Ein sicher geglaubter Sieg rutscht dem SSV Ulm in den Schlussminuten aus den Händen. Beim Tabellenletzten Schweinfurt führten die Spatzen nach einer Stunde komfortabel mit zwei Toren, ehe das Spiel plötzlich kippte. Am Ende stand eine bittere Niederlage, die den Abstiegskampf für die Ulmer dramatisch zuspitzt.
Zähe erste Hälfte ohne Durchschlagskraft
Für beide Teams ging es um viel, doch zunächst entwickelte sich eine Partie mit überschaubarem Tempo. Schweinfurt startete zwar engagiert, verpasste aber früh eine gute Gelegenheit. Kurz darauf bot sich auch Ulm eine große Chance, doch der Gästestürmer scheiterte aus kurzer Distanz am stark reagierenden Schlussmann. Danach verlor die Begegnung deutlich an Dynamik. Ulm hatte zwar mehr Ballbesitz und versuchte immer wieder, über die Flügel Lücken zu finden.
Doch im letzten Drittel fehlten Ideen und Präzision. Als sich schließlich doch klare Möglichkeiten ergaben, ließ der SSV diese ungenutzt. Zweimal tauchte ein Ulmer Offensivspieler frei vor dem Tor auf, setzte den Ball jedoch jeweils knapp neben oder über das Gehäuse. So blieb es zur Pause bei einem torlosen Zwischenstand, der den Gästen angesichts der Tabellenlage kaum weiterhalf.
Röser bringt Ulm scheinbar auf Kurs
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Ulm deutlich entschlossener. Besonders Lucas Röser übernahm Verantwortung und wurde schnell zum entscheidenden Mann auf dem Platz. Nur wenige Minuten nach Wiederbeginn nutzte der Angreifer eine präzise Hereingabe und schob aus kurzer Distanz zur Führung ein. Kurz darauf legte er nach: Nach einer Ecke kam Röser frei zum Kopfball und erhöhte auf zwei Tore Vorsprung.
Ulm schien nun alles im Griff zu haben. Schweinfurt wirkte verunsichert, während die Gäste sogar weitere Möglichkeiten hatten, das Spiel endgültig zu entscheiden.
Schweinfurt schlägt plötzlich zurück
Doch statt die Partie zu kontrollieren, ließ Ulm die Gastgeber wieder ins Spiel kommen. Eine Standardsituation brachte den Anschluss, als ein Schweinfurter Spieler am langen Pfosten frei zum Abschluss kam. Mit dem Treffer kippte die Stimmung im Stadion spürbar. Schweinfurt glaubte wieder an seine Chance, während Ulm zunehmend nervös agierte.
Wenig später folgte der nächste Rückschlag für die Gäste: Nach einem Foul im Strafraum entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter. Der Schütze blieb nervenstark und verwandelte zum Ausgleich.
Dramatisches Ende in der Nachspielzeit
Das Remis hätte Ulm im Abstiegskampf kaum geholfen, deshalb warfen die Gäste in der Schlussphase alles nach vorne. Doch statt des erhofften Siegtors fiel der Treffer auf der anderen Seite. In der Nachspielzeit segelte ein Freistoß in den Strafraum, wurde per Kopf verlängert und landete schließlich im Netz. Schweinfurt drehte damit die Partie komplett und sorgte für Jubelstürme im Stadion.
Ulm rutscht immer tiefer in den Abstiegskampf
Für Schweinfurt bedeutete der späte Sieg den ersten Erfolg unter Trainer Jermaine Jones und einen emotionalen Abend vor heimischem Publikum. Beim SSV Ulm hingegen wächst die Sorge um den Klassenerhalt. Trotz zwischenzeitlicher Zwei-Tore-Führung gingen die entscheidenden Punkte verloren. Der Rückstand auf die rettenden Plätze bleibt deutlich und könnte sich sogar noch weiter vergrößern. Die kommenden Spiele werden für die Ulmer damit endgültig zu Endspielen.
