Der TSV 1860 München hat den Abschluss einer erneut wechselhaften Drittligasaison deutlich verpasst. Statt eines versöhnlichen Endspurts setzte es beim SC Verl eine klare Niederlage, die viele Probleme der vergangenen Monate noch einmal schonungslos offenbarte. Besonders die Art und Weise des Auftritts nach der Pause sorgte intern für deutlichen Frust.
Ernüchterung statt Aufbruchsstimmung
Mit leeren Blicken verließen die Spieler des TSV 1860 München nach dem Schlusspfiff den Platz in Verl. Das 0:3 zum Saisonende hatte sportlich zwar keine große Bedeutung mehr, emotional jedoch schon. Wieder einmal fehlte den Münchnern die Konstanz, um im Rennen um die Spitzenplätze dauerhaft eine Rolle zu spielen.
Vor allem die zweite Halbzeit hinterließ bei Spielern und Verantwortlichen Eindruck, allerdings keinen positiven. Torhüter Thomas Dähne fand nach der Partie deutliche Worte und kritisierte insbesondere die fehlende Widerstandsfähigkeit seiner Mannschaft. Man dürfe sich nach dem Seitenwechsel nicht einfach ergeben, erklärte der Schlussmann und machte klar, dass genau dort angesetzt werden müsse.
Eine Saison mit bekannten Problemen
Über weite Strecken wirkte die Partie wie ein Spiegelbild der gesamten Spielzeit. Die „Löwen“ hielten zunächst ordentlich dagegen, gerieten dann aber durch einen Handelfmeter in Rückstand. Danach verlor das Team zunehmend den Zugriff und ließ jegliche Stabilität vermissen. Gerade in den entscheidenden Wochen fehlte 1860 die Fähigkeit, gute Phasen über längere Zeit mitzunehmen. Zwar gab es zwischenzeitlich eine Serie mit positiven Ergebnissen, gegen direkte Konkurrenten im oberen Tabellenbereich ließ die Mannschaft jedoch zu viele Chancen liegen.
Der Abstand zu den Aufstiegsrängen blieb deshalb deutlich. Dähne sprach genau diesen Punkt offen an. „Wir haben es nie geschafft, über einen längeren Zeitraum Konstanz reinzubringen“, sagte der Keeper nach dem Spiel. Eine Aussage, die sinnbildlich für die gesamte Saison steht.
Kaderumbau bereits angekündigt
Im Sommer dürfte sich das Gesicht der Mannschaft spürbar verändern. Trainer Markus Kauczinski kündigte bereits an, dass personelle Konsequenzen folgen werden. Mehrere Spieler werden den Verein verlassen, darunter auch Führungskräfte innerhalb des Teams.
Der Coach machte deutlich, dass zunächst eine Neuordnung notwendig sei. Die kommenden Wochen dürften deshalb entscheidend werden, wenn es darum geht, einen konkurrenzfähigen Kader für die nächste Saison zusammenzustellen. Die Erwartungshaltung rund um den Traditionsverein bleibt hoch, gleichzeitig wächst aber auch der Druck, endlich wieder dauerhaft um den Aufstieg mitzuspielen.
Totopokal als letzter Saisonauftritt
Komplett beendet ist die Spielzeit für die Münchner allerdings noch nicht. Im Finale des Totopokals wartet am kommenden Wochenende die Partie bei den Würzburger Kickers. Aufgrund zahlreicher Ausfälle wird die personelle Situation erneut kompliziert. Trotzdem will 1860 dort noch einmal ein anderes Gesicht zeigen. Beide Finalisten stehen bereits als Teilnehmer des DFB-Pokals fest, sportlich geht es also vor allem um einen positiven Abschluss und darum, zumindest etwas Selbstvertrauen mit in die Sommerpause zu nehmen.
Am Ende bleibt jedoch vor allem die Erkenntnis, dass bei den „Löwen“ erneut viele Fragen offen sind. Die Verantwortlichen stehen vor einem Umbruch, die Fans warten weiter auf den ersehnten Schritt nach oben. Und die deutlichen Worte aus Verl zeigen, dass intern längst erkannt wurde, wie groß die Baustellen tatsächlich sind.
