Start Vereine 1.FC Saarbrücken Kellerkampf im Kopf: Saarbrückens Vorsprung ist kleiner als er wirkt

Kellerkampf im Kopf: Saarbrückens Vorsprung ist kleiner als er wirkt

Es gibt Unentschieden, die wie ein kleiner Schritt zum Ziel wirken. Dieses 0:0 gehörte nicht dazu. Saarbrücken kam gegen TSV 1860 München nicht über eine Nullnummer hinaus und genau deshalb fühlt sich die Tabelle im Süden des Mittelfelds plötzlich wieder gefährlich an. Denn parallel gewann Ulm das direkte Kellerduell gegen Havelse spät mit 2:1. Die Folge: Saarbrücken bleibt bei 38 Punkten auf Rang 16, Ulm rückt auf 32 Zähler heran. 

Keine Niederlage, aber auch kein Befreiungsmoment

Der Knackpunkt ist dabei weniger die Momentaufnahme als die Dynamik. Vor einer Woche verlor Saarbrücken in Havelse 0:2 und löste damit offenen Fanfrust aus. Nun kam gegen eine Münchner Mannschaft, die ihrerseits bereits seit sechs Ligaspielen ohne Sieg ist, kein Befreiungsschlag hinterher. Das ist die eigentliche Geschichte: Saarbrücken fällt nicht deshalb ins Zittern, weil die Lage rechnerisch katastrophal wäre, sondern weil die Mannschaft in genau den Spielen, in denen Ruhe entstehen könnte, keine Ruhe herstellt.

Schwierige Wochen für beide Seiten

Das Restprogramm macht die Sache spannender, als es das Sechs-Punkte-Polster zunächst vermuten lässt. Für den FCS geht es nun gegen Essen, Waldhof Mannheim, die TSG Hoffenheim II und zum Schluss gegen F.C. Hansa Rostock. Ulm hat mit 1860, FC Viktoria Köln, Osnabrück und Essen ebenfalls ein hartes Paket vor sich. Rein formal ist das also kein leichtes Comeback-Szenario für die Spatzen. Aber Tabellen am Ende einer Saison werden selten nur mit Mathematik entschieden. Sie werden oft mit Stimmung entschieden und die hat sich an diesem Samstag deutlich verschoben.

Hoffnung hier, Nervosität dort

Genau darin steckt das Diskussionspotenzial für die kommenden Tage. Saarbrücken besitzt weiter den Vorteil aus Punkten und Ausgangslage, aber Ulm hat sich mit dem Treffer in der 90.+5 Minute gegen Havelse genau das geholt, was im Abstiegskampf kaum messbar und doch riesig ist: ein Narrativ. Plötzlich geht es nicht mehr nur um Rückstand, sondern wieder um Hoffnung. Und sobald unten Hoffnung da ist, wird oben daraus schnell hektische Unsicherheit.

Der FCS ist noch nicht abgestürzt, aber er ist auch noch lange nicht gerettet. Wenn die Saarländer aus dem 0:0 gegen 1860 am Ende etwas mitnehmen, dann bestenfalls die Erkenntnis, dass sie ihren Vorsprung jetzt aktiv verteidigen müssen. Wer im April nur verwaltet, landet in der 3. Liga schnell wieder mitten in der Geschichte. Saarbrücken ist genau dort angekommen.

1 Kommentar

  1. Sehr guter und voll in die 12 treffender Artikel. Als blau-schwarzer konnte man die Nervosität auf dem Platz deutlich spüren. 6 Punkte und das wesentlich bessere Torverhältnis sollten locker reichen, bei noch 4 Spielen. Lege ich aber meine FCS-Brille ab, werden wir von Ulm noch eingeholt. Der einzige Strohhalm den ich noch sehe ist, das Hoffenheim noch durchgereicht wird – wenn die auch ins Grübeln kommen und die Abstiegsangst ihre Beine lähmt, sowie ihre Köpfe verstopft.

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