Start Vereine Hansa Rostock Streit zwischen Hansa Rostock und Ex-Chef Wehlend geht in nächste Runde

Streit zwischen Hansa Rostock und Ex-Chef Wehlend geht in nächste Runde

Der juristische Konflikt zwischen dem FC Hansa Rostock und seinem früheren Vorstandsvorsitzenden Jürgen Wehlend zieht sich weiter hin. Statt eines Gerichtstermins Anfang März soll nun zunächst ein Vermittlungsversuch stattfinden. Damit bekommt der Streit um Kündigung und mögliche finanzielle Ansprüche eine neue Wendung.

Gericht setzt zunächst auf Vermittlung

Im Verfahren zwischen dem Drittligisten FC Hansa Rostock und seinem ehemaligen Vorstandschef Jürgen Wehlend hat das Landgericht Rostock einen neuen Zeitplan festgelegt. Der ursprünglich für Anfang März angesetzte Termin wurde auf den Frühsommer verschoben. Stattdessen soll zunächst eine Mediation stattfinden. Dabei versuchen beide Parteien unter gerichtlicher Anleitung eine einvernehmliche Lösung zu finden, ohne dass es direkt zu einer umfassenden Gerichtsverhandlung kommt. Gerichtssprecher Holger Schütt erklärte dazu, Ziel des Termins sei es, „unter gerichtlicher Anleitung einen Vergleich zu erreichen“, wie aus einem Bericht der „Ostsee-Zeitung“ hervorgeht.

Klage wegen Kündigung und Zahlungen

Der Rechtsstreit geht auf eine Klage zurück, die Wehlend gemeinsam mit seinen Anwälten im vergangenen Sommer eingereicht hatte. Das Gericht bestätigte damals, dass sich das Verfahren im Kern mit zwei Punkten beschäftigt: der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und möglichen finanziellen Ansprüchen.

Aus dem Gegenstand der Klage lässt sich ableiten, dass es zwischen beiden Seiten offenbar Differenzen über Zahlungen aus dem laufenden Vertrag gibt. Ob und in welchem Umfang der Verein seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, ist Teil der juristischen Prüfung.

Entlassung im Sommer 2025

Wehlend war Anfang Juni 2025 von seinem Posten beim FC Hansa entbunden worden. Die Entscheidung traf der damalige Aufsichtsrat unter Vorsitz von Sebastian Eggert. Zu diesem Zeitpunkt lief sein Vertrag beim Verein eigentlich noch über ein weiteres Jahr bis zum Sommer 2026. Der Schritt kam überraschend, nachdem Wehlend zuvor eine wichtige Rolle in der Vereinsführung übernommen hatte.

Übergangslösung nach Marien-Auszeit

Der gebürtige Dresdner war im Frühjahr 2024 zunächst als Übergangslösung in die Verantwortung gerückt. Auf Wunsch des Vereins übernahm er damals kommissarisch die Aufgaben von Vorstandschef Robert Marien. Marien hatte sich zu dieser Zeit beruflich zurückgezogen und eine längere Auszeit genommen, die ursprünglich mehrere Monate dauern sollte.

Nach dem Abstieg des Vereins aus der zweiten Liga entschied der Aufsichtsrat jedoch, Marien endgültig freizustellen. Wehlend führte den Klub daraufhin weiter, bis er rund ein Jahr später selbst seinen Posten räumen musste.

Entscheidung frühestens im Sommer

Ob der Konflikt letztlich vor Gericht entschieden wird oder beide Seiten sich im Rahmen der Mediation einigen können, ist derzeit offen. Sollte kein Vergleich zustande kommen, wird sich das Landgericht in der angesetzten Verhandlung im Juni ausführlich mit dem Fall beschäftigen.

Für den Verein und seinen früheren Vorstandschef bleibt damit zunächst eine Phase der juristischen Klärung, in der hinter den Kulissen nach einer Lösung gesucht wird.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein