelang zwar noch Ergebniskosmetik, doch am Gesamteindruck änderte das nichts mehr. Aachen hatte die Begegnung kontrolliert und verdient gewonnen.
Selbstbewusstsein statt Zurückhaltung
Auffällig war nach dem Schlusspfiff nicht nur die Erleichterung, sondern auch der Tonfall. Faton Ademi formulierte seine Überzeugung ohne Umschweife. Er ist sich sicher, „dass wir die Klasse halten. Jetzt sind wir alle angekommen. Wir haben eine unglaubliche individuelle Klasse vorne“, so der Mittelfeldmann gegenüber „MagentaSport“. Diese Worte stehen sinnbildlich für den aktuellen Stimmungswandel. Wo vor Wochen noch Unsicherheit dominierte, wächst nun das Vertrauen in die eigene Stärke.
Der Trainer mahnt zur Wachsamkeit
Auch Trainer Mersad Selimbegovic sieht Fortschritte, bleibt jedoch bewusst nüchtern. „Ich war immer sicher, vom ersten Tag an, auch in schwierigen Zeiten“, erklärte er. Gleichzeitig warnte er davor, nachzulassen. In dieser Liga könne bereits ein minimaler Leistungsabfall teuer werden. Man müsse weiter investieren, weiter arbeiten, weiter hungrig bleiben.
Diese Balance aus Überzeugung und Vorsicht prägt derzeit das Aachener Auftreten. Der Trend zeigt nach oben, doch im Tabellenkeller bleibt es eng. Der Vorsprung auf die Konkurrenz ist wertvoll, aber keineswegs beruhigend.
Nächste Prüfung am Tivoli
Mit dem kommenden Heimspiel gegen den SC Verl wartet die nächste Standortbestimmung. Der Tivoli könnte erneut zum Faktor werden, wenn es gelingt, die zuletzt gezeigte Entschlossenheit auf den Platz zu bringen. Die Mannschaft wirkt gefestigter als noch vor einigen Wochen. Sie verteidigt konzentriert, nutzt ihre Chancen konsequenter und tritt geschlossen auf. Doch in einer Liga, in der sich das Kräfteverhältnis schnell verschieben kann, bleibt jeder Punkt hart erarbeitet.
Der Optimismus in Aachen wächst. Die Überzeugung auch. Entscheidend wird sein, ob das Team den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht. Dann könnte aus der selbstbewussten Ansage am Ende Realität werden.
