Rot-Weiss Essen hat im Aufstiegsrennen einen empfindlichen Rückschlag kassiert. Gegen den 1. FC Saarbrücken reichte ein früher Führungstreffer nicht, am Ende stand an der Hafenstraße eine bittere Heimniederlage. Während die Gäste jubelten, rutschte RWE ausgerechnet in der heißen Saisonphase vom direkten Aufstiegsplatz.
Früher Treffer, frühe Hoffnung
Der Nachmittag begann für Essen genau nach Plan. RWE fand schnell in die Partie, kombinierte sich über mehrere Stationen in den Strafraum und nutzte die erste große Gelegenheit eiskalt. Torben Müsel stand im Zentrum richtig und brachte die Hausherren früh in Führung. Für einen Moment wirkte es, als könne Essen den Druck im Aufstiegskampf in Energie umwandeln. Doch nach dem Treffer verlor die Mannschaft zunehmend den Zugriff. Statt weiter nachzulegen, zog sich RWE phasenweise zurück und überließ Saarbrücken mehr Raum.
Saarbrücken dreht die Stimmung
Die Gäste brauchten etwas Zeit, um gefährlich zu werden, blieben aber hartnäckig. Mit zunehmender Spieldauer fand der FCS besser in die Zweikämpfe und setzte Essen stärker unter Druck. Dann schlug Maurice Multhaup zu. Nach einer feinen Kombination kam er im Strafraum zum Abschluss und brachte Saarbrücken zurück ins Spiel (1:1).
Essen reagierte sichtbar verunsichert. Genau in dieser Phase legten die Saarländer nach. Nach einer Hereingabe in Richtung langer Pfosten war Kai Brünker zur Stelle und drückte den Ball zum 2:1 über die Linie. Aus der frühen Essener Führung war noch vor der Pause ein Rückstand geworden.
RWE rennt an, Saarbrücken verteidigt leidenschaftlich
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Essen das Tempo. Die Gastgeber suchten den Weg nach vorne, kamen aber nur mühsam durch die kompakte Defensive der Gäste. Mehrfach fehlten Präzision, Durchschlagskraft oder das letzte Quäntchen Glück. Trainer Uwe Koschinat setzte später alles auf mehr Offensive. Der eingewechselte Jaka Cuber Potocnik brachte frischen Schwung und hatte kurz nach seiner Einwechslung die große Chance zum Ausgleich. Sein Abschluss landete jedoch am Pfosten.
Hitzige Schlussphase ohne Happy End
In den letzten Minuten wurde es laut und ruppig. Saarbrücken musste nach einer Roten Karte in Unterzahl weiterspielen, Essen warf noch einmal alles nach vorne. Doch FCS-Torwart Phillip Menzel hielt stark, zudem fehlte RWE bei den letzten Abschlüssen die nötige Klarheit. Auch in der Nachspielzeit blieb der Ausgleich aus. Nach dem Abpfiff war die Enttäuschung bei den Essenern deutlich sichtbar. Für Saarbrücken dagegen bedeutete der Erfolg einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt und den ersten Auswärtssieg seit längerer Zeit.
Aufstiegskampf spitzt sich zu
Für Rot-Weiss Essen kommt die Niederlage zur Unzeit. Nach dem Rückschlag gegen einen direkten Rivalen in der Vorwoche folgte nun der nächste Dämpfer. Energie Cottbus nutzte die Gelegenheit und zog in der Tabelle vorbei. Damit steht RWE vor den letzten Aufgaben der Saison unter erhöhtem Druck. Am kommenden Spieltag wartet auswärts die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart. Für Essen geht es nun darum, die eigene Nervosität schnell abzuschütteln, denn im Aufstiegsrennen werden Fehler immer teurer.
