Der TSV 1860 München hat im Rennen um den Aufstieg erneut Punkte liegen lassen, doch intern ist der Glaube an die große Chance noch nicht verschwunden. Nach dem Remis gegen Waldhof Mannheim richtet Trainer Markus Kauczinski den Blick entschlossen nach vorn. Die Ausgangslage ist schwieriger geworden, aber genau daraus will der Coach nun neue Energie ziehen.
Der Abstand ist größer geworden, die Hoffnung bleibt
Das Unentschieden gegen Waldhof Mannheim fühlte sich für 1860 eher wie eine verpasste Gelegenheit an. Im Kampf um die Spitzenplätze hätte ein Sieg deutlich mehr Wirkung entfaltet. Statt eines echten Signals nach oben blieb nur ein Teilerfolg, der die Lage im Tableau spürbar komplizierter machte.
Trotzdem will Markus Kauczinski die Aufstiegsfrage noch keineswegs zu den Akten legen. Für den Trainer ist klar, dass in der Schlussphase noch vieles in Bewegung geraten kann. „Es wird auch andere Mannschaften geben, die noch schwächeln. Wir haben nicht den ersten Platz im Auge, aber der dritte Platz ist vielleicht noch möglich„, so der Trainer der Löwen nach dem Spiel am Wochenende im „Blickpunkt Sport“.
Kauczinski verweist auf den langen Weg der Löwen
Dass 1860 überhaupt noch im erweiterten Kreis der Kandidaten auftaucht, wertet Kauczinski bereits als Ergebnis einer mühsamen Entwicklung. Die Münchner hatten in dieser Saison früh den Anschluss verloren und waren zwischenzeitlich weit von den oberen Rängen entfernt. Als der Trainer übernahm, wirkte das Thema Aufstieg für viele bereits erledigt.
Genau deshalb passt die aktuelle Rolle für ihn offenbar auch ins Bild. Die Löwen jagen seit Monaten, sie verwalten nichts, sie verteidigen keinen Vorsprung. Diese Situation kennt die Mannschaft inzwischen. Kauczinski deutete an, dass sein Team schon lange aus der Position des Verfolgers agiert, und genau daraus nun wieder Kraft ziehen soll.
Die jüngste Serie liefert neue Argumente
Ein Grund für den anhaltenden Optimismus liegt in den vergangenen Wochen. Unter Kauczinski hat sich 1860 stabilisiert, dazu kam eine Phase mit mehreren Siegen nacheinander, die den Klub überhaupt erst wieder in Schlagdistanz gebracht hat. „Wir haben schonmal gezeigt, dass wir die Spiele gewinnen können und wieso soll uns das nicht nochmal gelingen?„, so der Kauczinski gegenüber dem „BR„. Für den Coach ist das der Beleg, dass seine Mannschaft in der Lage ist, einen Lauf zu entwickeln.
Aus seiner Sicht ist deshalb noch nichts entschieden. Wer bereits gezeigt habe, dass er Spiele in Serie gewinnen könne, dürfe sich auch jetzt nicht abschreiben. Diese Überzeugung prägt seine Aussagen. Er setzt darauf, dass in der Liga noch weitere Teams ins Wanken geraten und sich dadurch unerwartete Möglichkeiten ergeben.
Direkte Duelle könnten zur Chance werden
Für die Löwen ist der Blick auf das verbleibende Programm besonders interessant. Dort warten lediglich Mannschaften, die sich mehr oder weniger im Tabellenkeller befinden. Lediglich am letzten Spieltag trifft man mit dem SC Verl auf einen Gegner, der ebenfalls um den Aufstieg spielt. Solche Partien sind riskant, bieten aber auch die Gelegenheit, das Rennen noch einmal zu eröffnen. Bereits morgen steht mit Energie Cottbus ein Duell an, das im Saisonendspurt ein besonderes Gewicht hat.
Kauczinski sieht darin ein echtes Spitzenspiel, bei dem beide Seiten um weit mehr als nur drei Punkte kämpfen. Auch das spätere Kräftemessen mit einem weiteren Rivalen aus dem oberen Bereich wertete er bereits als mögliches Endspiel. Daraus spricht vor allem eines: Der Trainer glaubt daran, dass seine Mannschaft bis ganz zum Schluss im Rennen bleiben kann.
Außenseiterrolle statt Favoritendruck
Dass 1860 München derzeit nicht als Topfavorit gehandelt wird, stört Kauczinski offenbar nicht. Im Gegenteil. „Es ist vielleicht nur noch ein Außenseiter-Ding, aber Außenseiter haben schonmal gewonnen und wieso sollen wir nicht eine Serie starten?“, so der Trainer der sechzger weiter.
Dabei wählt der Trainer bewusst einen emotionalen Ton. Er kündigt Widerstand, Einsatz und volle Hingabe an. Gerade in dieser Phase der Saison soll daraus ein gemeinsames Signal entstehen, nach innen wie nach außen. Die Botschaft ist klar: Solange rechnerisch etwas möglich ist, will 1860 nicht klein beigeben.
Erfahrung im Endspurt soll den Unterschied machen
Kauczinski verweist in diesen Wochen auch auf seinen eigenen Erfahrungsschatz. Er kennt enge Aufstiegsrennen, hat Drucksituationen erlebt und weiß, wie entscheidend Konzentration und Timing auf den letzten Metern sein können. Für ihn zählt in dieser Saisonphase weniger die große Rechnung als die Fähigkeit, in den entscheidenden Momenten Leistung abzurufen. Genau diesen Gedanken versucht er auf die Mannschaft zu übertragen. Kein überladener Blick auf Tabellenrechner und Konstellationen, sondern maximale Aufmerksamkeit für die nächste Aufgabe.
In einer Liga, in der sich Stimmungen schnell drehen, kann das ein wichtiger Faktor sein. 1860 München steht vor Wochen, in denen jeder Punkt und jede Stimmungslage sofort Gewicht bekommt. Viel spricht dafür, dass der Weg nach oben steinig bleibt. Doch Kauczinski hat deutlich gemacht, dass er diese Geschichte noch nicht beendet sieht. Für ihn ist die Ausgangslage schwierig, aber gerade deshalb reizvoll. Und solange der Zugriff auf Platz drei nicht endgültig verloren ist, soll bei den Löwen niemand aufhören, an den Aufstieg zu glauben.
