Start News Ulm zieht nach peinlicher Pokal-Pleite Konsequenzen: Dotchev greift hart durch

Ulm zieht nach peinlicher Pokal-Pleite Konsequenzen: Dotchev greift hart durch

Foto: Lars Zimmermann/Liga3-News

Beim SSV Ulm 1846 Fußball spitzt sich die Lage zu. Nach dem bitteren Pokal-Aus reagiert Trainer Pavel Dotchev mit klaren Einschnitten und setzt ein Zeichen im Abstiegskampf der 3. Liga. Der Fokus liegt jetzt kompromisslos auf dem Klassenerhalt und dafür stellt der Coach auch interne Strukturen infrage.

Trainingsbetrieb wird neu organisiert

Die Niederlage zuletzt wirkte nach. Intern wie extern. Schon kurz nach dem Spiel machte Dotchev deutlich, dass er die Entwicklung kritisch sieht und so nicht weitermachen will. Nun folgt die praktische Umsetzung: Der Kader wird im Training getrennt. Künftig arbeiten zwei Gruppen parallel. Ziel dieser Maßnahme ist es, Intensität und Qualität gezielt zu steigern. Eine kleinere Gruppe von Spielern trainiert vorerst nicht mehr im unmittelbaren Profi-Umfeld, sondern wird an den Nachwuchsbereich angebunden. Namen nannte der Trainer bewusst nicht, die Entscheidung wurde zunächst intern kommuniziert.

Wichtig sei ihm dabei, den Schritt nicht als Strafe verstanden zu wissen. Vielmehr gehe es um eine sportliche Neuausrichtung im Trainingsalltag. Die Perspektive bleibt bestehen: Wer sich empfiehlt, kann jederzeit wieder in den erweiterten Kader zurückkehren.

Klare Linie beim Stammpersonal

Trotz der deutlichen Maßnahme hält Dotchev am Grundgerüst seines Teams fest. Ein kompletter Umbruch kommt für ihn nicht infrage. Stattdessen setzt er weiterhin auf jene Spieler, die zuletzt regelmäßig Verantwortung getragen haben. Gleichzeitig ließ er durchblicken, dass punktuelle Anpassungen möglich sind. Seine Botschaft ist klar formuliert: Entscheidungen gegen einzelne Spieler beruhen nicht auf deren Qualität, sondern auf der aktuellen Gesamtsituation. In den vergangenen Wochen habe sich gezeigt, dass Veränderungen notwendig sind, um neue Impulse zu setzen.

Selbstkritik und wachsender Druck

Der Trainer räumte offen ein, dass er möglicherweise früher hätte eingreifen müssen. Die jüngsten Resultate hätten gezeigt, dass ein einfaches „Weiter so“ nicht ausreicht. Besonders wichtig ist ihm dabei ein anderer Aspekt: Die Mannschaft soll wieder ein anderes Auftreten zeigen, eines, das nicht von ständigen Rechtfertigungen begleitet wird.

Diese Selbstreflexion unterstreicht die angespannte Lage. Im Tabellenkeller wird jeder Spieltag bedeutender, jeder Punkt kann entscheidend sein.

Taktische Flexibilität als Hoffnung

Für die verbleibenden Partien will Dotchev nichts unversucht lassen. Auch taktisch zeigt er sich offen. Unterschiedliche Systeme sind denkbar, je nach Gegner und Spielsituation. Der Ansatz: variabler werden, schwerer ausrechenbar sein. Gerade im kommenden Duell gegen den SC Verl sieht er trotz Außenseiterrolle Möglichkeiten. Entscheidend werde sein, geschlossen aufzutreten und die eigenen Chancen konsequent zu nutzen.

Blick auf die Tabelle

Die Ausgangslage ist angespannt. Sollte das nächste Spiel verloren gehen und ein direkter Konkurrent parallel punkten, könnte sich die Situation im Abstiegskampf frühzeitig zuspitzen. Das ist dem Trainer bewusst.

Umso größer ist der Druck auf die Mannschaft, jetzt eine Reaktion zu zeigen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: In Ulm geht es längst nicht mehr um Entwicklung oder Experimente. Es geht ums Überleben in der Liga. Und dafür ist der Verein bereit, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein