Start Vereine FC Ingolstadt Costly sagt Ingolstadt Servus und wagt mit Heidenheim den nächsten Schritt

Costly sagt Ingolstadt Servus und wagt mit Heidenheim den nächsten Schritt

Beim FC Ingolstadt endet in diesem Sommer ein Kapitel, das sportlich wie emotional Spuren hinterlässt. Marcel Costly verabschiedet sich nach vier Jahren von den Schanzern und folgt dem Ruf des 1. FC Heidenheim. Dass ihm dieser Schritt „alles andere als leichtfällt“, sagt viel über seine Bindung an den FCI, und ebenso viel über die Größe dieser Lücke.

Ein Wechsel mit Signalwirkung

Der FC Ingolstadt verliert einen Spieler, der sich in den vergangenen Jahren vom verlässlichen Leistungsträger zu einer der auffälligsten Figuren im Offensivspiel entwickelt hat. Marcel Costly wechselt zur neuen Saison zum 1. FC Heidenheim, nachdem der Bundesliga-Absteiger von einer festgeschriebenen Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht hat.

Für die Schanzer ist das mehr als ein gewöhnlicher Abgang. Costly war einer jener Profis, die auf dem Platz konstant lieferten und darüber hinaus auch in der Kabine Gewicht hatten. Entsprechend offen spricht der Klub über den Schmerz dieses Abschieds.

Aus der Defensive nach vorn, und dort explodierten die Zahlen

Als Costly im Sommer 2022 vom SV Waldhof Mannheim nach Ingolstadt kam, war er zunächst vor allem auf der rechten Defensivseite eingeplant. Über drei Jahre hinweg erfüllte er diese Rolle mit Tempo, Robustheit und Drang nach vorne. In der abgelaufenen Saison verschob sich sein Profil dann sichtbar.

Plötzlich stand er höher, spielte offensiver, attackierte häufiger direkt auf dem Flügel und wurde zu einer echten Waffe. 18 Tore und zehn Vorlagen in einer Drittliga-Spielzeit sprechen für sich. Mit insgesamt 28 Scorerpunkten zählte der gebürtige Achimer zu den prägendsten Offensivspielern der Saison.

Seine Gesamtbilanz in Ingolstadt unterstreicht das zusätzlich: 26 Treffer und 38 Assists in 147 Pflichtspielen für die Schwarz-Roten. Zahlen, die zeigen, wie sehr sich sein Einfluss über die Jahre vergrößert hat.

„Unglaublich dankbar“ und doch bereit für den nächsten Schritt

Costly selbst wählte zum Abschied einen sehr persönlichen Ton. Er sei dem FC Ingolstadt „unglaublich dankbar“, weil ihm der Verein die Möglichkeit gegeben habe, sich sportlich und menschlich weiterzuentwickeln. Zwischen den Zeilen wurde schnell klar, dass dieser Klub für ihn mehr war als nur eine Station.

Er sprach von „wundervollen Menschen“, die ihn in dieser Zeit begleitet hätten, und davon, dass aus Kollegen längst „wahre Freunde“ geworden seien. Gerade deshalb bekommt sein Wechsel eine besondere emotionale Note. Costly verlässt den FCI nicht aus Distanz, sondern aus sportlicher Überzeugung.

Denn mit dem Angebot aus Heidenheim verbindet sich für ihn ein klares Ziel. Die Chance, wieder in der 2. Bundesliga zu spielen, bezeichnete er sinngemäß als Wunsch, den er sich unbedingt erfüllen wollte. Dass ihm der Abschied trotzdem schwerfällt, überrascht nicht. Ingolstadt war seine bislang längste Profi-Station, ein Verein, der ihm nach eigener Aussage auch abseits des Platzes „unheimlich viel Energie“ gegeben habe.

Auch beim FCI sitzt der Verlust tief

Dass der Wechsel intern nicht einfach abgehakt wird, machte Geschäftsführer Florian Günzler deutlich. Der Abschied von Costly „schmerzt“, sagte der Klubchef offen, und verwies dabei nicht nur auf dessen Leistungen, sondern auch auf seine Rolle innerhalb der Mannschaft. Costly habe in Ingolstadt „sportliche Spuren“ hinterlassen und sei zugleich menschlich ein wichtiger Bestandteil des Teams gewesen.

Genau diese Kombination erklärt, warum sein Wechsel so schwer wiegt. Es geht nicht nur um Tore, Assists und Flexibilität auf der rechten Seite. Es geht auch um Präsenz, Verlässlichkeit und Identifikation. Günzler ordnete den Transfer zugleich als Ergebnis einer starken Entwicklung ein. Costly habe sich mit Einsatz, Leistungssteigerung und konstantem Output in den Fokus höherklassiger Vereine gespielt. Dass Heidenheim nun zugreift, ist aus Ingolstädter Sicht schmerzhaft, aber eben auch folgerichtig.

Heidenheim bekommt Tempo, Erfahrung und offensive Wucht

Für den 1. FC Heidenheim ist Costly ein Zugang mit klarer Aussage. Der Zweitliga-Aufsteiger bekommt keinen reinen Ergänzungsspieler, sondern einen Profi, der sofort Wirkung entfalten kann. Seine Stärke liegt nicht nur im Tempo, sondern in der Vielseitigkeit. Er kann defensiv arbeiten, Räume zulaufen, Tiefe geben und inzwischen auch als offensiver Flügelspieler Spiele mitentscheiden. Gerade seine letzte Saison hat gezeigt, dass in ihm deutlich mehr steckt als ein klassischer Außenverteidiger.

Costly kommt mit Selbstvertrauen, mit starken Zahlen und mit dem Profil eines Spielers, der in einer höheren Liga nicht bloß mitlaufen will. Für Ingolstadt endet damit die gemeinsame Zeit mit einem Profi, der sich über vier Jahre hinweg immer stärker in den Vordergrund gespielt hat. Für Heidenheim beginnt ein neues Kapitel mit einem Spieler, der sich diese Chance sichtbar erarbeitet hat. Und für Costly selbst ist es der Aufbruch zu einer Aufgabe, die sportlich reizvoll ist, auch wenn der Abschied von der Schanz spürbar nachwirkt.

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