Aufgrund der zur Zeit verordneten Geisterspiele, keine Einnahmen aber weiterlaufende Kosten durch den Spielbetrieb. Müssen die Norddeutschen ihre Umsatzzahlen im siebenstelligen Bereich, für die laufende Saison nach unten korrigieren.
Dieses wurde bei einer Telefonkonferenz, die am vergangenen Dienstag abgehalten wurde. Von allen Aufsichtsräten und Vorständen der Grün-Weiße gemeinsam beschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt kämpften sich die Lübecker ganz gut durch die momentane Situation. Aber die finanzielle Lage wird jetzt immer bedrohlicher, man rechnet mit mehr als eine Millionen Euro Verlust bis zum Saisonende.
„Um die Lücke zu schließen brauchen wir die Anstrengungen aller Mitarbeiter im Verein“, sagte Vorstandssprecher Thomas Schikorra. Mit dem Mannschaftsrat und weiteren Angestellten sei bereits gesprochen worden. Maßnahmen wurden beschlossen, um über die Runden zu kommen: Zusätzliche Mittel einwerben, Einsparungen, Verzicht, Kürzungen.
Bisher blieb den Spieler immerhin Kurzarbeit erspart, trotzdem mussten Sie wegen der abgebrochenen Saison in der Regionalliga Nord Einbußen hinnehmen. Denn aufgrund fehlenden Einsatz- oder Siegprämien, blieben Sonderzahlen für die Kicker aus. Zusätzlich gab es Schwierigkeiten bei der Gestaltung des Kader im Sommer. Denn neue Verträge oder Verlängerungen sahen nicht mehr so wie, vor der Pandemie aus.
Zu den ersten vier Heimspielen in der 3. Liga, konnten die Lübecker immerhin noch jeweils 1860 zahlende Zuschauer begrüßen. Nun geht es nur noch mit Geisterspielen weiter: „Im November werden wir dreimal vor leeren Rängen spielen, das ist sicher“, sagt Schikorra. „Aber nach dem Stand der Dinge werden wir auch im Dezember keine Zuschauer auf der Lohmühle haben. Und auch der Worst Case ist nicht unrealistisch. Nämlich, dass wir bis zum Ende der Saison Geisterspiele haben werden.“
Der Kassensturz der Lübecker fiel aber noch deutlich brutaler aus.
Dieses lässt sich in Zahlen besser ausdrücken. Die Planung der Norddeutschen sah eine Zuschauerschnitt von ca. 5000 vor. „Jedes Spiel mit den zuletzt erlaubten 1860 Zuschauern bringt uns rund 50 000 Euro unter dem Plan ein“, rechnet Schikorra vor. „Jedes Geisterspiel kostet uns 60 000 Euro.“ Bis zum Jahresende werde man so rund 500 000 Euro hinter dem eigenen Plan stehen, bei zehn weiteren Geisterheimspielen von Januar bis Saisonende kämen 600 000 Euro hinzu. Und die Corona-Tests, die man bei Lizenzantrag ja nicht einplanen konnte, werden sich bis zum Ende der Spielzeit auf rund 200 000 Euro belaufen, wie der Vorstandssprecher andeutet. Rechnet man alles zusammen, beträgt das Finanzloch am Ende rund 1,3 Millionen Euro. Und das bei einem Etatansatz, den der VfB sparsam und seriös mit rund 4,8 Millionen Euro aufgestellt hatte.
