TSV 1860 München serviert den Halleschen FC ab

Am neunten Spieltag traf der zuletzt im Grünwalder Stadion zweimal unglücklich unterlegene TSV 1860 München auf den in der letzten Woche von einem coronabedingten Spielausfall betroffenen Halleschen FC. Die Münchener konnten einmal mehr ihre Klasse unter Beweis stellen.

Vor dieser Spielabsage gegen die SpVgg Unterhaching gewannen die Saalestädter gegen den SV Meppen (4:1) und beim VfB Lübeck (2:3) und hatten damit einen kleinen Lauf, der auf Giesings Höhen fortgesetzt werden sollte. HFC-Trainer Florian Schnorrenberg änderte seine zuletzt so erfolgreiche Elf nur auf einer Position, Vucur gab in der Innenverteidigung sein Startelfdebüt und verdrängte damit Vollert auf die Bank.

Löwen-Dompteur Michael Köllner baute dagegen seine Mannschaft gleich auf drei Positionen um, für den laufstarken Willsch (Oberschenkelverletzung), Tallig und Pusic bekamen Erdmann, Greilinger und der wieder Genesene Lex ihre Chance von Beginn an. In den ersten Minuten war die Partie auf beiden Seiten besonders durch intensive Laufarbeit, hohes Pressing und zwei kompakt stehende Abwehrreihen geprägt. Vor den Toren spielte sich aber kaum spektakuläres ab. Sternbergs Abschluss in der fünften Minute, der von Löwentorwart Hiller gerade noch entschärft werden konnte war in den ersten 30 Minuten die einzige Ausnahme.

Dressel mit dem Dosenöffner 

Der HFC wirkte in der Defensive sehr gut organisiert und ließ die Löwen nicht ins Spiel kommen, schaffte es aber auch kaum, selbst in der Offensive in Erscheinung zu treten. In der 32. Minute nahm die Begegnung dann aber richtig Fahrt auf. Eine Doppelchance für die Gastgeber durch Lex und Mölders, die gerade noch von Vucur geblockt wurde sowie die Einschussmöglichkeit von Greilinger, die von HFC-Torhüter Müller aus kürzester Distanz abgewehrt wurde war der Startschuss zu einer rassigen Viertelstunde vor dem Halbzeitpfiff.

In den folgenden Minuten sorgte der Löwen-Hoffnungsträger Dressel mit zwei äußerst sehenswerten Toren für die Höhepunkte der ersten Halbzeit. Nach 41 Minuten verwandelte er eine zu kurze Kopfballabwehr von Vucur mit links volley in den Winkel, Müller bei diesem Kracher ohne jede Abwehrmöglichkeit. Nachdem Derstroff nur kurz danach das 1:1 für den HFC verpasste, vergab Lex alleine vor Müller das mögliche 2:0 für die Gastgeber.

Mit dem Halbzeitpfiff schaffte Dressel das Kunststück, sein Traumtor aus der 41. Minute fast zu kopieren. Diesmal traf er aber mit seinem rechten Fuß, erneut war Müller ohne Abwehrmöglichkeit. Durch diesen Doppelschlag ging der TSV 1860 mit einer beruhigenden 2:0 Führung in die Pause, nicht unverdient aber vielleicht um ein Tor zu hoch.

Hungrige Löwen vermöbeln den HFC

HFC-Trainer Schnorrenberg reagierte und brachte Lindenhahn kommt für angeschlagenen Dehl. Die Gäste kamen schwungvoll aus der Kabine und drängten sofort auf den Anschlusstreffer, Boyd verpasste aber in der 49. Minute knapp und vergab nur eine Minute später etwas überhastet alleine vor Hiller im Löwengehäuse.

Genau in dieser Drangphase der Saalestädter dann aber der nächste Doppelschlag der Hausherren. Nach einer tollen Kombination über Lex, Greilinger und Neudecker parierte Müller zwar stark, an so einem Tag landet der Ball aber irgendwie zwangsläufig bei Dressel, der den Ball aus kurzer Entfernung zu seinem dritten Treffer an diesem Nachmittag nur noch über die Linie schieben musste (56. Minute)

Nur zwei Minuten später war es dann Mölders, der einen Traumpass von Lex aufnahm und alleine vor Müller die Nerven behielt und zum 4:0 verwandelte. Der HFC zeigte aber Moral und spielte trotz des deutlichen Rückstandes weiter nach vorne und brachte die Löwendefensive damit immer wieder in Verlegenheit. Nach dem 1:4 durch Boyd (63. Minute) hatten kurz danach Titsch Rivero und Nietfeld große Möglichkeiten zum zweiten Treffer für die Gäste aus Sachsen-Anhalt.

In diesem in zwischen sehr abwechslungsreichen und unterhaltsamen Spiel folgte aber prompt die nächste überraschende Wendung. Gegen eine zu passive Abwehr war es erneut Dressel, der mit seinem vierten Treffer in der 71. Minute den alten Abstand wieder herstellte.

Höchster Saisonsieg in der Drittligageschichte der Münchener 

Nur acht Minuten später brachte eine Kombination zweier Einwechselspieler den sechsten Treffer für die Löwen. Auf Vorlage von Ngounou Djayo vollendete Tallig und machte damit das halbe Dutzend für den TSV 1860 München voll. Besonders bei den letzten beiden Gegentoren zeigte sich die Abwehr des HFC nicht mehr auf der Höhe. Die Spieler der Gäste schienen nur noch den Schlusspfiff herbeizusehnen.

Dieser erfolgte nur kurz danach durch den sehr umsichtig und fehlerfrei agierenden Tom Bauer aus Bardenbach, der im Stadion an der Grünwalder Straße erst seine dritte Drittligapartie leitete. Für die Münchner Löwen bedeutet dieses 6:1 den höchsten Sieg in der noch jungen Drittligageschichte und den Sprung auf Platz zwei der durch coronabedingte Spielausfälle stark verzerrten Tabelle. Der Hallesche FC stürzte zwar durch diese Klatsche auf Platz 15 ab, hat aber noch zwei Nachholspiele auszutragen.

Während Michael Köllner, der auf den Tag genau seit einem Jahr bei den Löwen tätig ist, sich über diesen klaren Erfolg und den damit verbundenen Heimsieg freute, merkte HFC-Trainer Florian Schnorrenberg zurecht an, dass seine Mannschaft heute keine fünf Tore schlechter als die Löwen war.

Die Löwen müssen am nächsten Wochenende zum schweren Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden antreten, während der Hallescher FC mit Hansa Rostock ebenfalls ein Schwergewicht der Liga vor der Brust hat.

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