Der MSV Duisburg stand ganz dicht vor dem nächsten großen Schritt. Doch ausgerechnet am letzten Spieltag reichte der eigene Auftritt nicht, um den Traum vom direkten Griff nach oben am Leben zu halten. Nach einem nervenaufreibenden Nachmittag bleibt den Zebras nur Enttäuschung, Stolz und die Gewissheit, dass diese Saison dennoch Spuren hinterlassen hat.
Ein Nachmittag zwischen Hoffnung und Ernüchterung
Die Bühne war bereitet, die Arena voll, die Erwartungen groß. Duisburg ging mit der Chance in das Saisonfinale, sich über die Relegation doch noch in Richtung 2. Bundesliga zu kämpfen. Dafür brauchte der MSV gegen Viktoria Köln allerdings einen Sieg. Am Ende stand nur ein Unentschieden. Für die Mannschaft, die als Aufsteiger in diese Spielzeit gegangen war und sich erstaunlich lange im oberen Tabellenbereich behauptet hatte, war das zu wenig. Weil parallel Rot-Weiss Essen in Ulm gewann, fiel Duisburg noch aus den Relegationsplätzen heraus.
Viktoria startet frech, Duisburg sucht den Zugriff
In der Anfangsphase wirkte Viktoria Köln zunächst wacher. Die Gäste spielten ohne sichtbare Last auf den Schultern, ließen den Ball laufen und zwangen Duisburg dazu, erst einmal Ordnung zu finden. Der MSV brauchte einige Minuten, um die eigene Nervosität abzuschütteln. Dann aber wurde es erstmals gefährlich. Nach einem Standard kam Ben Schlicke im Strafraum zum Kopfball und zwang Viktoria-Torwart Arne Schulz zu einer starken Reaktion. Es war eine Szene, die zeigte, wo Duisburg an diesem Nachmittag besonders gefährlich werden konnte.
Aus dem laufenden Spiel tat sich der MSV dagegen schwerer. Viel Einsatz, viel Wille, viel Druck von den Rängen, aber zu selten die klare Idee im letzten Drittel.
Umstrittene Szene und wachsende Anspannung
Mitte der ersten Halbzeit wurde es laut im Duisburger Strafraum der Gäste. Lex-Tyger Lobinger ging nach einem Zweikampf mit Tim Kloss zu Boden, die Hausherren hofften auf einen Elfmeterpfiff. Schiedsrichter Martin Pedersen entschied anders und ließ weiterspielen. Solche Momente passten zu einem Spiel, in dem Duisburg zwar drängte, aber nie ganz frei wirkte. Jeder Angriff trug die Bedeutung der Tabelle mit sich. Jeder Fehlpass wog schwerer als sonst.
Der Blick nach Ulm verändert alles
Je näher das Ende rückte, desto stärker wurde der Blick auf das Parallelspiel. Die Nachricht von Essens Führung in Ulm traf Duisburg wie ein zusätzlicher Gegentreffer. Plötzlich war klar, dass ein eigener Treffer zwingend nötig war, um die Relegation doch noch zu erreichen. Die große Chance kam tief in der Nachspielzeit. Rasim Bulic bekam den Ball aus kurzer Distanz vor die Füße, doch sein Abschluss landete am Pfosten. Für einen Augenblick hielt die Arena den Atem an. Dann blieb nur das Geräusch der verpassten Gelegenheit.
Kurz darauf war Schluss. Erst in Duisburg, wenig später auch in Ulm. Der Aufstiegstraum war geplatzt.
Fans richten die Mannschaft wieder auf
Nach dem Abpfiff sanken viele Spieler enttäuscht zusammen oder liefen mit gesenktem Kopf über den Rasen. Dennoch reagierten die Duisburger Anhänger nicht mit Wut, sondern mit Zuspruch. Sie versuchten, ihre Mannschaft aufzubauen, obwohl der Schmerz des verpassten Aufstiegs im Stadion spürbar war. Coskun brachte die Stimmung anschließend bei MagentaSport auf den Punkt. „Im Moment tut das extrem weh, aber diese Mannschaft wird wieder aufstehen“, sagte er sinngemäß.
DFB-Pokal bleibt als Trostpreis
Ganz leer geht der MSV trotz des bitteren Saisonendes nicht aus. Durch den vierten Tabellenplatz sicherte sich Duisburg die Teilnahme am DFB-Pokal. Für einen Klub, der erst in diese Liga zurückgekehrt war, ist das sportlich ein beachtliches Ergebnis, auch wenn es sich unmittelbar nach dem Schlusspfiff kaum so anfühlen dürfte. Zudem wartet noch ein letzter Pflichtspieltermin. Im Endspiel um den Niederrheinpokal trifft Duisburg auf den SC St. Tönis. Auch Viktoria Köln hat die Saison noch nicht abgeschlossen und spielt im Finale des Mittelrheinpokals gegen Fortuna Köln.
Duisburg wird diesen letzten Ligatag noch eine Weile mit sich tragen. Nicht nur wegen des verpassten Aufstiegs, sondern auch wegen der Nähe zu einem Ziel, das vor der Saison kaum selbstverständlich war. Aus einem bitteren Ende kann dennoch etwas entstehen: Erfahrung, Zusammenhalt und der Antrieb, es beim nächsten Mal nicht mehr aus der Hand zu geben.
