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„Fans sind unser zwölfter Spieler“ – Mota vor Waldhof-Auftakt mit klarer Botschaft

Für den SV Waldhof Mannheim beginnt am Freitagabend die neue Saison in der 3. Liga – und gleich zum Auftakt wartet eine echte Standortbestimmung. Im Eröffnungsspiel der Spielzeit 2026/27 empfangen die Buwe Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf im Carl-Benz-Stadion. Vor der Partie zeigte sich Waldhof-Trainer Rui Mota zufrieden mit der Entwicklung seiner neu zusammengestellten Mannschaft. Gleichzeitig machte der Portugiese deutlich, welche Identität er künftig beim SVW sehen möchte.

Die Vorfreude in Mannheim ist groß. Rund 16.000 Tickets waren am Tag vor der Partie bereits verkauft, der Gästebereich mit 3.400 Karten komplett vergriffen. Für Mota kommt der Auftakt vor heimischer Kulisse deshalb gerade recht. „Es ist immer gut, in unserem eigenen Stadion zu starten. Wir wollen es zu unserer Festung machen, weil wir hier die Kraft unserer Fans haben“, erklärte der Waldhof-Coach auf der Pressekonferenz vor der Partie.

Mota will eine Mannschaft, „die Mannheim und die Fans repräsentiert

Nach einem größeren personellen Umbruch befindet sich der Waldhof weiterhin in einem Entwicklungsprozess. Mota sieht seine Mannschaft allerdings auf einem guten Weg. „Wir bauen eine neue Mannschaft auf und entwickeln eine neue Idee. Bis jetzt bin ich sehr glücklich mit dem, was wir geschaffen haben“, sagte der 46-Jährige. Besonders zufrieden sei er damit, wie seine Spieler die Vorstellungen des neuen Trainerteams aufgenommen hätten. Das übergeordnete Ziel geht für Mota dabei weit über einzelne Ergebnisse hinaus. Der Portugiese will eine Mannschaft formen, mit der sich das Umfeld identifizieren kann. „Wir wollen ein Team schaffen, das die Stadt Mannheim und unsere Fans repräsentiert“, betonte Mota.

Seine Mannschaft solle Leidenschaft zeigen, positiv auftreten, hart arbeiten und sich in jedem Spiel voll für den Verein einsetzen. Eine konkrete Platzierung als Zielsetzung wollte der neue Waldhof-Trainer daraus nicht ableiten. Vielmehr gehe es darum, von Partie zu Partie zu denken und „in jedem Spiel für die drei Punkte zu kämpfen“. Dass der SV Waldhof in verschiedenen Prognosen vor der Saison nicht zu den großen Aufstiegsfavoriten gezählt wird, beschäftigt Mota daher nicht. „Das stört mich nicht“, stellte er klar. Entscheidend sei nicht, wer vor dem ersten Spieltag als Favorit genannt werde. „Wir müssen über die Art und Weise sprechen, wie wir auftreten. Danach werden wir sehen, wo wir stehen.“

Waldhof mit Ausfällen – Mota hat trotzdem „lieber Kopfschmerzen“

Personell kann der SVW gegen Düsseldorf nicht aus dem Vollen schöpfen. Brandt und Adama werden nach Angaben auf der Pressekonferenz definitiv fehlen. Bei ein bis zwei weiteren Spielern soll sich erst nach dem Abschlusstraining entscheiden, ob es für einen Platz im Kader reicht. Grundsätzlich zeigte sich Mota mit seinem vorhandenen Personal dennoch zufrieden. „Ich weiß, dass die Spieler morgen eine sehr gute Leistung zeigen können. Das haben sie mir während der gesamten Vorbereitung gezeigt“, sagte der Waldhof-Coach. Auch die Entscheidung über die erste Startelf seiner Amtszeit dürfte ihm nicht leichtfallen. Genau so möchte es Mota allerdings haben. Innerhalb der Mannschaft soll ein permanenter Konkurrenzkampf herrschen.

Die Spieler kämpfen auf eine positive Art um ihre Positionen und unterstützen sich gleichzeitig gegenseitig“, erklärte Mota und fügte mit einem Lächeln hinzu: „Sie bereiten dem Trainer Kopfschmerzen – aber ich habe lieber Kopfschmerzen, als keine zu haben.“ Einen garantierten Stammplatz gibt es unter dem Portugiesen grundsätzlich nicht. Jeder Spieler müsse sich Woche für Woche neu empfehlen. „Jeder Einzelne muss jede Woche beweisen, dass er es verdient, in der ersten Elf zu stehen“, lautet Motas klare Ansage. Dabei gehe es ihm nicht nur um die Spieler, die von Beginn an auf dem Platz stehen. Gerade mit fünf möglichen Wechseln könne Qualität von der Bank während einer Partie einen enormen Einfluss haben. Belastung, Gegner und taktische Anforderungen sollen deshalb darüber entscheiden, wie stark Mota im Laufe der Saison rotiert.

Auch Kapitän Terrence Boyd besitzt trotz seiner Erfahrung keinen Freifahrtschein. Mota bezeichnete den Angreifer als wichtigen Spieler, der gerade im Strafraum besondere Qualitäten mitbringe. Ob Boyd gegen Düsseldorf startet oder im Laufe der Partie ins Spiel kommt, sei aber ausschließlich eine Frage der gewählten Strategie. „Niemand hat seinen Platz garantiert“, stellte der Trainer klar.

Mota erwartet Düsseldorf im Aufstiegsrennen

Mit Fortuna Düsseldorf wartet direkt am ersten Spieltag ein Gegner, den Mota zu den großen Anwärtern auf den Aufstieg zählt. „Wir sprechen über eine Bundesliga-Mannschaft, die in den vergangenen Jahren in der 2. Bundesliga immer wieder um den Aufstieg gekämpft hat“, sagte der Waldhof-Coach. Die Düsseldorfer verfügen nach seiner Einschätzung über viele erfahrene Spieler und eine klare Spielidee ihres Trainers. Gleichzeitig befindet sich nach zahlreichen Veränderungen auch die Fortuna in einem Umbruch. „Sie haben 17 oder 18 neue Spieler bekommen. Natürlich braucht es auch für sie Zeit, bis sie auf ihrem besten Niveau sind“, erklärte Mota.

Die Vorbereitung auf einen Gegner sei unmittelbar vor Saisonbeginn zwar schwieriger, weil noch keine Pflichtspiele analysiert werden könnten. Dennoch habe der Waldhof seine „Hausaufgaben gemacht“. „Ich denke, dass wir gut vorbereitet sind und eine gute Vorstellung davon haben, welche Ideen ihr Trainer in das Spiel einbringen möchte.“ Dass Düsseldorf nach Mannheim kommt, um das Eröffnungsspiel zu gewinnen, steht für Mota außer Frage. Seine Mannschaft müsse dem mit Einsatz, spielerischer Qualität und Entschlossenheit begegnen. Das Ziel ist eindeutig: Die ersten drei Punkte sollen im Carl-Benz-Stadion bleiben.

„Es darf niemals am Einsatz fehlen“

Eine besondere Rolle sollen dabei die Waldhof-Fans spielen. Von zusätzlichem Druck durch die große Kulisse wollte Mota nichts wissen. Ganz im Gegenteil. „Unsere Fans sind unser zwölfter Spieler“, sagte der Portugiese. Seit seiner Ankunft in Mannheim habe er die Unterstützung des Umfelds immer wieder gespürt. „Wo immer wir hinkommen, ist jemand da, der uns herzlich willkommen heißt und uns zeigt, dass wir nicht alleine sind.“ Genau dieses Gefühl möchte Mota auf die Mannschaft übertragen. Sein Ziel sei es, dass sich die Fans mit dem neuen Team identifizieren und eine Verbindung zwischen Tribüne und Platz entsteht.

Dabei erwartet der Trainer keine fehlerfreien Leistungen. „Man kann einen schlechten Tag haben. Was aber nicht passieren darf, ist, dass es am Einsatz für die Menschen fehlt“, machte Mota deutlich. Siege und Niederlagen würden im Laufe einer langen Saison dazugehören. Entscheidend sei, dass Mannschaft und Fans den Weg gemeinsam gehen. „Alleine kannst du nicht gewinnen. Je stärker wir zusammen sind, desto besser ist es für die Mannschaft und für den gesamten Verein.“ Am Freitagabend kann der neue Waldhof diese Verbindung erstmals unter Pflichtspielbedingungen unter Beweis stellen. Um 19 Uhr rollt im Carl-Benz-Stadion gegen Fortuna Düsseldorf der Ball und für Rui Mota beginnt endgültig seine erste Drittliga-Saison als Trainer des SV Waldhof Mannheim.