Die 2:5-Niederlage des SV Waldhof Mannheim beim SC Verl hat schonungslos offengelegt, wie groß der Leistungsabstand an diesem Abend war. Nach dem Spiel analysierten Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber, Trainer Luc Holtz und Stürmer Terrence Boyd die Gründe für die Pleite in der dritten Liga, mit klaren Worten und ersten Konsequenzen.
Zuber: Waldhof klar unterlegen
Für Gerhard Zuber war die Partie in Verl vor allem eines: eine deutliche Demonstration dessen, wie moderner, aggressiver und strukturierter Fußball aussehen kann. Der Gegner habe mit ständigen Positionswechseln, hoher Intensität und klarer Zweikampfführung dominiert, während Waldhof kaum Zugriff gefunden habe. Besonders nach dem ersten Gegentor sei seine Mannschaft völlig aus dem Spiel geraten.
Zuber beschrieb die erste Halbzeit als ein Spiel auf völlig unterschiedlichem Niveau, ein Vergleich, der seine Enttäuschung deutlich machte. „In der ersten Halbzeit war es ein Klassenunterschied.“
Mutiger Matchplan geht nicht auf
Dass Waldhof im Mittelfeld sehr offensiv agierte, sei kein Zufall gewesen. Zuber erklärte, dass man bewusst versucht habe, mit Offensivkräften dagegenzuhalten. Das Problem: Der Plan scheiterte früh, weil Verl das Spiel kontrollierte und Waldhof kaum Ballbesitz hatte. Wer viele Angreifer aufstelle, müsse auch in die Duelle kommen, sonst werde es gefährlich.
Nach der Pause sei zwar eine leichte Steigerung erkennbar gewesen, diese ordnete Zuber jedoch realistisch ein. „Das hing aber sicher auch damit zusammen, dass der Gegner etwas nachlässt.“
Boyd erkennt Verls Qualität an
Stürmer Terrence Boyd machte deutlich, dass die Niederlage aus seiner Sicht nichts mit fehlender Einstellung oder mangelnder Fitness zu tun hatte. Vielmehr habe Verl auf taktischer Ebene Maßstäbe gesetzt. Besonders der Spielaufbau unter Druck und die Ruhe am Ball hätten ihn beeindruckt.
Boyd sparte nicht mit Anerkennung für den Gegner: „Verl spielt einen Fußball vom anderen Stern.“ Für ihn sei bereits nach rund 30 Minuten klar gewesen, dass das Spiel kaum noch zu drehen war.
Holtz: Offensive nach Abgängen geschwächt
Trainer Luc Holtz äußerte sich auf „RNZ-Nachfrage“ zu möglichen Neuverpflichtungen: “Wenn ich unser heutiges Spiel sehe, wünsche ich mir natürlich auf allen Positionen neue Spieler.”
Konkret verwies er auf Abgänge in der Offensive: “Aber nach den Abgängen von Kenny Okpala und Nicklas Shipnoski haben wir zwei offensive Leute verloren. Ich denke, dass wir da was machen müssen.”
Blick nach vorn: Rostock und Saisonperspektive
Bereits im nächsten Spiel gegen Hansa Rostock fordert Zuber eine klare Reaktion: “Da müssen wir ein anderes Gesicht zeigen. Es gibt viele Themen, die bearbeitet werden müssen.”
