Start News Waldhof Mannheim setzt auf Compliance-Prüfung und Strukturreformen

Waldhof Mannheim setzt auf Compliance-Prüfung und Strukturreformen

Foto: Waldhof X

Beim SV Waldhof Mannheim bleibt die Aufarbeitung rund um den früheren Vizepräsidenten Horst Seyfferle ein sensibles Thema. Nachdem offene Fragen zu möglichen Unregelmäßigkeiten monatelang nicht abschließend geklärt werden konnten, zieht der Verein nun externe Fachleute hinzu. Das Präsidium kündigte auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung an, den Fall juristisch und compliance-technisch untersuchen zu lassen.

Externe Kanzlei soll Vorgänge prüfen

Im Mittelpunkt der Versammlung stand erneut die sogenannte Causa Seyfferle. Bereits bei der Jahreshauptversammlung im vergangenen Herbst hatte die verweigerte Entlastung des ehemaligen Vizepräsidenten für Diskussionen gesorgt. Hintergrund waren verschiedene ungeklärte Vorgänge rund um Finanzen, Abrechnungen und organisatorische Abläufe.

Da laut Vereinsführung auch Gespräche mit Seyfferles anwaltlicher Vertretung bislang keine vollständige Klärung gebracht hätten, wurde nun eine externe Mannheimer Kanzlei eingeschaltet. Diese soll die Vorgänge unabhängig bewerten und mögliche rechtliche Konsequenzen prüfen. Im Raum stehen dabei auch mögliche Regressforderungen, falls dem Verein tatsächlich ein Schaden entstanden sein sollte.

Präsidiumsmitglied Bastian Geiser erklärte, man wolle die Ergebnisse der Untersuchung zunächst vollständig abwarten, bevor weitere Entscheidungen getroffen würden. Sitzungsleiter Tobias Schmidt betonte zudem, dass die beauftragte Kanzlei keinerlei Verbindung zum Verein habe. Weitere Details nannte das Präsidium bewusst nicht. „Wir wollen uns erst wieder äußern, wenn Klarheit herrscht“, sagte Geiser gegenüber dem „Mannheimer Morgen“.

Mitgliederversammlung stimmt mehreren Änderungen zu

Abseits der Diskussionen um die Vereinsführung verlief die außerordentliche Mitgliederversammlung weitgehend ruhig. Die anwesenden Mitglieder beschlossen mehrere Änderungen an der Vereinssatzung mit deutlicher Mehrheit. Unter anderem führte der Verein eine lebenslange Mitgliedschaft ein. Der einmalige Beitrag orientiert sich symbolisch am Gründungsjahr des Clubs. Trotz finanzieller Bedenken aus dem Präsidium fand der Vorschlag breite Zustimmung.

Außerdem wurden neue Regelungen für den Wahlausschuss beschlossen, künftig sollen Kandidaten nicht mehr ausschließlich vom Präsidium vorgeschlagen werden können. Auch Beitragserhöhungen können nun auf außerordentlichen Mitgliederversammlungen beschlossen werden. Zusätzlich wurde die Frist für die Vorlage des Jahresabschlusses verlängert.

Nachwuchsleistungszentrum bleibt großes Ziel

Große Aufmerksamkeit erhielt auch der Bericht aus dem Nachwuchsbereich. Nachwuchsleiter Kai Herdling sprach über den aktuellen Stand auf dem Weg zum offiziellen Nachwuchsleistungszentrum des DFB. Eine Anerkennung in naher Zukunft sei zwar schwierig, dennoch sieht der Verein Fortschritte. Vor allem in einigen jüngeren Altersklassen müssten noch Strukturen professionalisiert werden. Herdling machte deutlich, wie wichtig das DFB-Siegel für die Zukunft des Vereins wäre. Ausbildungsentschädigungen bei Spielerwechseln würden dadurch erheblich steigen.

Zugleich verwies er auf das große Potenzial der Region. Ziel bleibe es, Talente aus Mannheim langfristig an den Waldhof zu binden und perspektivisch an den Profibereich heranzuführen. Die kommenden Monate dürften für den Traditionsverein deshalb nicht nur sportlich entscheidend werden. Auch abseits des Platzes steht der SV Waldhof Mannheim vor wichtigen Weichenstellungen, sowohl bei der internen Aufarbeitung als auch bei der strukturellen Zukunft des Vereins.

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