Der TSV 1860 München steckt in einer sportlichen Krise mit Trainerentlassung und internen Unruhen. Investor Hasan Ismaik hat sich kürzlich in einem Interview mit der zu Wort gemeldet und zum Teil schwere Vorwürfe erhoben.
Nach der Entlassung von Trainer Maurizio Jacobacci, der den Absturz auf Platz 15 der 3. Liga nicht verhindern konnte, schlägt Ismaik in einem Interview mit der ‚Sport Bild‚ hart zurück. Im Mittelpunkt steht der Streit zwischen dem Hauptgesellschafter und dem e.V. Interne Differenzen zwischen den Parteien, insbesondere in Personalfragen, prägten die jüngste Vergangenheit. Der als Sportdirektor gehandelte Horst Heldt soll bei Ismaik & Co. umstritten sein, während Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer laut Präsident Robert Reisinger vorzeitig gehen sollte.
Sponsoren sprachen sich jedoch gegen eine vorzeitige Entlassung Pfeifers aus. Ismaik kommentierte dies mit dem Hinweis, dass Pfeifer neutral agiere. Ismaik äußerte Zweifel an Reisingers Vorschlag, Horst Heldt zu verpflichten, und kritisierte dessen Promi-Argument. Ismaik warf Reisinger vor, Pfeifer zu Scheinkandidaturen gedrängt zu haben, um Heldt durchzusetzen.
Ismaik kritisiert den e.V. und sieht Investoren in ihrer Meinung eingeschränkt
Ismaik betonte, dass die Geschäftsführung in ihren sportlichen Entscheidungen frei sein müsse und die 50+1-Kooperation notwendig sei.„ Bei der Einhaltung von 50+1 kann das Geschäft nur mit Kooperation funktionieren. Seit 2011 gab es durchaus Zeiten, in denen das funktioniert hat. Als ich 1860 vor der Insolvenz gerettet habe, war ich noch nicht der Buhmann. Auch später war mein Geld immer willkommen. Auch die Sponsoren, und hier ganz vorn zu nennen ‚Die Bayerische‘, die 1860 in schwierigen Zeiten zur Seite standen, waren willkommen. In beiden Fällen aber nur, solange wir keine eigene Meinung hatten. Die Vorstellung des e.V. von Zusammenarbeit scheint nun zu sein, dass Investoren und Sponsoren Geld geben müssen – ohne zu hinterfragen, ob das Geld kompetent eingesetzt wird“, so Ismaik.
Ismaik will sein Investment schützen
Ismaik will sich rechtliche Schritte vorbehalten, um sein Investment zu schützen, da sein Mitgesellschafter sich nicht mehr an die Regeln halten wolle. „Die Verantwortlichen des e. V. scheinen mir im Moment blind zu sein vor Hass auf alles, was nicht nach der Pfeife ihres Präsidenten tanzt. Diese wenigen Leute im e.V. sind wie Geisterfahrer, die sich als Retter der Seele von 1860 feiern, aber dabei den Verein zerstören“, so Ismaik weiter. Inmitten des Führungsstreits erlebte die Mannschaft einen sportlichen Absturz und sucht nun einen Nachfolger für Jacobacci, wobei Tobias Schweinsteiger als Favorit gilt“.



