Start Vereine 1.FC Saarbrücken Von Aufstiegsträumen zu Abstiegsangst: Saarbrückens Hinrunde 2025/26 im Check

Von Aufstiegsträumen zu Abstiegsangst: Saarbrückens Hinrunde 2025/26 im Check

Foto: Lars Zimmermann/Liga3-News

Der 1. FC Saarbrücken ging mit klaren Zielen in die Saison 2025/26 der 3. Liga. Nach dem hauchdünn verpassten Aufstieg im Vorjahr galt der FCS erneut als ernsthafter Kandidat für die oberen Plätze. Doch nach einer starken Anfangsphase folgte ein drastischer Einbruch. Die Hinrunde in Liga3 zeigt ein Team mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern, zwischen Aufstiegsträumen und Abstiegssorgen.

Kaderplanung bestätigt sich – zumindest teilweise

Im Sommer reagierte Saarbrücken gezielt auf die Vorsaison. Mit Robin Bormuth kam ein erfahrener Innenverteidiger, Dominic Baumann sollte neue Optionen im Angriff bringen, und Florian Pick wurde als dynamischer Flügelspieler verpflichtet. Ergänzt wurde der Kader durch junge Akteure wie Abdoulaye Kamara und Kaan Caliskaner.

Vor allem Pick rechtfertigte das Vertrauen eindrucksvoll: Mit zehn Toren und fünf Vorlagen in 19 Ligaspielen ist er bislang der produktivste Offensivspieler des FCS und ein Lichtblick in der Hinrunde.

Traumstart und plötzlicher Absturz in der 3. Liga

Die ersten sieben Spieltage verliefen nahezu ideal. Saarbrücken blieb ungeschlagen, sammelte fünf Siege und zwei Unentschieden und stand zwischenzeitlich auf Rang drei. Doch ab Ende September kam der Bruch. In den folgenden zwölf Ligaspielen gelang kein einziger Sieg. Sechs Remis und sechs Niederlagen ließen den FCS bis auf Platz 15 abrutschen. Nach 19 Spielen stehen damit fünf Siege, sieben Unentschieden und sieben Niederlagen bei einem Torverhältnis von 29:31, zu wenig für einen selbsternannten Aufstiegskandidaten.

Trainerwechsel als Konsequenz

Die sportliche Talfahrt führte Ende November zur Trennung von Alois Schwartz. Sportdirektor Jürgen Luginger übernahm zunächst interimsweise und wurde Anfang Januar bis Saisonende als Cheftrainer bestätigt. Kleine Fortschritte waren sichtbar, doch der große Befreiungsschlag blieb bislang aus.

Frühes Pokal-Aus gegen den 1. FC Magdeburg

Auch im DFB-Pokal lief es nicht nach Plan. In der ersten Runde unterlag Saarbrücken dem Zweitligisten mit 1:3. Tim Civeja erzielte vor 16.003 Zuschauern im Ludwigsparkstadion den einzigen Treffer für den FCS. Das frühe Aus bedeutete volle Konzentration auf die Liga.

Ursachen der Krise: Verletzungen, Defensive, Abhängigkeiten

Verletzungspech ohne Ende

Langzeitausfälle wie der von Patrick Sontheimer schwächten vor allem das zentrale Mittelfeld. Hinzu kamen Blessuren bei Spielern wie Richard Neudecker, Sebastian Vasiliadis oder Philip Fahrner. Im Wintertrainingslager verletzte sich zudem Kapitän Sven Sonnenberg am Sprunggelenk.

Defensive Instabilität

31 Gegentore in der Hinrunde sind für ein Team mit Aufstiegsambitionen deutlich zu viel. Besonders die Abstimmung zwischen Abwehr und Sechserraum bereitete Probleme.

Offensive zu abhängig von Florian Pick

Fällt Pick aus dem Spiel, fehlt es oft an Durchschlagskraft. Dominic Baumann kam bislang nur auf einen Treffer, während Kai Brünker mit sieben Toren zeitweise die einzige Alternative war.

Winterfahrplan und Ausblick auf die Rückrunde

Der Trainingsstart erfolgte am 3. Januar 2026, das Trainingslager fand in Chiclana (Spanien) statt. Ein 15:0-Testspielsieg gegen Chiclana CF sorgte zumindest kurzzeitig für positive Schlagzeilen. Das erste Rückrundenspiel steigt am 17. Januar zu Hause gegen Spitzenreiter Energie Cottbus.

Was jetzt entscheidend ist

  • Defensive Stabilität herstellen
  • Offensive breiter aufstellen und Pick entlasten
  • Mentale Stärke und Konstanz entwickeln
  • Verletzte Spieler behutsam integrieren

Fazit: Klassenerhalt zuerst, dann neue Ziele

Die Hinrunde des 1. FC Saarbrücken in der dritten Liga war geprägt von extremen Gegensätzen. Nach starkem Beginn folgte eine lange Negativserie mit Trainerwechsel und Tabellenabsturz. Die Rückrunde wird zum Härtetest. Gelingt es, Stabilität und Selbstvertrauen zurückzugewinnen, ist eine ruhige Saison noch möglich. Priorität hat jedoch klar der frühzeitige Klassenerhalt in der Liga3.

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