Flutlicht, Druck, Perspektive: Wenn der SSV Ulm 1846 Fußball am Dienstagabend im Donaustadion auf die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim trifft, geht es um weit mehr als drei Punkte. In der entscheidenden Phase der Saison spitzt sich die Lage zu. Für beide Teams steht viel auf dem Spiel, wenn um 19 Uhr der Anpfiff ertönt.
Am 27. Spieltag der 3. Liga empfängt der SSV Ulm 1846 Fußball im heimischen Donaustadion die U23 der TSG 1899 Hoffenheim II. Die Begegnung wird am heutigen Dienstagabend live bei MagentaSport übertragen. Während Ulm im engen Tabellenkeller jeden Zähler braucht, reist Hoffenheim mit jugendlicher Unbekümmertheit an die Donau.
Hoffenheim setzt auf Mut und Überzeugung
Für Hoffenheims Trainer Stefan Kleineheismann ist die Ausgangslage klar umrissen. Seine Mannschaft kenne die Bedeutung der Partie genau, betonte er im Vorfeld. „Wir sind uns der Wichtigkeit bewusst“, erklärte er und machte deutlich, dass sein Team seiner Spielidee treu bleiben wolle. Intensität und Mut seien die Grundlagen, auf die man weiter setze. Man sei „maximal überzeugt“ vom eingeschlagenen Weg.
Mit Blick auf den Gegner erwartet Kleineheismann eine anspruchsvolle Aufgabe. Ulm, als Absteiger aus der 2. Bundesliga mit entsprechender Erfahrung ausgestattet, verfüge über viel körperliche Präsenz. Zudem stehe mit Pavel Dotchev ein routinierter Trainer an der Seitenlinie. Hoffenheim rechne mit einer intensiven Atmosphäre und viel Druck, sehe aber durchaus die Chance, mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung etwas Zählbares mitzunehmen.
Ulm unter Zugzwang
Auf Ulmer Seite ist die Lage klar: Es zählt nur der Erfolg. Trainer Pavel Dotchev ließ keinen Zweifel daran, dass sein Team in der aktuellen Situation Siege brauche. „Wir müssen auf jeden Fall Punkte holen“, sagte er mit Nachdruck. Schon beim jüngsten Auftritt in Regensburg habe man in der Schlussphase spüren können, dass seine Mannschaft mehr wollte als nur ein Remis. Eine große Möglichkeit von Lucas Röser blieb ungenutzt, sonst wäre sogar ein Auswärtssieg möglich gewesen.
Dotchev ordnet den Punktgewinn dennoch positiv ein, knüpft dessen Wert jedoch an den kommenden Auftritt. Sollte gegen Hoffenheim ein Dreier gelingen, würde das Remis im Nachhinein deutlich an Bedeutung gewinnen.
Eine Wundertüte mit Tempo
Großen Respekt zeigt der Ulmer Coach vor der Hoffenheimer Nachwuchsmannschaft. Die Spieler seien hervorragend ausgebildet und intensiv gescoutet, erklärte er. Durch den Termin unter der Woche sei zudem nicht auszuschließen, dass einzelne Profis aus dem erweiterten Kader dazustoßen könnten. Das mache den Gegner schwer berechenbar.
Dotchev spricht von einer „Wundertüte“ mit viel individueller Qualität und enormem Tempo. Besonders auffällig sei das mutige Aufbauspiel, bei dem selbst der Torhüter aktiv eingebunden werde. Das bewege sich mitunter „an der Grenze“, werde aber konsequent umgesetzt. Ulm müsse damit rechnen, phasenweise überspielt zu werden. Entscheidend sei jedoch, sich davon nicht verunsichern zu lassen.
Gleichzeitig sieht Dotchev Ansatzpunkte. Junge Spieler müssten dauerhaft beschäftigt werden, ihre Konzentration schwanke mitunter im Spielverlauf. Genau hier wolle man ansetzen, wach bleiben und selbst die Initiative suchen.
Personelle Lage angespannt
Personell bleibt die Situation bei den Ulmern herausfordernd. Mehrere Akteure fehlen weiterhin langfristig. Auch Felix Vater und Aleksandar Kahvić stehen nicht zur Verfügung. Zudem muss Lukas Mazagg nach seiner jüngsten Verwarnung pausieren. Hinter dem Einsatz von Marcel Seegert steht noch ein Fragezeichen.
Die Ausfälle zwingen Dotchev erneut zu Anpassungen, erhöhen aber zugleich die Verantwortung für jene, die auflaufen werden.
Entscheidung unter Flutlicht
Die Konstellation verspricht Spannung. Auf der einen Seite eine junge, technisch versierte Ausbildungsmannschaft ohne großen Tabellenballast. Auf der anderen ein Traditionsverein, der mit aller Macht um wichtige Punkte kämpft. Wenn am Dienstagabend im Donaustadion angepfiffen wird, treffen unterschiedliche Ansätze aufeinander, Mut gegen Erfahrung, Leichtigkeit gegen Druck. Für Ulm könnte es ein richtungsweisender Abend werden.
