Bei Hansa Rostock wächst der Druck, die sportlichen Ansprüche endlich wieder mit Ergebnissen zu untermauern. Vorstandschef Ronald Maul stellt sich der Kritik, spricht offen über die drohende Verfehlung des Aufstiegsziels und kündigt gezielte Veränderungen im Kader an. Besonders auf den Außenbahnen sieht der Klub Handlungsbedarf.
Der Anspruch bleibt groß
Hansa Rostock will mehr sein als ein Verein, der nur mitläuft. Der Klub sieht sich selbst in der Rolle eines Teams, das oben angreifen muss, und genau daran wird die aktuelle Saison gemessen. Ronald Maul macht daraus keinen Hehl. Bei „MagentaSport“ räumte der Vorstandschef ein, dass ein erneutes Verpassen des großen Ziels schwer wiegt. Für ihn sei klar, dass Hansa grundsätzlich den Anspruch haben müsse, „oben mitzuspielen und den Aufstieg anzupeilen“. An solchen Zielen werde man gemessen, fügte er sinngemäß hinzu. Dass die Saison deshalb als Rückschlag empfunden wird, sagte Maul ebenfalls deutlich: „Natürlich ist das enttäuschend.“
Nach der Saison wird genau hingeschaut
Schon jetzt deutet vieles darauf hin, dass die Verantwortlichen den Kader im Sommer nicht einfach unverändert lassen werden. Maul kündigte eine gründliche Analyse nach dem Saisonende an. Dabei soll nicht nur auf die Tabelle geschaut werden, sondern auch auf strukturelle Schwächen innerhalb der Mannschaft. Besonders ein Bereich steht im Fokus: die Außenbahnen. Dort sieht der Hansa-Boss Verbesserungsbedarf, sowohl mit Blick auf die Spielgestaltung als auch auf die Breite des Kaders.
Außenpositionen als Schlüsselthema
Rostock war in dieser Saison häufig auf einzelne starke Aktionen angewiesen. Genau das will der Verein offenbar verändern. Maul sprach davon, dass man zu oft von individueller Qualität lebe und auf den Außenpositionen mehr Möglichkeiten brauche. Hinzu kommt, dass mehrere Personalien offen sind. Auf den Flügel- und Außenverteidigerpositionen laufen Verträge aus, bei Leihspielern ist die Zukunft ohnehin nicht endgültig geklärt. Dadurch entsteht Spielraum, aber auch Handlungsdruck.
Keine Revolution, aber gezielte Korrekturen
Trotz aller Kritik soll der Kader nicht komplett umgebaut werden. Maul stellte klar, dass Hansa keinen radikalen Schnitt plant. Vielmehr gehe es darum, einzelne Schwachstellen zu beheben und die Mannschaft punktuell besser aufzustellen. Seine Einschätzung bleibt: Der Kern des Teams besitzt Qualität. Doch wenn Rostock künftig wieder ernsthaft um den Aufstieg kämpfen will, braucht es mehr Stabilität, mehr Breite und mehr Durchschlagskraft über die Außen.
Der Sommer könnte damit erneut zu einer entscheidenden Phase werden. Hansa will nicht alles neu machen, aber genug verändern, damit aus dem Anspruch endlich wieder ein Ergebnis wird.
