Der 1. FC Saarbrücken steuert auf eine richtungsweisende Mitgliederversammlung zu. Am 8. Januar stimmen die Mitglieder über eine neue Satzung ab, die weitreichende Folgen für die Struktur, die Machtverteilung und die Zukunft des traditionsreichen Drittligisten haben wird. Im Zentrum stehen ein gestärkter Aufsichtsrat, ein auf Repräsentation reduziertes Präsidium und die Bestellung hauptamtlicher Geschäftsführer. Ein möglicher Kandidat sorgt außerdem für besondere Spannung.
Satzungsreform: Mehr Macht für den Aufsichtsrat
Laut Entwurf erhält der Aufsichtsrat künftig deutlich mehr Befugnisse. Das Präsidium wird auf zwei Personen verkleinert und übernimmt vornehmlich repräsentative Aufgaben. Die operative Verantwortung soll bei drei hauptamtlichen Geschäftsführern liegen, die vom neu zu wählenden, siebenköpfigen Aufsichtsrat eingesetzt werden. Für einen Klub der dritten Liga bedeutet das einen klaren Schritt in Richtung professioneller Unternehmensstruktur.
Wahlvorbereitung: Ehrenrat prüft Kandidaturen
Die Bewerbungsfrist für die Aufsichtsratsmandate ist abgelaufen. Der Ehrenrat des FCS sichtet nun die Unterlagen und entscheidet über die Zulassung zur Wahl. Offiziell sind noch keine Namen bestätigt, erste Personalien kursieren jedoch bereits vereinsintern. Insgesamt sollen rund 20 Mitglieder ihre Unterlagen eingereicht haben, ein Indiz für einen regen Wettbewerb um die Plätze im Kontrollgremium.
Eine brisante Personalie ist Hartmut Ostermann als möglicher Kandidat.
Besonders brisant ist laut einem aktuellen Bericht der „Bild“ die kolportierte Kandidatur von Noch-Präsident Hartmut Ostermann (74). Der langjährige Mäzen und Hauptsponsor ließ sich mit seiner Zukunftsentscheidung Zeit, nicht zuletzt, weil der FCS finanziell weiterhin auf starke Partner angewiesen ist. Ein entscheidender Punkt ist, dass ein Einzug Ostermanns in den Aufsichtsrat davon abhängen soll, wie das Gesamtpaket der weiteren Kandidaturen aussieht. Dem Vernehmen nach sieht er die Vertrauensbasis zu einzelnen Amts- und Funktionsträgern als nicht mehr gesichert an.
Kontinuität trifft Wettbewerb: Die amtierenden Mitglieder des Aufsichtsrats wollen wieder antreten.
Nach aktuellem Stand ist davon auszugehen, dass ein Großteil des bestehenden Aufsichtsrats erneut kandidieren wird. Damit trifft Kontinuität auf Wettbewerb: Neue Bewerbungen aus dem Vereinskreis könnten das Gremium aufmischen und zusätzliche Expertise in die Steuerung des Drittliga-Klubs einbringen. Für die 3. Liga und die Ambitionen des 1. FC Saarbrücken – sportlich wie wirtschaftlich – wäre eine klare Governance ein wichtiges Signal.
