Im Machtkampf zwischen Hasan Ismaik und dem TSV 1860 München wird der Ton schärfer. Mit dem früheren CSU-Politiker und Rechtsanwalt Peter Gauweiler hat die Investorenseite nun einen prominenten Juristen eingeschaltet. Die Personalie zeigt, dass der Konflikt um die Zukunft der Löwen zunehmend vor Gericht ausgetragen werden dürfte.
Gauweiler soll Interessen der HAM vertreten
Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, lässt Ismaiks Firma HAM ihre rechtlichen Interessen künftig von Peter Gauweiler vertreten. Der erfahrene Anwalt gilt als streitbarer Prozessführer und soll die Position der Investorenseite nach der Kündigung des Kooperationsvertrags durch den TSV 1860 verteidigen.
Streit um die Verantwortung für den Absturz
Aus Sicht des Vereins begann die Krise nicht mit der Kündigung des Vertrags, sondern deutlich früher. Demnach führte die Investorenseite durch die kurzfristige Aufkündigung bestehender Finanzierungsvereinbarungen die KGaA in eine existenzielle Lage. In den anschließenden Verhandlungen konnte die Finanzierung für die Drittliga-Lizenz nicht gesichert werden, wodurch die Zulassung verloren ging und der Zwangsabstieg in die Regionalliga folgte.
Die Folgen waren unmittelbar spürbar. Sponsoren machten von vertraglichen Ausstiegsmöglichkeiten Gebrauch, gleichzeitig sorgte der sportliche Absturz für erhebliche Unsicherheit bei Fans und Dauerkarteninhabern. Die finanzielle Situation der KGaA verschlechterte sich dadurch weiter.
Kündigung als Rettungsversuch
Nach Darstellung des Vereins reagierte das Präsidium schließlich mit der fristlosen Kündigung des Kooperationsvertrags. Ziel sei es gewesen, den Spielbetrieb unabhängig von der wirtschaftlich angeschlagenen KGaA zu sichern und die Voraussetzungen für einen Neustart zu schaffen. Genau an diesem Punkt setzt nun die juristische Auseinandersetzung an. Der Vertrag aus dem Jahr 2011 enthielt Regelungen, die dem e.V. eigene Mannschaftsmeldungen in den oberen Ligen untersagten.
Da der Verein den Vertrag wegen schwerwiegender Pflichtverletzungen der Gegenseite für unwirksam hält, steht nun die Frage im Raum, welche Rechte der Investor noch geltend machen kann.
Ein Anwalt für schwierige Konflikte
Gauweiler ist seit Jahrzehnten eine bekannte Figur in Politik und Justiz. Er vertrat in der Vergangenheit unter anderem Mandanten aus politisch und gesellschaftlich umstrittenen Verfahren und gilt als Anwalt, der auch langwierige und öffentlich stark beachtete Auseinandersetzungen nicht scheut. Ob er für Ismaik eine erfolgversprechende Strategie findet oder der TSV 1860 seine Position vor Gericht durchsetzen kann, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Sicher ist jedoch: Der Konflikt zwischen Verein und Investor hat eine neue Eskalationsstufe erreicht.
Der Fall zeigt einmal mehr, wie tief die Gräben zwischen beiden Seiten inzwischen geworden sind. Während der Verein auf einen Neuanfang setzt, versucht die Investorenseite ihre vertraglichen Ansprüche zu sichern. Die endgültige Entscheidung dürfte nun nicht mehr auf dem Fußballplatz, sondern vor Gericht fallen.
