Noch 2023/24 schrieb der SC Preußen Münster ein modernes Fußballmärchen. Als Aufsteiger aus der Regionalliga gelang dem Traditionsverein der direkte Durchmarsch durch die 3. Liga in die 2. Bundesliga. In der folgenden Saison hielt sich der Klub mit einer starken Schlussphase im Unterhaus. Doch 2025/26 ist von Euphorie nichts mehr zu spüren. Stattdessen steckt Münster tief im Tabellenkeller fest, die Rückkehr in die 3. Liga ist realistischer denn je.
Vom Höhenflug in den Abstiegskampf
Der Kontrast könnte kaum größer sein. Während Münster vor zwei Jahren offensiv begeisterte und als Aufsteiger überraschte, steht das Team nach 31 Spieltagen der Saison 2025/26 mit lediglich 28 Punkten am Tabellenende der 2. Bundesliga. Der Rückstand auf Rang 16 und 15 beträgt jeweils nur drei beziehungsweise vier Zähler, dennoch zeigt die Formkurve klar nach unten.
Besonders alarmierend: Nur ein Sieg aus den vergangenen 16 Partien. Bereits unter Trainer Alexander Ende blieb der Erfolg aus, ehe nach der 0:6-Klatsche bei Dynamo Dresden die Reißleine gezogen wurde. Zwischenzeitlich betreute U23-Coach Kieran Schulze-Marmeling die Profis, ehe mit Alois Schwartz ein erfahrener Feuerwehrmann verpflichtet wurde.
Defensive Stabilität – aber zu harmlos im Angriff
Unter Schwartz stabilisierte sich zumindest die Defensive. Zwei torlose Remis, unter anderem im Kellerduell, verhinderten weitere Rückschläge. Doch im Abstiegskampf zählen Siege und genau die fehlen. Mit nur 32 erzielten Treffern stellt Münster eine der schwächsten Offensiven der Liga. Hoffnungsträger Oliver Batista-Meier, mit Abstand kreativster Offensivspieler, musste zuletzt angeschlagen pausieren.
Der 23-Jährige, einst beim FC Bayern ausgebildet, kommt in dieser Saison auf mehrere Torbeteiligungen und ist Münsters wichtigster Unterschiedsspieler. Fehlt er, fehlt die Durchschlagskraft. Defensiv offenbarten sich im Frühjahr eklatante Schwächen: Drei Gegentore gegen 1. FC Kaiserslautern, eine 1:3-Heimpleite gegen 1. FC Magdeburg und das Debakel in Dresden verdeutlichen die Probleme. Das Torverhältnis von -19 spricht eine klare Sprache.
Verletzungen und fehlende Konstanz
Zusätzlich belasten zahlreiche Ausfälle die ohnehin fragile Struktur. Spieler wie Malik Batmaz oder Simon Scherder fehlten immer wieder, wodurch Automatismen verloren gingen. Gerade im Saisonendspurt wiegt jeder Ausfall doppelt schwer. Schwartz fordert mehr Ruhe im Abschluss und mehr Klarheit im Spielaufbau – Attribute, die Münster in den erfolgreichen Liga3-Jahren ausgezeichnet hatten.
Blick nach vorn: Schweres Restprogramm
Das Restprogramm hat es in sich. Duelle gegen ambitionierte Teams stehen an, direkte Konkurrenten punkten ebenfalls regelmäßig. Münster braucht dringend einen Befreiungsschlag, um nicht wieder in der 3. Liga zu landen.
Sollte keine Trendwende gelingen, droht der Wiederabstieg. Die defensive Stabilisierung ist ein erster Schritt, doch ohne offensive Effektivität bleibt der Klassenerhalt unrealistisch. Der Relegationsplatz ist erreichbar – aber nur mit Siegen.
Fazit: Die dritte Liga rückt näher
Der sportliche Absturz des SC Preußen Münster ist das Resultat aus Negativserie, defensiver Anfälligkeit, Offensivschwäche und personeller Unruhe. Der Trainerwechsel brachte Stabilität, jedoch keine Trendwende. Im engen Tabellenkeller zählt nun jeder Punkt, sonst führt der Weg zurück in die Liga3.
