Start Vereine 1.FC Saarbrücken Ärger an der Hafenstraße: Saarbrücken kritisiert Essener Stadionsprecher

Ärger an der Hafenstraße: Saarbrücken kritisiert Essener Stadionsprecher

An der Hafenstraße blieb nach dem Saarbrücker Auswärtssieg nicht nur das Ergebnis Gesprächsthema. Rund um die Partie sorgte eine Ansage aus dem Essener Vorprogramm für Ärger bei den Gästen. Besonders eine Formulierung stieß Vertretern aus Saarbrücken sauer auf.

Saarbrücken gewinnt, Essen ärgert sich doppelt

Rot-Weiss Essen musste gegen den 1. FC Saarbrücken eine schmerzhafte Heimniederlage hinnehmen und damit bittere Punkte im Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Gäste nahmen die Punkte mit, während bei RWE neben dem sportlichen Rückschlag auch eine Szene abseits des Rasens nachhallte.

Schon vor dem Anpfiff hatte Essens Stimmungsmacher die Saarbrücker Anhänger mit einer spitzen Bemerkung empfangen. Seine Worte zielten auf die Nähe des Saarlands zu Frankreich ab. Bei den Heimfans mag das als derbe Stadionfolklore angekommen sein, bei Teilen der Gäste löste es deutlichen Unmut aus.

Kritik auf der Pressekonferenz

Nach dem Spiel wurde die Ansage sogar Thema in der Pressekonferenz. Ein Journalist sprach die Formulierung im Namen des Verbandes deutscher Sportjournalisten an und machte deutlich, dass er die Bezeichnung der Gäste als „Möchtegern-Franzosen“ für unpassend halte. Er sagte sinngemäß, der Gast und damit auch die mitgereisten Medienvertreter seien im Vorprogramm mehrfach so bezeichnet worden.

Das empfinde er als wenig gastfreundlich. Die Kritik richtete sich an den Stadionsprecher, der die Runde mit den Trainern leitete. Dieser zeigte sich überrascht, nahm den Hinweis aber auf. Er erklärte, ihm sei der Vorgang nicht bekannt, man werde der Sache jedoch nachgehen.

Zwischen Stichelei und Grenzüberschreitung

Der Stimmungsmacher ist in Essen für emotionale Auftritte vor Heimspielen bekannt. Seine Ansprachen gehören für viele RWE-Fans zur Atmosphäre an der Hafenstraße. Immer wieder nimmt er dabei auch die Gästefans aufs Korn. Erst vor einigen Wochen hatte eine Begrüßung der Duisburger Anhänger für Reaktionen gesorgt. Damals fiel die Bezeichnung „Streifenesel“, was ebenfalls nicht überall gut ankam.

Im Fußball gehören Rivalität, Reibung und verbale Spitzen oft zur Kulisse. Doch der Vorfall zeigt auch, wie schmal die Linie zwischen launiger Provokation und als respektlos empfundener Ansprache sein kann. Nach dem Saarbrücker Sieg blieb deshalb nicht nur das 1:2 hängen, sondern auch die Frage, wie weit Stadionshow gehen darf.

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