Vor großer Kulisse hat sich der SV Waldhof Mannheim das ersehnte Ticket für den DFB-Pokal gesichert. Im Stadtderby gegen den VfR Mannheim setzte sich der Drittligist mit 3:0 durch und beendete damit eine mehrjährige Durststrecke im nationalen Pokalwettbewerb. Trotz eines am Ende klaren Ergebnisses offenbarte die Partie jedoch auch die aktuellen Unsicherheiten beim Waldhof.
Pokalsieg bringt Rückkehr auf die große Bühne
Der SV Waldhof Mannheim wird in der kommenden Saison wieder im DFB-Pokal vertreten sein. Vor rund 17.000 Zuschauern im Mannheimer Carl-Benz-Stadion gewann der Drittligist das Finale des badischen Verbandspokals gegen den Stadtrivalen VfR Mannheim mit 3:0 und sicherte sich damit die Teilnahme am prestigeträchtigen Wettbewerb.
Die Entscheidung fiel durch Treffer von Terrence Boyd, Lovis Bierschenk und Julian Rieckmann. Während der Endstand deutlich ausfiel, war die Begegnung über weite Strecken deutlich ausgeglichener, als es der Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften vermuten ließ, dennoch waren die Mannheimer das spielbestimmendere Team und hat dem VfR Mannheim kaum Luft zum Atmen gelassen.
Nervöser Auftritt des Favoriten
Die „Buwe“ gingen als klarer Favorit in das Derby, wirkten jedoch von Beginn an nicht vollständig gefestigt. Wiederholt schlichen sich einfache Fehler im Spielaufbau ein, wodurch der VfR Mannheim immer wieder zu Ballgewinnen kam. Zwar kontrollierte Waldhof große Teile des Spiels, echte Dominanz entwickelte die Mannschaft jedoch kaum.
Für den ersten Höhepunkt sorgte Terrence Boyd, der mit einem präzisen Abschluss aus der Distanz die Führung erzielte (1:0). Das Tor brachte zwar etwas Ruhe ins Spiel des Drittligisten, insgesamt blieb die Begegnung danach jedoch arm an Höhepunkten. Beide Teams fanden offensiv nur selten Lösungen.
VfR sucht die Antwort, Waldhof nutzt seine Chancen
Nach der Pause zeigte sich der Oberligist engagiert und versuchte, mehr Druck auf die Defensive des Favoriten auszuüben. Klare Möglichkeiten blieben allerdings auf beiden Seiten zunächst Mangelware. Erst in der Schlussphase gelang es dem Waldhof, seine spielerische Überlegenheit auch auf der Anzeigetafel deutlicher sichtbar zu machen. Lovis Bierschenk erhöhte mit einem kraftvollen Abschluss und sorgte damit für die Vorentscheidung (2:0). Wenig später setzte Terrence Boyd seinen Teamkollegen Julian Rieckmann in Szene. Nachdem VfR-Torhüter David Nreca-Bisinger zunächst noch parieren konnte, verwandelte Rieckmann den Nachschuss zum endgültigen 3:0.
Erleichterung nach schwierigen Wochen
Der Erfolg dürfte beim Waldhof vor allem für Erleichterung sorgen. Die Mannschaft hatte zuletzt mit sportlichen Rückschlägen zu kämpfen, zudem sorgten vereinsinterne Diskussionen abseits des Platzes für Unruhe. Im Pokalfinale stand deshalb weniger die spielerische Brillanz im Vordergrund als vielmehr das Erreichen des wichtigsten Ziels.
Mit dem Gewinn des Verbandspokals sichert sich der Traditionsclub nicht nur die Teilnahme am DFB-Pokal, sondern auch die Chance auf attraktive Gegner, hohe Zuschauerzahlen und wichtige Zusatzeinnahmen. Für den Verein könnte der Derby-Erfolg damit ein wichtiger Schritt sein, um nach turbulenten Monaten wieder etwas Stabilität zu gewinnen.
