Am Dallenberg endete Leipzigs großer Traum in einem Fußballabend voller Brüche, Wucht und bitterer Pointe. Lok Leipzig kämpfte, hoffte kurz auf die Rückkehr in den Profifußball und stand am Ende doch wieder mit leeren Händen da. Die Würzburger Kickers dagegen nutzten ihre Chance eiskalt und melden sich nach mehreren Jahren zurück in der 3. Liga.
Würzburg nutzt den Heimvorteil
Schon vor dem Anpfiff war zu spüren, welche Bedeutung dieses Spiel hatte. Die Nachfrage war riesig, rund um die Partie wurden laut TV-Bericht sogar deutlich überhöhte Schwarzmarktpreise aufgerufen. Auf dem Platz entwickelte sich dann genau jenes Nervenspiel, das viele erwartet hatten.
Lok Leipzig begann mutig. Trotz der knappen Niederlage aus dem Hinspiel änderte Trainer Jochen Seitz seine Startelf nicht und sah zunächst eine Mannschaft, die nach vorne wollte. Eren Öztürk setzte früh erste Akzente, auch Wilton kam gefährlich zum Abschluss. Gleich mehrfach lag die Leipziger Führung in der Luft.
Hägele rettet, Bonga bereitet vor
Würzburg brauchte einige Minuten, fand dann aber immer besser in die Partie. Vor allem in den Zweikämpfen bekamen die Gastgeber zunehmend Zugriff. Leipzig verlor in dieser Phase zu viele Bälle im Aufbau, was den Kickers Räume eröffnete. Nach einem Ballverlust schalteten die Unterfranken schnell um. Tarsis Bonga setzte sich auf der rechten Seite durch und legte scharf in die Mitte. Jerman Nischalke blieb vor dem Tor ruhig und brachte Würzburg in Führung.
Für Lok war das ein schwerer Schlag. Torhüter Andreas Naumann verhinderte anschließend mit starken Paraden gegen Würzburger Abschlüsse, dass die Partie schon vor der Pause endgültig kippte.
Lok glaubt wieder, Würzburg antwortet sofort
In der Kabine versuchte Sportdirektor Toni Wachsmuth, die Hoffnung wachzuhalten. „Aufgeben gilt nicht. Für Lok Leipzig erst recht nicht“, sagte er zur Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel wurde Leipzig offensiver, doch lange fehlte die letzte Durchschlagskraft.
Dann kam doch noch dieser Moment, auf den der Gästeanhang gewartet hatte. Öztürk leitete ein, Christoph Maier legte quer, Djamal Ziane vollendete zum Ausgleich. Für einen Augenblick schien alles möglich.
Doch kaum war der Leipziger Jubel richtig laut geworden, schlug Würzburg zurück. Nach einer schnellen Aktion über die rechte Seite landete der Ball bei Cherif Cissé, der überlegt zum erneuten Führungstreffer einschob. Zwischen Hoffnung und Ernüchterung lagen nur wenige Augenblicke.
Ein bitteres Kapitel für Lok
Nach dem Abpfiff feierte Würzburg die Rückkehr in den Profifußball. Für Lok Leipzig blieb dagegen erneut nur Enttäuschung. Der Klub hatte sich als Meister seiner Regionalliga wieder bis an die Schwelle zur 3. Liga gearbeitet, scheiterte aber erneut in der Aufstiegsrunde. Der Fall zeigt einmal mehr, wie umstritten der Aufstiegsmodus aus der Regionalliga bleibt. Gerade Traditionsvereine mit großer Anhängerschaft erleben seit Jahren, dass eine starke Saison nicht automatisch belohnt wird. Eine Reform wirkt nach diesem Abend dringlicher denn je.
Für Würzburg beginnt nun die Planung für die 3. Liga. In Leipzig bleibt dagegen die Frage, wie viel Enttäuschung ein Verein tragen kann, der sportlich immer wieder ganz nah dran ist und doch nicht durchkommt.
