Der TSV 1860 München strebt den Aufstieg in die 2. Bundesliga an, doch interne Machtkämpfe überschatten die Bemühungen des Traditionsvereins.
Interne Dokumente, die der „WELT“ vorliegen, zeigen tiefe Risse im Führungsgremium. Hauptsponsor „Die Bayerische“ und 18 weitere Werbepartner drohen mit Ausstieg. Ein langwieriger Machtkampf entbrannte, als Präsident Robert Reisinger Horst Heldt als Wunschkandidaten für den vakanten Posten des Sportdirektors favorisierte, der sich jedoch nicht durchsetzen ließ. Reisinger machte in einem Interview mit der „Bild“ dafür Finanzvorstand Pfeifer verantwortlich. Gemeinsam mit dem investorenkritischen Verwaltungsrat versuchte Reisinger, Pfeifers Vertragsverlängerung zu verhindern, was den Unmut der Sponsoren hervorrief. Im Oktober verfassten 18 Sponsoren einen kritischen Brandbrief. Hauptsponsor „Die Bayerische“ hatte bereits zuvor seinen Unmut geäußert.
Unruhe im Aufsichtsrat des Traditionsvereins
Die Firma von Vizepräsident Hans Sitzberger, AHD Sitzberger, kündigte ihren Rückzug zum Saisonende an. Aufsichtsratsvorsitzender Saki Stimoniaris leitete eine Untersuchung der von Reisinger erhobenen Verzögerungsvorwürfe gegen Pfeifer ein. Stimoniaris informierte über einen E-Mail-Verteiler, dass Pfeifer behaupte, Reisinger habe ihn beauftragt, neben Horst Heldt Scheinkandidaten vorzuschlagen. Reisinger ist inzwischen aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten, Stimoniaris hält aber auch seinen Verbleib im Beirat für unzulässig und als Verstoß gegen den Kooperationsvertrag. Reisinger hat sich dazu nicht geäußert.


